Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Stadt Traunstein erinnert an Simon Reiffenstuel

Neue Skulptur des Künstlers Angerer der Jüngere im Salinenpark

Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und der in Reichenhall geborene Künstler Walter Angerer neben der neuen Skulptur des Erbauers der Saline, Simon Reiffenstuel, im Salinenpark in Traunstein.
+
Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und der in Reichenhall geborene Künstler Walter Angerer neben der neuen Skulptur des Erbauers der Saline, Simon Reiffenstuel, im Salinenpark in Traunstein.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer und der Künstler Walter Angerer enthüllten eine neue Skulptur von Simon Reiffenstuel.

Traunstein - Bei goldenem Oktoberwetter und tiefblauem Himmel enthüllten Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer zusammen mit dem Erschaffer der Skulptur, dem Künstler Walter Angerer der Jüngere, die neue Skulptur von Simon Reiffenstuel (1574 bis 1620), der einst mit seinem Vater Hanns Reiffenstuel in den Jahren 1617 bis 1619 die Soleleitung von Reichenhall nach Traunstein baute. Es war damals unbestritten eine technische Meisterleistung, denn fast 300 Jahre lang, bis 1912, floss in den Holzrohren das Wasser mit dem „weißen Gold“, das die Saline in Traunstein für die Salzgewinnung brauchte.

Bei der kleinen Einweihungsfeier mit wenigen Ehrengästen und  Stadträten aus allen Fraktionen enthüllten Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer sowie der aus Bad Reichenhall stammende, heute in Siegsdorf wohnende Künstler Walter Angerer die neue Skulptur, die der Künstler auf Vorschlag von Karl Schulz (CSU) in einer Ausschusssitzung des Stadtrates vorgestellt hatte (wir berichteten) und einhellige Zustimmung fand. 

Die Kosten beliefen sich einschließlich der aus weißem Beton fest einzementierten Säule mit Kapitell auf rund 6500 Euro. 

Hoch erfreut über das neue Kunstwerk zeigte sich Dr. Hümmer, „eine echte Bereicherung des Salinenparks“, wie er sagte. Die neue Skulptur passe hervorragend an diesem Standort, denn die Geschichte der Saline gehöre unverbrüchlich zu Traunstein. Angerer der Jüngere verstehe, „Kunst zu schaffen, die alle Menschen verstehen, nicht nur ein kleiner Prozentsatz der besonders an Kunst Interessierten“, so das Stadtoberhaupt. Die Skulptur korrespondiert darüber hinaus gut mit der in 2018 eingeweihten Skulptur von Carl Friedrich Gauß quer gegenüber der Salinenstraße vor dem Vermessungsamt in Traunstein.  

Der Bau der Soleleitung geschah im Auftrag von Herzog, später Kurfürst Maximilian I. von Bayern (1754 bis1651). Um die rund 32 Kilometer lange Strecke von Reichenhall nach Traunstein zu bauen, wurden insgesamt 8342 so genannte Deicheln – in der Mitte ausgehöhlte - Baumstämme verlegt. Besondere Meisterleistung von Vater und Sohn Reiffenstuel: die Sole konnte sogar über das ansteigende Gelände hinauf gepumpt werden.

Dafür nahmen sie Hebewerke in Betrieb, die es damals noch nirgendwo gab. „Die erste Pipeline der Welt“, bezeichnen Historiker die Soleleitung im Rückblick, deren Technik übrigens auch bei der sehr viel kürzeren Soleleitung in Grassau beim Museum Salz und Moor angewendet wurde. Schon seit 2003 hängt auch ein Gemälde von Hanns Reiffenstuel im Holzknechtmuseum in Ruhpolding. Denn auf Anregung von Altlandrat Leonhard Schmucker  hatte der Bezirk Oberbayern dieses Bild des Künstlers Angerer der Jüngere zusammen mit weiteren Bildern erworben, gemalt in der „Fraßbildtechnik“, angelehnt an die Fraßspuren, die Borkenkäfer im Holz hinterlassen Im Jahr 1988, genau 15 Jahre nach Fertigstellung des weltweit einzigartigen Museums in der Laubau, sollte das Gemälde an den Erbauer der Soleleitungen erinnern, unter anderem der von Bad Reichenhall nach Traunstein. An rund 60 Orten in Bayern sind die sogenannten Schattenskulpturen von Walter Angerer aufgestellt.     

gi

Kommentare