Polizei rührt die Werbetrommel

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Über die Sicherheitswacht informierte am Samstag die Polizeiinspektion Traunstein. Rede und Antwort standen (von links) Robert Maurer von der Polizeiinspektion Rosenheim, Christian Gruber von der Sicherheitswacht Rosenheim und Florian Ertl von der Polizeiinspektion Traunstein.

Traunstein - Die Polizei hat am Samstag über die in der Stadt geplante Sicherheitswacht informiert. Gering ist bislang das Interesse der Bürger, sich zur Verfügung zu stellen.

Vor knapp 20 Jahren ist in Bayern die erste Sicherheitswacht gegründet worden. Mitglieder dieser Einrichtung sollen beispielsweise Ansprechpartner für schutzbedürftige Personen sein, Bürgern Auskünfte erteilen und die Polizei unterstützen. Ziel der dem Innenministerium und in der weiteren Folge der bayerischen Polizei angegliederten Einrichtung ist es, durch präventives Arbeiten und Anwesenheit an Brennpunkten Störungen zu verhindern. Auch eine Eindämmung von Vandalismus und Straßenkriminalität ist erklärtes Ziel der Sicherheitswacht, die es in der Region seit Kurzem in Burghausen und bereits seit 1994 mit Unterbrechungen in Rosenheim gibt. Derzeit sind in 59 Städten und Gemeinden Bayerns knapp 550 Sicherheitswächter im Einsatz.

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Der Stadtrat in Traunstein hatte im Januar den Weg frei gemacht für eine Sicherheitswacht in der Stadt. Die Polizeiinspektion begrüßte die Entscheidung. Am Samstag informierte sie nun über die Sicherheitswacht. Die Bürger konnten sich über den Aufgabenbereich, die Ausbildung, die möglichen Einsatzorte und die Befugnisse erkundigen und ein Mitglied der Rosenheimer Sicherheitswacht befragen. Das Interesse der Bürger war allerdings dürftig. Die acht Personen, die nach einem festgelegten Auswahlverfahren und einer anschließenden Schulung auf die Aufgaben vorbereitet werden sollen, sind wohl auch nach dem Informationsvormittag in Traunstein noch nicht in Sicht.

Die beiden Hauptkommissare Maximilian Lex und Florian Ertl machten deutlich, dass die Einrichtung ein wichtiger Beitrag sei, um "das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken und der Kriminalität entgegenzuwirken". Sie wollen sich weiter um die Einführung der Sicherheitswacht bemühen.

Christian Gruber, Mitglied der Sicherheitswacht Rosenheim, der dieses Ehrenamt seit rund drei Jahren ausführt, ist von der Maßnahme überzeugt: Die Sicherheitswacht sei "sinnvoll". Und weiter: "Ich bin von dem Konzept überzeugt." Nach anfänglichen Unsicherheiten habe sich die Sicherheitswacht seiner Überzeugung nach in Rosenheim gut entwickelt. Man sei auch in kritischen Situationen bisher immer Herr der Lage gewesen und habe sie gut abschätzen können.

Mehr Sicherheit durch Präsenz

Der 42-jährige, hauptberuflich Mitarbeiter einer Krankenkasse ist dabei nie alleine, sondern immer auch mit einem anderen unterwegs. In kritischen Situationen erfolgt schnell der Griff zum Funkgerät, mit dem dann die Beamten der Polizeiinspektion zum Einsatzort gerufen werden. Der 42-Jährige habe, wie er sagte, bisher in den Gesprächen mit Bürgern viel Zuspruch erhalten. Gerade auch ältere Bürger hätten sich oft bedankt für diese gefühlte, zusätzliche Sicherheit durch die Präsenz der Mitglieder der Sicherheitswacht.

Das hinter den Erwartungen zurückbleibende Interesse könnte dazu führen, dass das Projekt nicht wie ursprünglich gedacht im Sommer in Traunstein startet. Die Polizei lässt sich nicht drängen, sie verfällt auch nicht in eine überzogene Hektik. Sie will weiter Bürger werben, sich an der Sicherheitswacht zu beteiligen.

awi

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