Pandemielabor als „Beitrag zum Gemeinwohl“

Spende von 250.000 Euro für Traunsteiner Klinik „echter Segen“

Mit einer Spende von 250.000 Euro konnte das Pandemielabor in Traunstein eingerichtet werden.
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Mit einer Spende von 250.000 Euro konnte das Pandemielabor in Traunstein eingerichtet werden.

Bereits im Herbst 2020 spendete die Eva Mayr-Stihl Stiftung der Klinik Südostbayern AG eine große Summe. Dieses Geld wurde in ein Labor investiert, welches in der Corona-Pandemie eine große Bedeutung hat.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Traunstein – Ein Pandemielabor für viele schnelle und zuverlässige Tests auf Covid-19 direkt vor Ort: Was für die meisten Krankenhäuser in Deutschland ein Wunschtraum bleibt, ist für die Kliniken Südostbayern (KSOB) mit ihren sechs Standorten seit Herbst 2020 Realität.

Ermöglich wurde dies durch eine großzügige Spende der Eva Mayr-Stihl Stiftung. Deren „Corona-Soforthilfe-Programm hat einen weiteren weitsichtigen Beitrag zum Gemeinwohl geleistet“, so KSOB-Aufsichtsratsvorsitzender Landrat Siegfried Walch. Auch Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Gretscher und Priv.-Doz. Dr. Tom-Philipp Zucker, Ärztlicher Direktor des Klinikums Traunstein und Chefarzt der Anästhesie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, betonen die Bedeutung des Labors jetzt - und in der Zukunft.

Es war ein Glücksfall, dass die unter anderem in der Unterstützung medizinischer Versorgung engagierte Eva Mayr-Stihl Stiftung schnell die Herausforderungen durch die Pandemie erkannte und die Kliniken Südostbayern bei der Bewältigung dieser Krise mit einer Spende von 250.000 Euro unterstützt hat.

Testkapazitäten wurden so schnell wie möglich „aufgerüstet“

An Hintergründe und Beginn der bereits zweiten Kooperation zwischen Stiftung und Klinikverbund erinnert sich KSOB-Vorstandsvorsitzender Dr. Gretscher: „Als wir in der ersten Hälfte des letzten Jahres mit der Eva Mayr-Stihl Stiftung über eine mögliche Unterstützung in der Bewältigung der Pandemie sprachen, hatten wir gerade die erste Welle mit allen Erfahrungswerten erlebt.

Die knappen Covid-19 PCR-Testkapazitäten und lange Testlaufzeiten waren dabei immer ein beschränkender Faktor“, sagt er. „Schon damals haben wir uns damit beschäftigt und geahnt, dass in den Wintermonaten eine zweite, möglicherweise größere Welle auf uns zurollen könnte, wir wollten die Zeit bis dahin bestmöglich nutzen.

Die Testkapazitäten vor Ort ohne lange Transportwege aufzurüsten, war für uns Mittel der ersten Wahl, und es hat sich absolut bewährt“, so Dr. Gretscher. „Wir waren auch in der zweiten Welle im Verbund trotz der deutlich höheren Covid-19-Fallzahlen durchgehend auch für Notfälle aufnahmebereit und konnten unseren Auftrag - die Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen – damit sehr gut erfüllen.

Die Eva Mayr-Stihl Stiftung hat mit ihrer Zuwendung Mitte des letzten Jahres in der Tat zur richtigen Zeit wesentlich dazu beigetragen, dass wir in einer Hochinzidenzregion schnell und vorausschauend agieren konnten, und wir sind den Stiftern dafür sehr dankbar.“

Pandiemielabor durch Spende erst machbar

Dieser Dank an die Stifter Eva Mayr-Stihl und ihren im Klinikum Traunstein geborenen Ehemann Robert Mayr liegt auch Chefarzt Dr. Zucker sehr am Herzen. „Zunächst möchte ich der Eva Mayr-Stihl Stiftung sehr danken, die uns, nein eigentlich unseren Patientinnen und Patienten, das Pandemielabor finanziell ermöglicht hat“, betont er.

