Unterwegs in Traunstein

Kunden und Betreiber berichten: Der Montagmorgen in Bau- und Gartenmärkten

Beim hagebaumarkt in Traunstein herrscht ein reges Kommen und Gehen, aber kein Ansturm wie nach dem ersten Lockdown. Verena Fischerauer freut sich, endlich wieder dort einkaufen zu können.
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Beim hagebaumarkt in Traunstein herrscht ein reges Kommen und Gehen, aber kein Ansturm wie nach dem ersten Lockdown. Verena Fischerauer freut sich, endlich wieder dort einkaufen zu können.

Wieder endlose Schlangen vor Bau- und Gartenmärkten wie nach dem ersten Lockdown? chiemgau24.de hat sich am Montagmorgen in Traunstein ein Bild der Lage gemacht.

Traunstein - „Auch wenn das Risiko bestand, dass ich lange anstehen muss: Ich habe mich einfach zu sehr darauf gefreut, wieder mal in den Baumarkt zu können. Also bin ich heute gleich in der Früh hergekommen“, berichtet Verena Fischerauer gegenüber chiemgau24.de. Zusammen mit etwa einem halben Dutzend Leute steht sie an diesem Montagmorgen kurz vor der Eröffnung um 8 Uhr vor dem hagebaumarkt in Traunstein an. „Es hat sich so einiges angesammelt, das ich nun einkaufen will.“

Ab Montag, den 1. März dürfen Garten- und Baumärkte, Blumenläden und Baumschulen - unter gewissen Auflagen - wieder öffnen. Bis dahin durften sie nur Handwerker und Fachkundschaft einlassen. Zudem sind neben Friseurbesuchen in Bayern auch wieder andere körpernahe Dienstleistungen erlaubt. Dies gab die Staatsregierung auf einer Pressekonferenz am Dienstag bekannt (Plus-Artikel).

Reges Kommen und Gehen aber kein Ansturm wie nach dem ersten Lockdown

„Nach Bekanntgabe der Wiedereröffnung haben wir uns sofort um die Warenbeschaffung und vor allem um die schnelle Lieferung unserer Pflanzenware gekümmert, um unseren Kunden unser Sortiment im größten Umfang wieder anzubieten“ berichtete Christina Brunnhuber, Zuständige für Öffentlichkeitsarbeit bei der Jos. Schneider GmbH, die mehrere hagebaumärkte in Region betreibt, gegenüber chiemgau24.de am Freitag. „Aber auch alle Maßnahmen zur Hygieneeinhaltung haben wir vorbereitet.“

Andreas Walch kauft an diesem Montag im hagebaumarkt Traunstein Blumen zum Dekorieren und eine Schilfrohrmatte ein. Matthias Titze Baumaterial.

An diesem Montagmorgen nun herrscht in dem Baumarkt ein reges Kommen und Gehen. Von einem so massiven Ansturm, wie nach dem ersten Lockdown (Plus-Artikel) kann aber keine Rede sein. Materialien für Heimwerkerprojekte und Blumen für den Garten oder Balkon finden sich in den meisten Einkaufswägen. „Ich habe heute ein paar Blumen zum Dekorieren und eine Schilfrohrmatte für den Balkon als Sichtschutz gekauft“, berichtet Andras Walch. Matthias Titze konnte als Gewerbetreibender schon im Lockdown hier einkaufen. Trotzdem muss er nochmal dringend Baumaterial für die Räumlichkeiten seines Edelpilzzucht-Startups „Heimstamm“ in Ruhpolding holen. „Zum Glück ist nun doch nicht so viel los.“

Den Frühling mit neuen Pflanzen begrüßen, das scheint auch das Ziel der durchaus zahlreichen Kunden, die ab 9 Uhr zu dessen Eröffnung in das Dehner Gartencenter zum einkaufen kommen. „Die Abwechslung ist mal schön und wir wollen auch unseren Balkon wieder herrichten“, berichtet eine Kundin dort. „Dazu habe ich auch noch Blumenerde, Blumenkübel, Haken zu deren Befestigung und so weiter gekauft.“

Team musste kurzfristig wieder zusammengetrommelt werden

Auch bei Büchele Garten & Wohnkultur ist einiges los. „Wir sind extra von Berchtesgaden hergefahren“, berichten Tina Jacoby und Johanna Koll. Frühlingsblumen, Erde und Pflanzen stehen auf ihrem Einkaufszettel. „Bei mir sind es Blumen, sowohl für die Wohnung als auch für die Grabpflege“, berichtet eine andere Kundin. „Da war es schon höchste Zeit, dass wieder etwas neues angepflanzt wird.“

Tina Jacoby und Johanna Koll sind extra aus Berchtesgaden zu Büchele Garten & Wohnkultur in Traunstein gefahren.

„Wie alle anderen haben auch wir erst am Dienstag erfahren, dass wir wieder für Privatkunden öffnen dürfen“, berichtet Jens Kohl, Bereichsleiter Grün bei Büchele. „Während des Lockdowns hatten wir nur 5 Mitarbeiter hier im Geschäft. Nun galt es so schnell wie möglich das ganze Team zusammenzutrommeln und das Geschäft für die Wiedereröffnung vorzubereiten. Da mussten dann alle mit anpacken beim Einräumen der Waren, inklusive dem Büro-Team. Zeitweise war hier alles vollgestellt mit etwa 150 Paletten mit Neuwaren.“

Neuer Lockdown wäre „absoluter Alptraum“

Der Lockdown habe ihnen sehr zugesetzt, so Kohl weiter. „Pflanzen sind nun mal lebendig. Die kann man nicht so ohne weiteres bis zur Wiederöffnung einlagern, sondern muss weiter für Bewässerung, richtige Temperatur und so weiter sorgen.“ Click & Collect und Fachkundschaft hätten ihnen nicht viel gebracht. „Was wir bieten, ist ein Einkaufserlebnis. Die Leute kommen zu uns, um zu shoppen, zu stöbern, Sachen zu entdecken. Das kann man im Lockdown kaum ersetzen.“

Jens Kohl, Bereichsleiter Grün bei Büchele Garten & Wohnkultur in Traunstein ist froh, wieder öffnen zu können. Er fürchtet aber die Möglichkeit eines baldigen erneuten Lockdowns.

Kohl hofft nun, dass angesichts der von manchen Experten befürchteten dritten Welle ein neuer Lockdown kommen könnte. „Das wäre für uns der absolute Alptraum“, erklärt er.

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