Kliniken Südostbayern in Traunstein

Sechs Staatspreisträger: Pflegekräfte erhielten ihre Abschlusszeugnisse

Absolventen der Gesundheits- und Krankenpflegekräfe 2020
+
Bei der Abschlussfeier der Berufsfachs für Krankenpflege bekamen sechs Absolventen mit einem Notendurchschnitt bis 1,5 einen Staatspreis

Traunstein - Gleich sechs Staatspreisträger brachte der Abschlussjahrgang der Gesundheits- und Krankenpflegekräfte hervor - und das trotz der schwierigen Corona-Gegebenheiten:

Coronabedingt in einem etwas kleineren Kreis als gewöhnlich erhielten 23 frisch gebackene Gesundheits- und Krankenpflegekräfte im Bildungszentrum für Gesundheitsberufe der Kliniken Südostbayern AG ihre Abschlusszeugnisse. Bis auf einen Teilnehmer bleiben alle Absolventen im Unternehmen der Klinik-AG. Aufgrund ihrer herausragenden schulischen Leistungen mit einem Notendurchschnitt bis 1,5 übergab die stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber an Katharina Moucka aus Saaldorf-Surheim(1,1), Simone Mayer aus Ruhpolding (1,3) sowie Barbara Bamberger aus Traunstein, Marc-Kevin Greger aus Nußdorf, Magdalena Schlosser aus Surberg und Sophia Weidenpointner aus Waging am See (alle 1,4) Staatspreise der Regierung von Oberbayern.


Nicht zuletzt hätten sie wegen der gewaltigen Corona-Herausforderung intensive Ausbildungsjahre hinter sich, in denen sie reichlich Theorie vermittelt bekommen und die Praxis kennen gelernt hätten, betonte Schmidhuber. Aber wer sich dafür entscheide, für andere da zu sein und einen Beruf in der Pflege ergreift, sei stets hoch motiviert und engagiert.

Mit ihrem Wissen und Talent, begleitet von Vorbildern, hätten sie den Abschluss gemeistert. Ihr starker innerer Kompass solle sie nun auf dem weiteren Weg begleiten, denn ihr Beruf gehöre sicherlich mit zu den anstrengendsten, körperlich wie seelisch. Die stellvertretende Landrätin forderte sie auf, ihr Lächeln, wie sie es heute wegen ihres Abschlusses auf den Lippen haben dürfen, auch im späteren Alltag zu behalten, denn die beste Therapie und Medizin verliere ohne einfühlsame Begleitung an Bedeutung. Pflege beruhe auf Vertrauen und Vertrautheit. Sie hätten eine Berufung gewählt, bei der im besten Sinne der Mensch im Mittelpunkt stehe.


Sie würden dringend gebraucht, stellte Schmidhuber fest, bereits heute fehlten in den Pflegeberufen Fachkräfte. Andererseits sei Gesundheit das wichtigste Gut auf Erden. Deshalb sprach sie den Wunsch aus, dass die Begeisterung, mit der sie ihren Beruf ausübten, ein gutes Beispiel für viele junge Menschen sein, den wertvollen Pflegeberuf zu ergreifen.

Sie hätten ihre Ausbildung in schwierigen Zeiten mit einer herausragenden Leistung vollendet und alle das Examen bestanden, freute sich Schulleiter Lutz Krüger. Er würdigte die Leistungen und das Engagement der Lehrkräfte beim Unterrichtsmodell in Corona-Zeiten und bei der Begleitung während der Prüfungen, aber auch den Einsatz der Honorardozenten, Praxisanleiter in den Stationen sowie der Kooperationspartner bei der AWO, Caritas, Diakonie und den Kreisaltenheimen.

Krüger erinnerte daran, dass die Berufsfachschule für Krankenpflege Traunstein vor 60 Jahren als Krankenpflegeschule Traunstein gegründet worden sei. Später sei sie mit der Trostberger Berufsfachschule zusammengeführt worden. Inzwischen sei sie auf zwei Kurse sowie um eine Berufsfachschule für Operationstechnische Assistenz und die Berufsfachschule für Krankenpflege Bad Reichenhall gewachsen. Im Laufe der Zeit habe sich viel geändert, wie zum Beispiel aktuell die neue generalistische Pflegeausbildung, mit der man den richtigen Weg eingeschlagen habe.

