Tat im Wasserburger Inn-Salzach-Klinikum

Sex-Übergriff von psychisch Krankem: Das Urteil

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  • Xaver Eichstädter
    Xaver Eichstädter
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Wasserburg/Traunstein - Im Februar 2016 hatte ein Mann im Inn-Salzach-Klinikum versucht, eine geistig behinderte Mitpatientin auf der Herrentoilette zu vergewaltigen. Seit Dienstag wird der Fall vor der Ersten Strafkammer am Landgericht Traunstein neu aufgerollt.

Update, 13.40 Uhr: Das Urteil

Das Gericht ist sich sicher: Der Angeklagte muss weiterhin in einem psychiatrischen Einrichtung bleiben. Eine andere Unterbringung in Freiheit käme nicht infrage, weil er für die Allgemeinheit gefährlich sei, erklärt der vorsitzende Richter Klaus Weidmann: "Ähnliche Sexualdelikte oder auch Aggressions- oder Brandstiftungsdelikte wären beim Beschuldigten zu erwarten."

Der psychisch kranke Mann stand wegen "versuchten schweren Missbrauchs von widerstandsunfähigen Personen" vor Gericht. Im Februar 2016 hörte eine Pflegekraft des Inn-Salzach-Klinikums in Wasserburg aus der Toilette nur ein "Wimmern". Sie sah sofort nach: Der Beschuldigte stand mit erigiertem Glied hinter einer Mitbewohnerin mit heruntergezogener Unterwäsche. "Willst Du sie vergewaltigen?", fragte die Frau den Beschuldigten. Er wandte sich ab. Ein Eindringen konnte nicht nachgewiesen werden.

Wegen der psychischen Erkrankung sei der Beschuldigte nicht schuldfähig, erklärt Richter Weidmann. Er leidet an einer Intelligenzminderung und einer dissozialen Verhaltensstörung - trotzdem sei dem Beschuldigten klar gewesen, dass er Unrecht tat, sagt Weidmann. Auch das Opfer leidet unter einem Handicap, hat einen IQ zwischen 20 und 30 und kann nicht wirklich sprechen: "Aber auch ein Wimmern ist als Ausdruck des Unwohlseins zu deuten", meint das Gericht.

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Vorbericht

Der Täter, der 38-jährige Markus E., war in einem ersten Prozess als schuldunfähig eingestuft und in ein Pflegeheim eingewiesen worden. Nach Informationen von Radio Charivari war das Urteil aber anschließend vom Bundesgerichtshof aufgehoben und an das Landgericht zurückverwiesen worden.

Die Schuldunfähigkeit durch die psychische Erkrankung des Angeklagten wird nun erneut geprüft, wie das Oberbayerische Volksblatt am Mittwoch nun berichtet. Dem Bericht zufolge hatte sich der Täter damals genau in dem Moment an die Frau, die sich nicht artikulieren kann, herangemacht, als das Klinikpersonal durch den Schichtwechsel abgelenkt war. Eine Pflegekraft war auf das Wimmern der Frau aufmerksam geworden und hatte im letzten Moment Schlimmeres verhindert.

Am ersten Verhandlungstag sagten mehrere Kripobeamte aus Rosenheim sowie Mitarbeiterinnen des Krankenhauses aus. Der Angeklagte verfolgte die Verhandlung laut OVB höchst unkonzentriert und soll andauernd auf seine Schuhe gestarrt haben. Die Verhandlung wird am Mittwoch um 9 Uhr fortgesetzt. Plädoyers und ein Urteil werden erwartet.

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Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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