SPD-Bundestagsfraktion in Traunstein

"Pflege muss uns mehr wert sein"

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Bärbel Kofler und Bärbel Bas in Traunstein.

Traunstein - Bei der Abendveranstaltung "Pflege muss uns mehr wert sein" war Bärbel Bas, stellvertretende Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, zu Gast in Traunstein.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Auf Einladung der heimischen Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler war Bärbel Bas, stellvertretende Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion nach Traunstein zu der Abendveranstaltung "Pflege muss uns mehr wert sein" gekommen. In ihrem äußerst interessanten Vortrag zeigte Bärbel Bas zeigte auf, welche Schritte von Seiten der SPD-Bundestagsfraktion unternommen werden, um die Situation für das Pflegepersonal, Pflegebedürftige und deren Angehörigen zu verbessern. "Im Kern geht es darum bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Eine gute tarifliche Entlohnung ist dabei wesentlich", so Bärbel Bas.


"Ein selbstbestimmtes Leben führen ist für viele Pflegebedürftige ein wichtiges Thema. Gerade ambulante Pflegedienste leisten einen großen Beitrag dazu, dass Menschen, die regelmäßig auf Hilfe im Alltag angewiesen sind, zu Hause, in ihrer vertrauten Umgebung, wohnen bleiben können", stimmte Bärbel Kofler in das Thema bei ihrer Begrüßung ein und stellte ihre Namensvetterin dem Publikum vor: "Es freut mich ganz besonders, dass meine Kollegin Bärbel Bas den weiten Weg aus Duisburg auf sich genommen hat, um mit uns heute Abend über die aktuelle Situation der Pflege zu diskutieren."

Auch Oberbürgermeister Christian Kegel begrüßte die Gäste kurz: "Wir leben in einer alternden Gesellschaft in der jeder für sich und für seine Angehörigen die bestmöglichste Pflege in Anspruch nehmen möchte. Das bedeutet allerdings im Umkehrschluss, dass Pflege für uns alle auch einen anderen Stellenwert einnehmen muss."


"Wie können wir zukünftig mehr Pflegekräfte gewinnen? Und welche Wohnformen können wir uns für Pflegedürftige vorstellen? Das sind die Fragen, denen wir uns stellen müssen", zeigte Bärbel Bas in ihrem Vortrag eingangs auf und führte weiter an: "Mit der Verabschiedung des Pflege-Sofortprogramms werden 13.000 Pflegestellen über die Krankenkassen finanziert. Für uns ist aber klar: Wir brauchen bessere Rahmenbedingungen für die Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger, denn nur so werden wir diese Stellen auch besetzen können. Wer echte Wertschätzung für die Pflege will, muss für gute tarifliche Entlohnung eintreten und dafür Sorge tragen, den Pflegeberuf für junge Menschen wieder attraktiver zu gestalten."

Bei der anschließenden Diskussion stellte eine langjährige Mitarbeiterin eines ambulanten Pflegedienstes die Frage, ob eine bessere Bezahlung auch für sie möglich sei, da sie bei einem privaten Träger ohne Tarifvertrag beschäftigt sei. Daraufhin antwortete Bärbel Bas: "Alle Beteiligten wissen, dass wir bald eine Lösung brauchen, wenn die Altenpflege ein attraktives Arbeitsfeld werden soll. Daher haben wir im Koalitionsvertrag festgehalten, dass in der Altenpflege flächendeckende Tarifverträge zur Anwendung kommen sollen. Das heißt, auch für private Träger würde dann der neu vereinbarte allgemeinverbindliche Flächentarifvertrag greifen. Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Pflege Rainer Brüderle, blockiert derzeit allerdings die Verhandlungen."

Michael Schönsmaul führte in seinem Wortbeitrag an, dass aus seiner Erfahrung für viele Pflegekräfte fehlende Anerkennung und Wertschätzung ihrer Leistung eine große Rolle spielen.Zudem forderte er auf, sich Gedanken über die Einführung einer 35-Stunden-Woche im Pflegebereich zu machen. Denn dadurch würden die Arbeitsbedingungen in diesem Bereich deutlich interessanter.

Bruno Mayer, selbst ehemalige Pflegefachkraft, stellte dar, dass für ihn der Pflege- und Gesundheitsbereich zur öffentlichen Daseinsvorsorge gehöre und der Ökonomisierung der Krankenpflege Einhalt geboten werden müsse. Einige weitere Wortmeldungen gab es u.a. zu den Arbeitsbedingungen im Pflegebereich, die verbessert werden sollten. Außerdem forderte eine Diskussionsteilnehmerin die Einführung einer Bürgerversicherung in der Pflege, die zu einer besseren Finanzierung führen würde.

Zum Schluss bedankte sich Bärbel Kofler bei ihrer Kollegin ganz herzlich für den informativen und spannenden Diskussionsabend.

Pressemitteilung Wahlkreisbüro Dr. Bärbel Kofler, MdB

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