ChG-Schulleiter verabschiedet

Ruhestand für Klaus Kiesl nach fast 20 Jahren an Spitze des Chiemgau-Gymnasiums

Traunstein - In diesem Jahr ist alles anders. Auch die Verabschiedung eines Schulleiters kann natürlich in Corona-Zeiten nicht wie sonst üblich in einem großen Festakt begangen werden. Ganze sieben Veranstaltungen organisierte die Schule am Ende des Schuljahres, um Klaus Kiesl Lebewohl zu sagen.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:


Fünf davon für jeweils 15 bis 20 geladene Gäste, eine für die Schüler und eine für die Lehrer. Bundesminister a. D. Dr. Peter Ramsauer unterstrich die gute persönliche Beziehung und die langjährige Verbindung mit der Schule. Die politische Bildung der Jugendlichen liege ihm sehr am Herzen. Gerne nehme er sich jedes Jahr die Zeit, die Schülerinnen und Schüler des Chiemgau-Gymnasiums bei ihrer Berlinfahrt zu treffen und mit ihnen zu diskutieren.

Der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien Oberbayern-Ost, Ltd. Oberstudiendirektor Richard Rühl, kennt Klaus Kiel schon seit ihrer gemeinsamen Zeit der Abordnung ans Kultusministerium. Er ließ dessen Jahre am ChG seit Februar 2001 Revue passieren. Bereits zu deren Beginn habe Kiesl schwierige Aufgaben mit Gelassenheit und dem nötigen Weitblick bewältig, die Schulaufsicht musste da nie tätig werden. In den zwei Jahrzehnten habe sich Kiesl immer auf Neues einstellen müssen, so zum Beispiel auf die Umstellung vom G8 aufs G9 die Budgetierung der Lehrerstunden, die Ganztagsschule und vieles mehr. Er habe dabei nicht jede Mode mitgemacht, sondern immer darauf geachtet, was sich wirklich lohnt.


Landrat Siegfried Walch formulierte in seinem Grußwort seinen Respekt vor der Leistung, die größte Schule des Landkreises über Jahrzehnte souverän geführt zu haben und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis als Sachaufwandsträger der Schule. Kiesl habe vor fast 20 Jahren ein gut bestelltes Haus übernommen, habe es konsequent weiterentwickelt und dabei immer den Bildungsanspruch des Gymnasiums hochgehalten. Nun könne er seinem Nachfolger eine Schule übergeben, die für die Zukunft hervorragend aufgestellt sei.

Kiesl war einer der ersten, denen Dr. Christian Hümmer das Abitur überreichte

Der Traunsteiner Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer ist dem Chiemgau-Gymnasium nicht nur deshalb verbunden, weil sein Sohn diese Schule besucht: Er verriet den Festgästen in seinem Grußwort, dass er einer der ersten Abiturienten war, dem Kiesl 2001 das Abiturzeugnis überreichen durfte. Dass er nun auf dessen Verabschiedung sprechen dürfe, habe er sich damals natürlich nicht träumen lassen. OB Hümmer hob die Bedeutung des Chiemgau-Gymnasiums hervor, habe doch diese Schule den Grundstein für Traunsteins Entwicklung zur Schul- und Behördenstadt gelegt.

Der Elternbeiratsvorsitzende Sebastian Ring bedankte sich bei OStD Kiesl für die vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Sie hatten immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Elternschaft, sind auf unsere Anregungen stets eingegangen und haben immer versucht, eine Lösung zu finden."

Auch der Vorsitzende des Vereins der Freunde des Chiemgau-Gymnasiums, Ludwig Harkotte, der Direktor des Studienseminars St. Michael, Wolfgang Dingreiter, sowie die Mitglieder des Personalrats der Schule würdigten die gute Zusammenarbeit über viele Jahre hinweg.

Ein besonderes Highlight war für Oberstudiendirektor Kiesl anlässlich seines bevorstehenden Ruhestands ein mehrseitiger persönlicher Brief des emeritierten Papstes Benedikt XVI., in dem dieser u.a. über seine Schulzeit in Traunstein berichtet und gute Wünsche übermittelt.

Kiesl: „Der Tradition verpflichtet – und offen für Neues“

Der künftige OStD a.D. Kiesl betonte, das Wohl der Schülerinnen und Schüler sei für ihn immer die Triebfeder seines Handels als Schulleiter gewesen. Dabei habe für ihn immer der Grundsatz gegolten: „Pädagogisches vor Organisatorischem“. Bildung und Erziehung hätten für ihn immer im Mittelpunkt gestanden. Für deren gutes Gelingen die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, habe er stets als seine Kernaufgabe gesehen. 

Dabei habe er über all die Jahre hinweg immer getreu seinem Motto gehandelt: „Der Tradition verpflichtet – und offen für Neues“. Das Neue sei in den letzten zehn Jahren vor allem die Digitalisierung gewesen. Diese mit der konsequenten Fortentwicklung der IT-Ausstattung und der Einrichtung ersten Tablet-Klasse im südostbayerischen Raum schon früh voranzutreiben, habe sich gerade angesichts der derzeitigen Lage aufgrund der Corona-Pandemie als der richtige Schritt erwiesen, wie die überaus positiven Rückmeldungen aus der Elternschaft gezeigt hätten.

Kiesl dankte der Schulaufsicht für die nötige Rückendeckung, dem Landkreis für die Unterstützung als Sachaufwandsträger, besonders bei größeren Projekten wie dem Bau der Neuen Aula, und der Stadt für die fruchtbare Zusammenarbeit, z.B. beim Sport, Schülerfahren oder gemeinsamen Aktionen.

Besonders freute sich Klaus Kiesl über die eigentlich aus der Not geborene, aber im Rückblick absolut gelungene Form, Abschied nehmen zu können, und zeigte sich sichtlich bewegt, in verschiedenen Begegnungsrunden mit allen Gästen persönlich sprechen zu können.

Pressemitteilung des Chiemgau-Gymnasium

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