Haus stürzte im Februar ein

Ruine an der B304 bei Traunstein: Jetzt ermittelt die Justiz

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Unter anderem wegen Baugefährdung ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen den Eigentümer der Ruine am östlichen Traunsteiner Ortseingang. Ende Februar brach ein Teil des Daches ein.
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Traunstein - Früher Ruine, seit dem Einsturz im Februar nur noch ein Trümmerhaufen: Der Schandfleck an der B304 prangt weiterhin vor den Toren Traunsteins - nun ermittelt die Justiz.

War es allein der Schnee, der die Ruine an der B304 bei Traunstein endgültig zum Einsturz brachte - oder hat am Ende sogar der Eigentümer noch nachgeholfen? Tatsächlich ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen den Inhaber des Hauses, von dem nur noch ein Schutthaufen übrig ist. Wie die Traunsteiner Polizei gegenüber chiemgau24.de bestätigt besteht der Verdacht der Baugefährdung, des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und des unerlaubten Umgangs mit Abfällen

Wenn der Eigentümer klagt, könnte der Schandfleck lange bleiben

Der Paragraf der Baugefährdung kommt dann zum Tragen, wenn beim Bau eines Hauses gegen die allgemein anerkannten Regeln der Technik verstoßen und damit Leib oder Leben anderer gefährdet wurden - oder wenn diese Gefahren fahrlässig verursacht wurden. Der unerlaubte Umgang mit Abfällen rührt daher, weil asbesthaltige Materialien ohne Fachfirmen abgetragen worden sein könnten. 

Abgesehen von den möglichen juristischen Konsequenzen für den Eigentümer ist noch völlig unklar, wie lange der Schutthaufen an der Bundesstraße östlich von Traunstein noch liegen wird. Das Landratsamt hat den Inhaber bereits schriftlich und telefonisch kontaktiert, aber: "Die weitere zeitliche Entwicklung wird maßgeblich davon abhängen, ob der Eigentümer Rechtsmittel einlegt", so Michael Reithmeier, Pressesprecher des Landratsamtes. Gut möglich also, dass der Schandfleck noch eine zeitlang bleibt, wie er ist. Die Abbruch- und Entsorgungskosten muss aber der Eigentümer zahlen.

Schon vor dem Einsturz war das Haus in aller Munde

Das verfallene Haus an der B304 gelangte schon lange vor dem Einsturz zu trauriger Berühmtheit. Weil es so prominent an der östlichen Ortseinfahrt steht, wurde auch schon dementsprechend viel über diese Seite Traunsteins gespottet. Scherzbolde brachten vor einigen Jahren auch schon den Schriftzug "Altes Rathaus" in großen Lettern an der Ruine an. Am Abend des 25. Februar brach der westliche Teile des Daches ein. Die Polizei ließ wegen der angeknacksten Statik und der mangelnden Sicherheit dann auch den Großteil des "Rests" einreißen. 

Nach dem Dacheinsturz Ende Februar (links) wurden auch die restlichen Mauern noch niedergerissen.

Video vom Einsatz Ende Februar und dem Einriss der Mauern

xe

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