Denn die großzügige Spende habe die Anschaffung zweier hochmoderner, leistungsfähiger Geräte für belastbare PCR-Tests ermöglicht. Mit diesen können die Kräfte des externen Labordienstleisters der KSOB und die Mitarbeitenden des Klinikverbunds in dem eigens für diese Zwecke eingerichteten Pandemielabor zeitnah und zuverlässig Proben auswerten.

Diese müssen nicht mehr außer Haus, sondern können direkt vor Ort analysiert werden. Ein regelmäßiger Fahrdienst zwischen den sechs Häusern garantiert eine zügige Abwicklung. „Die Maschine kann täglich bis zu drei Durchläufe à fünf Stunden mit jeweils 93 Proben bewältigen, auch an Wochenende finden ein bis zwei Durchläufe statt“, erklärt Dr. Zucker.

Unikliniken auf dem selben Level, was Kapazitäten betrifft

„Nur die großen Maximalversorger wie Unikliniken weisen eigene Testkapazitäten unserer Größenordnung auf.“ Diese großen Testkapazitäten in kurzer Zeit kommen den Patienten mehrfach zugute: „Symptomatische Patienten können bei früherem positivem Testergebnis auch früher eine auf die Erkrankung Covid zugeschnittene Therapie erhalten“, erklärt Dr. Zucker.

Durch ihre gemeinsame Versorgung mit anderen Covid-Patienten auf eigens dafür reservierten Stationen müssten Pflegepersonal und Ärzte nicht ständig die komplette persönliche Schutzausrüstung wechseln. Dies spare nicht nur Material, sondern auch Zeit - die wiederum der Behandlung der Patienten zugutekomme.

Auch Personal regelmäßig getestet

Von schnelleren Abstrich-Ergebnissen profitierten natürlich auch negativ getestete Patienten, die „von der Isolationsstation wegverlegt werden und nach Sicherung der alternativen Diagnose zielgerecht behandelt werden“ könnten, so Dr. Zucker. Immer mehr in den Vordergrund rücke auch die Testung von Personal.

Diese würde routinemäßig mindestens einmal in der Woche angeboten, um Infektionsausbrüche im Krankenhaus zu verhindern oder rasch einzudämmen. Ein großer Pluspunkt eines der beiden neuen Geräte im Pandemielabor sei zudem, dass es einen speziellen Wert ermitteln könne, anhand dessen festgestellt werden könne, „ob ein Patient, der Covid durchgemacht hat und jetzt wieder beschwerdefrei ist, aber nach über zwei Wochen immer noch ein positives PCR-Testergebnis aufweist, überhaupt noch infektiös ist.“

Ab März sei zudem die Erkennung von bekannten Corona-Mutationen mit jedem PCR-Test geplant, so Dr. Zucker. Er ist sicher, dass das Speziallabor auch in Zukunft wertvolle Dienste leisten wird, nicht nur bei mutmaßlich weiteren Pandemien.

Auch andere Viren schneller erkennen und eindämmen

„In der Zeit nach Corona werden wir mit unserem Pandemielabor Grippe- und Norovirus-Infektionen schneller diagnostizieren und lokale Ausbrüche eindämmen können“, sagt er. Vorausschauendes Handeln zugunsten der Menschen attestiert Landrat Siegfried Walch den Spendern: „Die Eva Mayr-Stihl Stiftung hat mit ihrem Corona-Soforthilfe-Programm einen weiteren weitsichtigen Beitrag zum Gemeinwohl geleistet“, sagt er.

„Für unsere Kliniken hat sich der schnelle Aufbau des Pandemielabors am Klinikum Traunstein als echter Segen erwiesen. Die zusätzliche Versorgungssicherheit, die damit für die Bürgerinnen und Bürger geschaffen wurde, ist ganz besonders in unserem grenznahen Gebiet von unschätzbarem Wert und auch zukünftig eine echte Bereicherung im Hinblick auf Prävention und Früherkennung“, betont auch Walch die Nachhaltigkeit des Labors.

„Ein herzliches Gott vergelt's an die Stiftungsvorstände Eva Mayr-Stihl und Robert Mayr für die außerordentlich wertvolle Spende und die enge Verbundenheit mit unserer Region!“

Pressemitteilung Klinik Südostbayern

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