Der Obst- und Gemüseladen am Maxplatz in Traunstein

"Es ist brutal viel Arbeit": Weininger schließt nach 137 Jahren

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Nicht lange nach der Geschäftsgründung 1882 wurde 1903 schon der Weininger-Verkaufsstand am Maxplatz errichtet. Die Einhausung kam in den 1960er-Jahren hinzu.

Traunstein - Eine solch lange Tradition haben kaum noch Geschäfte in Traunstein - doch für Sepp Weininger ist es einfach "der Wandel der Zeit": Er schließt sein bekanntes Obst- und Gemüsegeschäft.

Klein, aber fein sind sie, die beiden Läden von Sepp Weininger an der Theresienstraße und am Maxplatz - und vor allem letzterer, der hölzerne Anbau ans Heimathaus, hat Wiedererkennungswert. Doch nach dem 31. Oktober werden die Türen verschlossen bleiben: Sepp Weininger schließt sein Obst- und Gemüsegeschäft. 1882 wurde eröffnet, nun, nach 137 Jahren, ist also Schluss.


Weininger: "Sowas läuft schon, aber es ist viel Arbeit"

Woran liegt's? Weininger findet keinen Nachfolger. Die Töchter haben gute Jobs weit weg und auch andere Interessenten, die sich nach einer Geschäftsübernahme erkundigten, sprangen wieder ab. "Die letzten fünf Jahre habe ich jetzt gesucht, aber es hat sich niemand finden lassen", so Weninger gegenüber chiemgau24.de. 

Er fand keinen Nachfolger, doch Wehmut verspürt er nicht: "Das ist der Wandel der Zeit", so Sepp Weininger. 

Die Umsätze waren dagegen nicht das Problem: "Sowas läuft schon. Vor allem der Laden am Heimathaus ist ja wahrscheinlich der beste Verkaufsplatz in der ganzen Stadt", so der 59-Jährige, der sich auch auf treue Stammkunden verlassen konnte. Aber für den Inhaber waren Sechs-Tage-Wochen die Regel und unterm Strich sprangen jeweils nur ein paar Tage Urlaub im Jahr heraus. "Es ist schon brutal viel Arbeit. Und man kann schließlich nicht beliebig viele Leute einstellen." Bis zu 10 Angestellte hatte Weininger zuletzt.

Verkaufsstand am Maxplatz schon seit 1903

Los ging es 1882 mit einer Gärtnerei an der Ecke Theresienstraße/Güterhallenstraße - dort, wo heute der Wohnblock "Weißer Riese" steht, wurde vor über 130 Jahren angebaut. Nicht lange und dann wurde schon der Verkaufsstand am Maxplatz gegründet: "1903 oder 1904 muss das gewesen sein", so Weininger. Ab 1982 leitete Sepp Weininger das Geschäft mit dem Vater, seit der Jahrtausendwende dann alleine. 

Das Obst und Gemüse holte sich Weininger zwei- bis dreimal die Woche mit einem Transporter aus der Münchner Großmarkthalle. Auch Wirtshäuser in der Region belieferte er. "Das ist einfach der Wandel der Zeit", sagt Weininger jetzt zur Geschäftsaufgabe - Wehmut verspürt er nicht. Nach der Abwicklung des Geschäfts wird er zufrieden in Rente gehen. Weininger hat es sich verdient.

xe

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