Der Medizinische Direktor Dr. Stefan Paech betonte, dass Vorstand und Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern AG eine optimale Ausbildung und eine zufriedene Belegschaft ein großes Anliegen sei. Wegen der Corona-Pandemie sei Flexibilität, Einsatzbereitschaft und Improvisation notwendig geworden. Paech sah darin einen wertvollen Impuls für das spätere Berufsleben und Anlass, sich weiter zu entwickeln.

So habe beispielsweise die Digitalisierung mit Online-Sprechstunde oder Online-Unterricht schlagartig an Bedeutung gewonnen. Die Digitalisierung sei das entscheidende Thema der kommenden Jahre. Die Kliniken Südostbayern AG setze deshalb auf die Absolventen. Sie sollten auch die älteren Kollegen „mitnehmen“, bat er sie.

Die Pflege sei die wichtigste Berufsgruppe im Krankenhaus und müsse gesellschaftlich und finanziell mehr Anerkennung finden. Vor ihnen stehe die kollegiale Zusammenarbeit mit verschiedenen Berufsgruppen. Er riet ihnen deshalb, für Veränderungen offen zu bleiben und diese als Chance zu betrachten. Mut und Bereitschaft für Innovationen zu bewahren, gab er ihnen mit auf den weiteren Berufsweg.

Auch die Pflegedirektorin der Kliniken Südostbayern AG, Manuela Großauer, ging auf das 60. Jubiläum der Krankenpflegeschule Traunstein ein. Bereits zehn Jahre zuvor sei in Heidelberg die erste Schwesternschule in der Bundesrepublik gegründet worden, die sich an internationalen Standards orientiert habe. Seit 1960 seien in der Traunsteiner Krankenpflegeschule rund 1500 Pflegekräfte ausgebildet worden. Dies entspreche in etwa dem heutigen Pflegepersonal der Kliniken Südostbayern AG.

Sie wies ebenso auf den kürzlich gegründeten „Ausbildungsverbund Pflege“ der Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land hin, mit dem die Zusammenführung der Kranken-, Kinder- und Altenpflege für die generalistische Ausbildung angebahnt worden sei. Dies mache die Pflege weiter stark. Von den Krankenpflegekräfte erwartete Großauer, dass sie sich und ihr Wissen aktiv einbringen. Auch im weltweiten Jahr der professionellen Pflege stehe die professionelle Pflege weiterhin im Rampenlicht und sei systemrelevant.

Traunsteins Zweite Bürgermeisterin Burgi Mörtl-Körner lobte die guten Leistungen gerade in schwierigen Zeiten wie diesen. In der Corona-Pandemie seien sie während der Ausbildung zudem an vorderster Front beteiligt gewesen. Sie hätten auf alle Fälle einen aufopferungsvollen Beruf gewählt, der Einfühlungsvermögen und Empathie brauche. Sie sollten den Patienten zuhören, lautete ihr Ratschlag. Ferner sollten sie die Möglichkeiten der Weiterbildung nutzen. Es sei schön, wenn die Pflege allgemein gelobt werde, aber auch das Finanzielle müsse stimmen.

Einen Rückblick auf die drei Ausbildungsjahre gab Klassenleiterin Annette Hawelka. Bis zur Corona-Pandemie habe man gemeinsam viel erlebt, wie zum Beispiel Kart-Fahren, Kochen, Bergwandern usw. Sie lobte die hilfreiche Unterstützung der Klassensprecher. Ihr Fazit über die Klasse lautete: begeisternd und belastbar, aber auch anstrengend. Dass sie eine herausfordernde Klasse waren, bestätigten auch die Klassensprecher Helena Ebert und Mark-Kevin Greger. Ihr Fazit lautete: die positiven Ereignisse überwogen.

Bjr

Kommentare