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„Ich hab Dich extra gefahren, jetzt kann ich Dir auch einen blasen“

Sex-Übergriffe auf betrunkene Männer im Traunsteiner Nachtleben - Urteil am Amtsgericht

An der Kreuzung Wasserburger Straße/Herzog-Wilhelm-Straße in Traunstein wurden die sexuellen Übergriffe auf betrunkene Männer eingefädelt.
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An der Kreuzung Wasserburger Straße/Herzog-Wilhelm-Straße in Traunstein wurden die sexuellen Übergriffe auf betrunkene Männer eingefädelt.

Sie waren nachts betrunken auf Taxi-Suche und tappten dann in die Sex-Falle: Von einem „gezielten Vorgehen gegen alkoholisierte junge Männer“ sprach die Richterin - und verhängte am Traunsteiner Amtsgericht ein Urteil nahe an der Haftstrafe.

Traunstein - Es war immer wieder dieselbe Masche, mit der er im Traunsteiner Nachtleben junge Männer kennenlernen wollte. Zumindest in drei Fällen ging er dabei eindeutig zu weit: Am Mittwoch (30. November) wurde ein 41-Jähriger vom Amtsgericht wegen sexueller Nötigung verurteilt. Der Mann bot in den frühen Morgenstunden an den Wochenenden betrunkenen Männern an, sie heimzufahren - und wurde dann übergriffig. Zwei Jahre Haft auf Bewährung lautet das Urteil. „Bei der kleinsten Kleinigkeit müssen Sie ins Gefängnis“, warnte Richterin Maria Riedl.

Von der Mitfahrgelegenheit zum Sex-Übergriff

Ich wollte bisschen was dazuverdienen und auf dem Weg jemanden kennenlernen“, war der verschuldete Angeklagte geständig. Also fuhr er an den Wochenenden nachts immer wieder zur Kreuzung Wasserburger Straße/Herzog-Wilhelm-Straße - dort, wo auch die richtigen Taxis auf Nachtschwärmer warten. Interessiert war der 41-Jährige aber nur an Männern. „Ich habe dann bestimmte sexuelle Themen angesprochen, um herauszuhören, wie er orientiert ist“, beschrieb er seine Taktik. Sonst sei es immer einvernehmlich abgelaufen, wohl aber nicht in drei Fällen heuer im April. Die Polizei schaltete deswegen auch die Öffentlichkeit ein.

Am 10. April blieb es dabei, dass der Angeklagte einem 19-Jährigen auf der Fahrt nach Waging einige Male unerwünscht über den Oberschenkel streichelte. Eine Woche später traf es einen betrunkenen 24-Jährigen. In der Nähe der Wochinger-Brauerei zwang er dem jungen Mann Zungenküsse auf und drückte dessen Kopf bis zu seiner Penisspitze. Der 24-Jährige konnte flüchten. Die dritte Tat endete am 30. April auf dem Waginger Lidl-Parkplatz. Diesmal war der Beifahrer 26. Zuerst griff der Angeklagte durch dessen Hosenschlitz, wollte den jungen Mann küssen und verlangte Oralverkehr: „Komm schon, ich hab Dich extra nach Waging gefahren, jetzt kann ich Dir doch einen blasen“, sagte der 41-Jährige.

Seine Masche kannte die Polizei schon lange - nur zum Problem wurde sie nie

„Ich habe die Situationen falsch eingeschätzt“, erklärte der Angeklagte sein Fehlverhalten. „Ich habe eigentlich gemerkt, dass kein Einverständnis da war. Mir ist es furchtbar peinlich“, so der Mann. Zwei der jungen Männer hätten nach den Taten bei der Polizei geweint, seien völlig aufgelöst gewesen, berichteten es Beamte als Zeugen. Für sie ist der Angeklagte kein Unbekannter: „Mit dieser Art, aus dem Auto heraus, ist er bei uns schon seit 2004 polizeilich bekannt.“ Für seine Masche habe er eigens Visitenkarten gehabt. Einschlägig vorbestraft ist der 41-Jährige aber nicht.

Zusätzlich zur zweijährigen Bewährungsstrafe bekam der Mann vom Traunsteiner Amtsgericht auch eine Therapie für Sexualstraftäter auferlegt. „Sie haben die Alkoholisierung junger Männer ausgenutzt, um schneller ans Ziel zu kommen“, so Richterin Maria Riedl. Schon während der Verhandlung zeigte sich der 41-Jährige immer wieder offen für eine Therapie: „Vielleicht kann mir da jemand behilflich sein...“

xe

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