Schulklasse besucht Wettetrstation auf der Zusspitze

Wetterbeobachtungen auf 2.600 Metern Höhe

+

Traunstein - Eine Schulklasse des Chiemgau Gymnasiums Traunstein machte eine Excursion zur Wetterstation auf der Zugspitze. Dabei konnten die Schüler auch einen Eindruck von den Folgen Klimaerwärmung bekommen.

Pressemeldung im Wortlaut: 


Messstationen auf  2.600 Metern Höhe

Das ist ja der Gipfel! Geographie-Kurs des Chiemgau-Gymnasiums auf der Zugspitze „Just for fun“ und vor allem die hohe Wissenschaft trieben uns hinauf auf die Zugspitze. Beide Aspekte ergänzen sich dort nahezu perfekt. So befinden sich auf dem wohl bekanntesten Berg Garmisch-Partenkirchens mit seinem landeshöchsten Gipfel von 2.962 Metern Höhe herausragende Einrichtungen für Forschung und Meteorologie.

Die „Umweltforschungsstation Schneefernerhaus“ ist ein Zentrum für Höhen -und Klimaforschung in Bayern und zusammen mit der Messstation in Hohenpeißenberg eine von weltweit 31 Global-Atmosphere-Watch-Stationen zur Früherkennung von physikalischen und chemischen Veränderungen in der Atmosphäre. 


Permafrost vor Ort

Dank ihrer exponierten Lage in 2.600 Metern Höhe bietet hierfür die Messstation auf der Zugspitze ideale Bedingungen. Während der Führung durch die Forschungsstation wurden uns unter anderem sehr anschaulich zahlreiche Zusammenhänge atmosphärischer Prozesse erläutert, die wir teils aus dem Unterricht schon kannten. Wir erfuhren eine Menge über Arten und Methoden der Datenerhebungen insbesondere in dieser Höhe, bekamen die zahlreichen Messinstrumente auf den verschiedenen Dachterrassen erklärt und konnten schließlich in einem Stollen im Berg den Permafrost geradezu begreifen. Es gibt ihn noch, er wird an diesem Ort genauestens beobachtet und vermessen. 

Außenstelle des Deutschen Wetterdienstes (DWD)

Auch aktuelle Aspekte der Klimaveränderungen, deren Folgen und Zusammenhänge mit menschlichem Handeln wurden thematisiert. In Zusammenarbeit mit der „Umweltforschungsstation Schneefernerhaus“ steht die „Bergwetterwarte Zugspitze“, Außenstelle des „Deutschen Wetterdienstes“, einer Bundesbehörde mit Hauptsitz in Offenbach am Main. Die Bergwetterwarte befindet sich ganz oben auf dem Gipfel nur wenige Meter entfernt vom Gipfelkreuz. Die seit 1900 in Betrieb befindliche Wetterstation beeindruckt in dieser außergewöhnlichen Lage durch ihren markanten, quaderförmigen Baukörper. Ihre Dachterrasse überragt sogar das Gipfelkreuz der Zugspitze. Drinnen zwängten wir uns die sehr schmalen und steilen Treppen in die beiden oberen Stockwerke hinauf, in denen sich auf engstem Raum die modernen technischen Anlagen befinden. 

Klimaerwärmung nicht von der Hand zu weisen

In der Bergwetterwartemüssen das ganze Jahr rund um die Uhr Wetterbeobachtungen und Messungen vorgenommen werden, wichtige Voraussetzungen für genaue Wettervorhersagen. Daher werden diese Daten auch regelmäßig an die Zentrale in Offenbach übermittelt. An zahlreichen Messreihen veranschaulichte uns der Meteorologe, dass eine Klimaerwärmung nicht mehr von der Hand zu weisen ist. Auf der kleinen Dachterrasse des Gebäudes schließlich bestaunten wir neben den hochmodernen Messgeräten für Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Windrichtung und Windgeschwindigkeit, Sonnenscheindauer und Strahlung auch die Einzigartigkeit dieses höchst gelegenen Ortes Deutschlands. 

Spannungsfeld von Ökologie und Ökonomie offenbar

Besuchermagnet Zugspitze – ein Gipfel der hinsichtlich seiner ausladenden und vielfältigen, ja schon gigantischen erscheinenden Erschließung seinesgleichen sucht. Architektonische Meisterleistungen machten es möglich. Angesichts dieser Veränderung des ursprünglich eher kleinen und schroffen Berggipfels drängte sich uns am Ende die Auseinandersetzung mit dem Für und Wider, dem Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie bei einer derartigen Erschließung auf.

Quelle: Chiemgau Gynmasium Traunstein

Kommentare