Presseinformation Interessengruppe "Rettet den Haidforst"

"Tag des Baumes" im Haidforst

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Der Haidforst ist kein "Stangerlwald", es befinden sich dort auch große, schützenswerte Buchen.

Traunstein - Jedes Jahr Ende April gibt es den internationalen Tag des Baumes, in Deutschland bereits seit 1952. Dies nahm die Interessengruppe "Rettet den Haidforst" zum Anlass, zu einem öffentlichen Treffen in den Haidforst einzuladen.

Schon am Nachmittag wanderte die Kreisvorsitzende des Bund Naturschutz Beate Rutkowski mit einer Gruppe Kindern durch den Wald. Dabei entdeckten sie innerhalb von zwei Stunden sage und schreibe 80 verschiedene Tier- und Pflanzenarten, also Bäume Sträucher, Blühpflanzen, Insekten, Vögel und andere Tiere. Die Kinder waren begeistert von der Artenvielfalt im Haidforst.

Gegen Abend war dann ein Spaziergang angesagt und eine größere Gruppe von Interessierten wanderte durch den Wald, der aktuell durch weitere geplante Gewerbeausweisungen der Stadt Traunstein in großer Gefahr ist. Die Stadt plant, dort abzuholzen, den Grund Gewerbebetrieben anzubieten, und das Areal durch einen neuen Kreisverkehr mit Tunnelbauwerk von Nordosten zu erschließen.

Katharina Stadler meinte: "Wir brauchen für die Gewerbesteuer endlich neue Lösungen, damit die Konkurrenz der Gemeinden um immer mehr Gewerbegebiete ein Ende hat." Mehrere Teilnehmer waren sich einig, dass sich die Abholzung eines weiteren Teiles des Haidforst nicht einmal finanziell für die Stadt rentieren wird, da die Kosten für eine Erschließung sicher für lange Zeit nicht durch Gewerbesteuer-Einnahmen amortisiert werden. Gerhard Lechner ergänzte:"Die geplanten 2,5 Millionen Euro für die Erschließung über Kreisverkehr und Unterführung glaube ich nie, wenn ein Radlstreifen am Klosterberg schon 400.000 Euro kostet."

Dr. Rainer Schenk sorgte sich: "Wenn es uns nicht bald gelingt, im Einklang mit der Natur zu leben, werden die Probleme unbeherrschbar, und auch der Haidforst ist für unsere Zukunft ein unverzichtbarer Mosaikstein". Helga Mandl sagte hierauf: "Gerade nach dem heißen Sommer 2018 und der jetzt schon für 2019 befürchteten Dürre muss Wald unbedingt erhalten bleiben" und Gerhard Lechner ergänzte: "Bitte denkt daran, wie wichtig der Haidforst für unser Mikroklima ist". "So etwas darf keinesfalls geopfert werden", sagte Beate Rutkowski und zeigte den Teilnehmern die wertvollen Buchenwaldbereiche.

Schließlich wunderte sich Johann Kainz, dass Oberbürgermeister Kegel das Projekt weiterverfolgt: "Ich verstehe nicht, dass Herr Kegel auf der Schüler-Demo für das Klima 'Fridays for Future' in Traunstein eine Rede hält und gleichzeitig neun Hektar Wald im Haidforst schnellstmöglich abholzen will", so Kainz.

Claudia Lahr, die die Veranstaltung zusammen mit Beate Rutkowski geleitet hatte, freute sich über den guten Besuch und sagte: "Unsere 'Rettet den Haidforst'-Gruppe wird weitere Veranstaltungen machen, die nächste bereits Ende Mai, denn 'was man liebt, das schützt man'".

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