Leidenschaftliches Plädoyer für Europa

Cem Özdemir heizte in Traunstein den Wahlendspurt der Grünen an

Traunstein - Mit einem der bekanntesten Grünen-Politiker aus dem Bundestag läutete der Kreisverband Traunstein von Bündnis 90/Die Grünen den Endspurt vor der Europawahl am kommenden Sonntag ein: Cem Özdemir.

Die Pressemeldung in Wortlaut:

Mehr als 500 Mitglieder und Besucher aus ganz Südostbayern waren ins Festzelt nach Traunstein gekommen, um sich selbst ein Bild von dem wortgewandten Baden-Württemberger und überzeugten Erdogan-Kritiker zu machen. Der 53- Jährige überraschte als „säkularer Moslem“ mit treffsicheren Bibelzitaten, der Analyse rechter Netzwerke und einer fehlgesteuerten Verkehrspolitik.

Für eine Neuausrichtung der europäischen Agrarpolitik, die sich stärker an „Arten-, Tier-, Landschafts- und Bodenschutz“ orientieren müsse, setzte sich Gisela Sengl in ihrer Begrüßung ein.

Die Europawahl stellt die entscheidenden Weichen für den Klimaschutz in den kommenden Jahren“, bilanzierte der Münchner Bundestagsabgeordnete Dieter Janecek in seinem Statement. Henrike Hahn, die in internationalen Politik- und Wirtschaftsfragen erfahrene Spitzenkandidatin der bayerischen Grünen für die Europawahl, sah im bayerischen Volksbegehren für mehr Artenschutz ein wichtiges Signal, um grenzüberschreitend mehr für den Klimaschutz zu tun. Um die Werte, Errungenschaften und den Frieden in Europa zu erhalten, sei es zudem wichtig „klare Kante gegen rechts“ zu zeigen.

Der aktuelle Fall des österreichischen Vizekanzlers Strache habe gezeigt, wie fatal ein Paktieren demokratischer Parteien mit rechtsradikalen Kräften sein könne. Nicht hinzunehmen sei es, dass Trumps ehemaliger Wahlkampfstratege und selbsternannter Chefideologe rechtspopulistischer Bewegungen, Steve Bannon, seit kurzem von Paris aus an einer koordinierten Vernetzung und Renationalisierung in Europa arbeite.

Ausführlich schilderte Özdemir wie er als Bundestagsabgeordneter bei der Münchner Sicherheitskonferenz von deutschen Sicherheitskräften auf Einwände der türkischen Delegation hin als „Terrorist“ behandelt worden sei. „Da läuft doch etwas falsch bei uns“, erklärte er und plädierte mit Blick auf das Grundgesetz und einen wehrhaften Rechtsstaat für ein entschiedeneres Auftreten der deutschen Politik gegen autoritäre Regime.

Mit treffsicheren Bibelzitaten kommentierte Özdemir humorvoll das scheinbare Paradox, dass „die C-Partei“ einerseits Kreuze aufhänge, andererseits aber Waffenlieferungen an Saudi- Arabien unterstütze, deren Gewinne unter anderem in die Finanzierung islamischer Terroristen fließe. „Wie passt das zusammen?“ Als unkoordiniert statt zukunftsorientiert geißelte er eine Verkehrspolitik, die 128 Millionen Euro für die Einführung einer umstrittenen Maut investiere anstatt sich um eine nachhaltige Modernisierung der Bahn und innovative Verkehrssysteme zu kümmern.

KLAR.TEXT – Büro für Presse, Öffentlichkeitsarbeit & PR, Axel Effner M.A.

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