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ovb24.de stellt die Brauereien in der Region vor

Wochinger Bräu Traunstein: Eine der ältesten deutschen Familienbrauereien

Wochinger Bräu Traunstein
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Die Brauerei in den 60er-Jahren.

Traunstein - Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s - diesen Spruch kennt jeder. Ebenso wie das Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516, ein Garant für süffiges und gutes Bier. Bayern und das bayerische Bier - eine Liebesgeschichte, die seit Jahrhunderten besteht. ovb24.de nimmt die Brauereien in der Region ein bisserl genauer unter die Lupe. Rudi Wochinger vom gleichnamigen Wochingerbräu steht uns Rede und Antwort:

+++ Hier finden Sie einen Überblick über alle Brauereien der ovb24-PAY-Serie+++

Seit wann gibt es Ihre Brauerei?

Hans Wochinger gründete in Vilshofen im Jahr 1587 die Brauerei Wochinger. Der Betrieb ist seither durchgehend in Familienhand und ist in Deutschland an 16. Stelle der ältesten familiengeführten Betriebe in der gleichen Branche.

Wie sieht die Gründungsgeschichte aus?

Den Grundstein legte Hans Wochinger 1587 durch den Kauf der Windorfer-Brauerei in Vilshofen. 1681 heiratete Nikolaus Wochinger die Brauereistochter Maria Annthaler aus Rotthalmünster und siedelt den Betrieb dort an. 1835 wurde Joseph Wochinger in den bayerischen Landtag gewählt und baute 1842 ein großes, moderneres Brauhaus mit eigener Mälzerei in Rotthalmünster und steigerte so den Ausstoß. Als 1886 unter der Leitung von Jakob und Fritz Wochinger die Kinder Jakobs nach einer Bierpreiserhöhung von 20 auf 22 Pfennige mit umgehängten Schildern mit der Aufschrift “Wir trinken kein 22-Pfennig-Bier” aus der Schule kamen, ging Jakob auf die Suche nach einer Brauerei im Chiemgau. 1892 wurde er in Traunstein fündig und kaufte die Brauerei Scheicher am Traunsteiner Stadtplatz. 1903 wurde die heutige Sudstätte in der Oswaldstraße in Traunstein gebaut. 1971 wurde der ehemalige Kuh- und Pferdestall zum Wochinger-Bräustüberl umgebaut. 1993 übernehmen die Brüder Theo und Rudi Wochinger die Brauerei und leiten diese bis heute.

Wie erklärt sich Ihr Brauerei-Logo und das Etikett?

Da die Brauerei Wochinger von Rotthalmünster nach Traunstein umgezogen ist und die am Traunsteiner Stadtplatz liegende Brauerei Scheicher aufkaufte, wurde der Lindl, der dort den sogenannten Lindlbrunnen ziert, als Wappen bzw. Logo gewählt. Noch heute ist das Zwickl der Brauerei nach ihm benannt: der Lindl-Urtrunk.

Haben Sie einen Werbeslogan und gibt es einen prominenten Vertreter Ihrer Brauerei?

Unser Werbeslogan lautet “Freu dich drauf!” Martin Braxenthaler, mehrfacher deutscher Meister im Monoski-Slalom, wirbt für die Brauerei Wochinger.

Gibt es Vereine, Mannschaften, etc., die von Ihnen gesponsert werden?

Ja, den SBC Traunstein (Fußball und Handball) sowie den SV Erlstätt.

Wie viele Angestellte gibt es bei Ihnen? Bilden Sie aus - wenn ja, in welchen Bereichen?

Aktuell zählt die Brauerei Wochinger neben den zwei Geschäftsführern Rudi und Theo Wochinger insgesamt neun Mitarbeiter, davon vier Brauer und fünf Mitarbeiter im Vertrieb. Dazu kommen meist ein bis zwei Auszubildende in den Berufen Brauer und Mälzer.

Welche Biere stellen Sie her? 

Das ganze Jahr über gibt es bei uns das Export-Hell, Hefe-Weiße, Export-Dunkel und Pils. Saisonal und auf einen Sud pro Sorte und Jahr limitiert gibt es den roten Lindl-Urbock, den Winterbock und das 425er, welches 2012 zum ersten Mal zum 425-jährigen Jubiläum gebraut wurde.

