Polizei und Landrat zur Sicherheit im Landkreis

Immer weniger Kriminalität - nur zwei Delikte häufen sich

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Bei der Vorstellung der Kriminalitätszahlen für den Landkreis Traunstein: Polizeipräsident Robert Kopp (links) und Landrat Siegfried Walch.
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Traunstein - Die Zahl der Straftaten im Landkreis sinkt weiter, obwohl die Einwohnerzahl steigt: Nur bei zwei Delikten gibt es einen Anstieg. Die Kriminalitätsbilanz 2018:

"Im Landkreis Traunstein haben wir sehr gute Ergebnisse vorzuweisen", freute sich Polizeipräsident Robert Kopp bei der Vorstellung des Sicherheitsberichts im Landratsamt am Dienstagvormittag. 5940 Straftaten mussten 2018 festgestellt werden - 660 weniger als im Jahr zuvor. Doch auch in der langfristigen Betrachtung geht es weniger kriminell im Landkreis zu: 2009 beispielsweise waren es noch über 7200 Straftaten. 

Deutlich weniger Einbrüche, Drogen, Gewalt oder Diebstahl

Besonders nach unten entwickelt haben sich die Zahlen bei der Straßenkriminalität (Sachbeschädigungen z.B.) mit einem Minus von 21 Prozent, bei Rauschgiftdelikten mit minus 16 Prozent oder bei schwerem Diebstahl, hier wurden 15 Prozent weniger Fälle gemeldet als 2017. Auch bei Wohnungseinbrüchen, Körperverletzungen, Gewalt- oder Straßenkriminalität gingen die Straftaten 2018 nach unten. 

Nur zwei Delikte häuften sich: 100 Sexualdelikte wurden 2018 festgestellt, ein Plus von 22 Prozent und bei den Tötungsdelikten mussten voriges Jahr zwölf verzeichnet werden - 2017 waren es fünf. "Bei den Sexualdelikten haben wir einen Höchstwert seit zehn Jahren", so Robert Kopp: "Es liegt aber vor allem an einer Reform des Strafrechts. Wenn jemand betatscht wird galt das früher als Beleidigung, heute wird es als Sexualstraftat verbucht."

Kopp: "Neun von zehn Gewalttäter erwischen wir"

Die niedrigen Kriminalitätszahlen im Landkreis Traunstein sind nicht nur im Vergleich zum Rest Deutschlands vorbildlich, sondern liegen auch niedriger als der Schnitt in Bayern oder Oberbayern. Auch im Vergleich zu manchem Nachbarlandkreis schneidet man in Traunstein besser ab: Während die Anzahl der Straftaten 2018 um zehn Prozent verglichen mit dem Vorjahr sank, musste in den Landkreisen Mühldorf oder Altötting ein Anstieg verzeichnet werden.

Die Entwicklung der Kriminalität im Landkreis Traunstein seit 2009.

17.600 Einsätze hatten die Polizisten im Landkreis im Jahr 2018: "Also etwa zwei Einsätze pro Stunde", so Polizeipräsident Kopp. Die Aufklärungsquote liegt bei 67,8 Prozent - auch hier liegt man besser als in der Vergangenheit. "Bei Gewaltdelikten erwischen wir neun von zehn Tätern", so Robert Kopp. Explizit ging der Polizeipräsident - trotz rückläufiger Zahlen - auf den Rauschgiftkonsum ein: "Die Konsumenten werden immer jünger, vor allem bei Cannabis. Ich bin daher ein absoluter Gegner aller Liberalisierungstendenzen."

1200 Verletzte bei über 5100 Verkehrsunfällen

Leicht bessere Zahlen werden auch von den Straßen vermeldet: 5167 Verkehrsunfälle gab es 2018, im Jahr zuvor waren es etwa 100 mehr. Zwölf Personen mussten im Straßenverkehr ihr Leben lassen, 2017 waren es noch 16. Die häufigsten Unfallursachen sind Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Einfahren, danach überhöhte Geschwindigkeit und ein fehlender Sicherheitsabstand. Langfristig steigt die Zahl der Verkehrsunfälle aber: "Die Mobilität nimmt einfach zu", so Kopp. Auf die gut 176.000 Landkreisbürger kämen inzwischen fast 174.000 Autos.

"Bei uns kann man sich sicher fühlen - weil wir brave Leute sind und weil wir uns auf die Polizei verlassen können", so Landrat Siegfried Walch zufrieden: "Die Polizei sichert unsere Freiheit und unser unbeschwertes Lebensgefühl." Vor allem aber zur Gewalt gegen Einsatzkräfte musste der Landrat noch einige Worte loswerden: "Egal gegen welche Rettungs- oder Blaulichtorganisationen sich die Gewalt richtet, das ist völlig untragbar." 

xe

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