Tourismus lebt von permanenter Innovation

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Traunstein - Die SPD-Kreistagsfraktion war im Gespräch mit dem neuem Tourismus-Chef des Chiemgau Tourismus e. V. Stephan Semmelmayr - neue Wege seien unabdingbar:

Um in der Tourismusbranche dauerhaft zu überleben, sei es unabdinglich stets neue Wege zu beschreiten. „Auch der Chiemgau-Tourismus muss sich immer wieder neu erfinden“, betonte stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser gegenüber dem neuen Geschäftsführer des Chiemgau Tourismus e. V. Stephan Semmelmayr. Die SPD-Kreistagsfraktion war sich einig, gerade die vielen Kleinvermieter in der Region nicht zu vernachlässigen, wenn es um tragfähige Gesamtkonzepte gehe. Seit Oktober ist er im Amt, der neue Geschäftsführer Stephan Semmelmayr und kann schon auf reichhaltige Erfahrungen im Tourismus-Sektor zurückblicken. Der in Freilassing aufgewachsene Tourismus-Chef ist nach Banklehre, BWL-Studium in Passau und Lehrertätigkeit an der Altöttinger Berufs- und Fachoberschule mit dem Besuch Papst Benedikt XVI. 2006 in die Tourismusbranche eingestiegen. Die Organisation des Papstbesuches war für ihn besonders interessant und lehrreich. Danach stieg er ins große Profigeschäft ein und wechselte zum Tourismusverband Flachau, in dem der Wintersport die zentrale Domäne darstellt. „Nach der Erfahrung bei einem österreichischen Tourismusverband muss ich sagen, dass der Landkreis Traunstein mit seinem Verband für bayerische Verhältnisse sehr professionell aufgestellt ist“, betonte Semmelmayr.

Auf dieser Basis könne man sich gut weiterentwickeln. Konkret bedeute das für ihn, dass der gesamte Landkreis, also auch der Norden einbezogen gehöre, da auch Handwerker und Industrie (viele Firmen werben mit den Freizeitmöglichkeiten der Region um sehr gut ausgebildete Nachwuchskräfte) davon profitieren, wenn der Tourismus boome. Auf seiner Tour durch den Landkreis habe er sich bei vielen Gemeinden ein Bild vom Tourismus vor Ort machen können. „Tatsache ist, dass hier der Tourismus mit den Kleinvermietern groß geworden ist“, bestätigte er und auch Ruhpoldings Kreisrat Michael Mayer. Der gemeinsame Grillabend mit Gästen und das gegenseitige Kennenlernen der Gäste sei ein Pluspunkt, der im familiären Fremdenverkehr nicht zu unterschätzen sei. Dennoch, so Sepp Konhäuser, habe sich hier ein Wandel ergeben: viele dieser Vermieter haben einen anderen Hauptberuf, außerdem seien die Ansprüche der Gäste gestiegen.

Sepp Zeller vom Zellerhof in Ruhpolding habe hierauf reagiert: „Noch in den 70er Jahren reichte eine Etagendusche, in den 80ern musste es schon Zimmer mit Dusche sein und heute haben wir einen Wellnessbereich mit Schwimmteich und Ruhezonen am Hof eingerichtet.“ Nur so konnten die Gästezahlen konstant gehalten werden. Genau diese Motivation zur Innovation müsse erhalten werden, so Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler. Denn ohne Kleinvermieter werde der Tourismus in der Region nicht wachsen können, auch wenn die großen Hotels und Bettenburgen ihre Daseinsberechtigung haben und sogar wichtig sind, weil auch diese einen Großteil der Gäste anziehen. Fraktionssprecherin Traudl Wiesholer-Niederlöhner betonte (mit Blick auf den Tourismusverband), dass sich die Kleinvermieter organisieren wollen, ihnen aber die Plattform hierzu fehle. Bei Entscheidungen mit Tragweite im Tourismus gebe es keinen Vertreter am gemeinsamen Beratungstisch, gab SPD-Kreisvorsitzender Dirk Reichenau zu bedenken. Im Verband sollte man daher Anstrengungen unternehmen, die Kleinvermieter so zu unterstützen, „dass sie mit den gestiegenen Anforderungen mithalten können“, forderte Konhäuser.

Der Landratsstellvertreter wünschte sich zudem, die wertvollsten Güter der Region (Landschaft, Natur und Kultur) im Tourismus besser zu vermarkten. Traunsteins Altoberbürgermeister Fritz Stahl erinnerte daran, dass Gäste nur kommen, wenn sie sich hier wohl fühlen. Qualität und Angebote müssen daher passen und zeitgemäß sein. Monika Berlitz und die Fraktionsvorsitzende plädierten dafür, wichtige Zielgruppen, wie Radurlauber (mit Einmalübernachtungen) oder Senioren mit Spezialangeboten gesondert zu bewerben.

sts

Rubriklistenbild: © red

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