In Übersee gibt es 500 fördernde Mitglieder:

Neue soziale Netzwerke für Senioren

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Traunstein - "Engagement in der Seniorenarbeit – im Alter gut versorgt", unter diesem Motto will die Stadt neue Konzepte zur Betreuung im Alter entwickeln.

„Wir brauchen neue Formen sozialer Netzwerke“ „Engagement in der Seniorenarbeit – im Alter gut versorgt“, diesem Thema widmeten sich am Donnerstag rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einer Veranstaltung im Rahmen der Seniorenkonferenz des Landkreises Traunstein. Im Mittelpunkt standen dabei Möglichkeiten der Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Kräften bei der Versorgung und Betreuung von Senioren. Fazit: Ehrenamtliche und Profis können sich ideal ergänzen.

Eingeladen hatten dazu die Seniorenbeauftragte des Landkreises Angelika Hackner und der Leiter der Freiwilligenagentur Florian Seestaller. Die Grüße von Landrat Siegfried Walch, der wegen anderen terminlichen Verpflichtungen der Veranstaltung fernbleiben musste, überbrachte seine Stellvertreterin Resi Schmidhuber.

Prominentester und zugleich gewohnt tiefgründiger Redner der Veranstaltung war Landtagspräsident a.D. Alois Glück. Er stellte in seinen Ausführungen das Stichwort „Sozialkultur“ in den Vordergrund.Die Menschen lebten nicht nur von Essen und Trinken, sondern in mindestens ebenso starkem Maß von menschlicher Zuwendung. Viele Senioren drohten jedoch zu vereinsamen. „Wir brauchen deshalb neue Formen sozialer Netzwerke“, so Glücks Schlussfolgerung. Ehrenamtlich erbrachte Leistungen seien keine Notlösung, sondern ein Wert für sich. Vor allem bei Senioren seien Lebensnähe und ein großer persönlicher Erfahrungsschatz damit verbunden. Allerdings bräuchten ehren- und hauptamtliche Kräfte ein gutes Maß an Sensibilität, um gemeinsam erfolgreich zu sein und einen wechselseitigen Nutzen ziehen  zu können.

Erika Stefanutti berichtete über die Bedeutung des vorbildlich geknüpften ehrenamtlichen Netzwerks in ihrer Heimatgemeinde Übersee. Der dort seit vielen Jahren etablierte, von Kirche und Gemeinde getragene Helferkreis mit seinen rund 500 fördernden Mitgliedern  übernehme zwar keine pflegerischen Tätigkeiten, jedoch sehr viele Aufgaben, die darüber hinaus nötig seien, um alten Menschen die Lebensqualität zu sichern. Dazu gehörten etwa Fahrten zu Arzt, Friseur, Gottesdiensten und Behörden, Hilfen beim Einkaufen, die Auslieferung von Essen, die kurzzeitige Unterstützung pflegender Angehöriger und eine Menge andere Handreichungen  des täglichen Lebens. Zudem werde ein wöchentlicher Krankenhaus-Besuchsdienst angeboten. „Damit wir Hilfe zur Selbsthilfe leisten können, sind wir mit vielen sozialen Einrichtungen und Organisationen eng vernetzt“, so Erika Stefanutti.

Dr. Gerhard Binder, Hausarzt und stellvertretender Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbands Traunstein, lobte ausdrücklich diese Art von Engagement. „Zur Rundum-Versorgung vor allem pflegebedürftiger Menschen gehört nicht nur das Waschen und Füttern, sondern viel menschliche Zuwendung, für die im professionellen Pflegebetrieb oft keine Zeit mehr ist.“ In vielen Altenheimen mangle es an qualifizierten Pflegekräften, dafür borde die bürokratische Dokumentationspflicht jedoch über. Auch die ambulante Pflege unterliege einem strengen Zeittakt mit wenig Spielraum. Dr. Binder: „Es ist deshalb ganz wichtig, dass wir Ehrenamtliche  haben, die sich Zeit für die vielen Bedürfnisse betroffener Menschen nehmen können.“

In Arbeits- und Gesprächsgruppen konnten sich die Teilnehmer über ihre Erfahrungen austauschen und gegenseitig näher kennenlernen. Angelika Hackner und Florian Seestaller über den Erfolg ihrer Veranstaltung: „Eine Initiative konnte von der Erfahrung der anderen profitieren. Insgesamt sind wir damit unserem Ziel, die ehrenamtlich tätigen Menschen in unserem Landkreis zu stärken und zu motivieren, einen guten Schritt naher gekommen.“

Pressemeldung LRA Traunstein

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