Das Sudhaus in den 60er-Jahren im Vergleich zu heute: Der wesentliche Herstellungsprozess ist beim Wochinger-Bräu seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts unverändert geblieben. Es gibt keine Computersteuerung, die Brauleute setzen noch auf echtes Handwerk.

Wie stehen Sie zur Craft-Beer-Bewegung und ist das Reinheitsgebot noch zeitgemäß?

Der Begriff Craft-Beer widerspricht in keinster Weise dem Reinheitsgebot. Aus den Zutaten Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hefe lassen sich die unterschiedlichsten Biere brauen, was die Craft-Beer-Bewegung bestens unter Beweis stellt. Dazu gehören nicht nur die in Bayern gängigen Biersorten, sondern viele mehr. Dabei sind Kreativität, handwerkliches Geschick und viel Know-How gefragt. Als kleiner, handwerklicher und schon immer familiengeführter Betrieb zählen wir uns schon vor der Entstehung des Modebegriffes “Craft-Beer” zu Anhängern desselben.

Woher beziehen Sie Ihre Rohstoffe für die Herstellung Ihrer Biere?

Das Wasser wird aus der Laubau bezogen. Unser Malz kommt teils von der Mälzerei Rhön-Malz in Mellrichstadt und teils von der Mälzerei Steinbach in Zirndorf, welche sich beide in Familienhand befinden. Der Hopfen wird aus Tettnang geliefert.

Stichwort Einzugsgebiet: Wo kann Ihr Bier überall erworben werden?

Wochinger Bier gibt es fast ausschließlich in ausgewählten regionalen Getränkemärkten und Gastronomiebetrieben. Besonders zu empfehlen sind das Leonrod und das Wochinger Brauhaus in Traunstein, welche sich direkt auf dem einladenden Brauereigelände befinden. Eine Liste der belieferten Getränkemärkte und Gastronomiebetriebe findet sich auf unserer Homepage.

Auf welchen Festen sind Sie vertreten und welche Wirtschaften werden beliefert/stehen bei Ihnen unter Vertrag?

Ein Highlight in der Region ist das Frühlingsfest in Traunstein, bei dessen Belieferung sich die drei Traunsteiner Brauereien jährlich abwechseln. Außerdem kann man das Wochinger-Bier neben vielen anderen bayerischen und österreichischen Kleinbrauereien auf dem jährlich stattfindenden Bierfest “Kleine Brauer - große Biere” genießen.

Wie viel Liter Bier werden pro Jahr bei Ihnen abgefüllt?

Im Schnitt beträgt der Ausstoß der Brauerei Wochinger etwa 8.000 Hektoliter, sprich 800.000 Liter pro Jahr.

Wie geht es Ihnen in der Corona-Pandemie aktuell und wie blicken Sie in die Zukunft?

Wegen des Lockdowns fehlte natürlich der Anteil des Fassbierverkaufs am Umsatz. Glücklicherweise konnten wir dies teils durch den gestiegenen Flaschenbierverkauf kompensieren. Wir sind froh, dass trotz allem alle Mitarbeiter behalten durften und gut durch die Krise gekommen sind. Aktuell bessert sich die Lage durch die weiter voranschreitende Impfquote, was uns sehr optimistisch auf die kommenden Monate blicken lässt.

Rückblick auf die letzten 10 Jahre: Was ist da besonderes passiert? Gab es ein besonderes Jubiläum?

Wir durften 2012 das 425-jährige Bestehen unserer Brauerei feiern. Dies geschah mit einem dreitägigen Fest auf dem Brauereigelände und einem eigens dafür gebrautem Bier: dem 425er. Das wird seitdem jedes Jahr im September limitiert auf einen Sud verkauft.

Abschließend ein Satz über Sie: Was zeichnet Ihre Brauerei aus?

Im Vordergrund steht bei uns die Nähe zum Kunden und Biergenießer sowie das Qualitätshandwerk, das in unseren gut erhaltenen Anlagen noch genau wie früher gebraut wird.

mb

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