Ein "echtes Problem" in Traunstein

So geht es weiter mit den Parkhäusern in der Unteren Stadt

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Das Parkhaus an der Scheibenstraße wird abgerissen. Im Gegenzug sollen dort auf einem Parkplatz bis zu 90 Autos abgestellt werden können. Bisher waren es im Parkhaus 180 Stellplätze für die Anwohner.
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Traunstein - Das einsturzgefährdete Parkhaus an der Scheibenstraße soll abgerissen und an den Plänen fürs Parkhaus am Klosterberg darf weitergefeilt werden - Parken war das Thema schlechthin im Stadtrat.

Das marode Parkhaus an der Scheibenstraße wird nach nur 23 Jahren abgerissen, beschloss der Traunsteiner Stadtrat am Donnerstag mit nur einer Gegenstimme. Danach sollen vorübergehend 60 bis 90 oberirdische Stellplätze auf dem Grund entstehen.

War die Parkhaus-Schließung überhastet?

In einem Gutachten der Landesgewerbeanstalt wurde dem Parkhaus keine "vollumfängliche Standsicherheit" mehr attestiert. Das Parkhaus war reserviert für die Bewohner der Unteren Stadt, für die 180 Fahrzeuge mussten sie kurzfristig andernorts Plätze finden. "Das ist ein echtes Problem, vor allem für ältere Menschen. Der Parkdruck ist jetzt noch höher", so Christian Hümmer. 

Kritik am Oberbürgermeister kam vor allem von Hümmer und Sepp Kaiser: "Kann das Parkhaus nicht bis zum Abriss noch irgendwie genutzt werden?", fragte der CSU-Fraktionsvorsitzende. Kaiser monierte, dass sich die Einschätzung der Landesgewerbeanstalt nur wegen eines Personalwechsels änderte und ohne, dass ein Prüfer vor Ort gewesen wäre: "Hätte man da nicht einen Zweiten drüberschauen lassen können?" Aber auch die Stadt selbst überprüfte mit anderen Fachleuten immer wieder das Parkhaus. 

Kegel: "Sicherheit an oberster Stelle"

Christian Kegel aber blieb hart: "Eine Weiternutzung schließe ich bei diesem Prüfergebnis aus. Die Sicherheit steht an oberster Stelle. Ein weiteres Gutachten hätte wieder gedauert - und wenn in dieser Zeit was passiert? Dann hafte ich." Auch dem Vorschlag nach Anwohnerparkausweisen für bestimmte Straßen erteilte der Oberbürgermeister eine Absage. Sie führten letztlich zu Ungerechtigkeiten zwischen allen, die auf Parkplätze angewiesen sind. Im Raum steht außerdem die Idee von Wilfried Schott und Hümmer, nun einen Shuttle-Service vom Festplatz einzurichten.

Der Bürgerantrag "Parken statt Parks" von Konrad Baur zum Thema wurde dagegen nicht behandelt. Es kamen zu wenig gültige Unterschriften zusammen. Baur forderte in dem Antrag, dass "umgehend mindestens 200 Anwohnerparkplätze in direkter Umgebung der Scheibenstraße" bereitgestellt werden müssten. Im November wurde schließlich bekannt, dass das Parkhaus an der Scheibenstraße im März 2020 abgerissen werden soll.

Parkhaus am Klosterberg macht weiteren Schritt

Den nächsten Schritt hat dagegen ein mögliches Parkhaus am Klosterberg gemacht. Der Stadtrat stimmte mit 15:8 dafür, dass Bauherrin Irmengard Singer ihre Pläne weiterverfolgen darf. Weil viele Nachbarn - insgesamt 120 - Einwände haben, änderte sie die Parkhaus-Pläne zum Teil: Ein Café soll auf dem Deck nicht mehr enstehen, die Anzahl der Stellplätze wurde von 223 auf 206 reduziert Auch das Landesamt für Denkmalpflege äußerte kritisch.

120 Bürger legten Einwände gegen das geplante Parkhaus am Klosterberg vor, unter anderem wegen Bedenken zu Lärm, Verschattung, Feinstaub oder dem Verlust der Sicht nach Ettendorf.

Angesichts der Parkplatzsituation in Traunstein empfahl der Stadtrat aber ohne Diskussion, dass die Pläne weiterverfolgt werden sollen. Die Eigentümerin des ehemaligen Elektrizitätswerks, wo das Parkhaus entstehen soll, muss nun eine Reihe von Gutachten vorlegen: unter anderem zur Feinstaubbelastung, Geologie, Lichtemissionen zum Schallschutz oder zum Artenschutz.

Thema im Stadtrat war außerdem die Überlegung, ein Parkdeck auf den Karl-Theodor-Platz zu bauen. Darüber lesen Sie einen weiteren Artikel auf chiemgau24.de. 

xe

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