Wohngebiet auf ehemaligem Tennis-Center

Einen Schritt weiter - doch Daxerau-Bebauung bleibt umkämpft

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Traunstein - Über 100 Wohnungen sind in der Daxerau geplant - doch die Diskussionen um die Hochwassergefährdung wollen nicht abreißen. *Mit Voting*

Im Traunsteiner Stadtrat gibt es nach wie vor eine stabile Mehrheit für die Wohnbebauung der Daxerau: Auch am Donnerstag fanden sich 17 Befürworter bei sieben Gegenstimmen. Konkret ging es um eine Änderung des Flächennutzungsplanes. Er wird nun mitsamt der Gutachten erneut ausgelegt, wieder können Behörden und Bürger ihre Meinungen dazu abgeben.

Verhärtete Fronten im Stadtrat

Eine der hartnäckigsten Gegnerinnen der Bebauung ist Burgi Mörtl-Körner. In der Diskussion fasste sie ihre vier Hauptargumente zusammen. "Erstens: Keine so dichte Bebauung in Flussauen. Der Klimawandel wird wahrscheinlich nicht mehr aufzuhalten sein. Zweitens: Durch starke Regenschauer drohen Überschwemmungen. Drittens: Eine Gefahr für den Fortbestand des Schwimmbads ist nicht auszuschließen. Viertens: Die Natur lässt sich nicht immer berechnen, als Stadt tragen wir eine Mitverantwortung."

Bei einem "Extremhochwasser" wäre nicht nur die Daxerau, sondern die gesamte untere Stadt betroffen

Karl Schulz drehte den Spieß dagegen um: "Auch wenn wir nicht bebauen tragen wir eine Verantwortung", und spielte auf den Wohndruck in Traunstein an. "Wir haben Millionen für den Hochwasserschutz ausgegeben. Wenn dieser Bereich überschwemmt wird, wäre die ganze untere Stadt überschwemmt", so Traudl Wiesholler-Niederlöhner. Das Wasserwirtschaftsamt nahm die Daxerau zuletzt aus dem Gefahrenbereich bei einem hundertjährigen Hochwasser (HQ 100) heraus - nur noch bei einem seltenen "Extremhochwasser" (HQ extrem) wäre der Bereich demnach betroffen.

Kegel verteidigt Gutachten

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Die Kritik der Grünen riss nicht ab: "Wir wissen doch auch nicht, was an Oberflächenwasser vom Hochberg herunterkommt", meinte Wilfried Schott und Stephan Hadulla kritisierte, dass mit dem Argument des Wohndrucks "immer zu Lasten des Naturschutzes" gestimmt würde. Die Stadt beruft sich dagegen auf eine Reihe von Gutachten, die von Oberbürgermeister Christian Kegel in Schutz vor einem Leserbrief im Traunsteiner Tagblatt genommen wurden: "Selbstverständlich ist das Gutachterbüro neutral und objektiv. Auch das Wasserwirtschaftsamt hat mit diesem Büro schon zusammengearbeitet."

Auf dem Areal des früheren Tennis-Centers Vogl sind rund 120 Wohnungen in 13 Häusern geplant. Details wird ein späterer Bebauungsplan festlegen. Um die Verkehrsanbindung wurde in der Stadtratssitzung am Donnerstag nicht debattiert. Angedacht ist, dass zum besseren Verkehrsfluss von der Daxerau und dem Schwimmbad auf die B306 eine Ampel an der Abzweigung gebaut werden soll.

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xe

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