Einmal wurde es wirklich anzüglich in Traunstein

Sauber "derbleckt": So traf es die Politiker am Starkbierfest

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Fastenprediger Albert Rosenegger (links) und "Petrus" Willi Schwenkmeier beim Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein.

Traunstein - Der Zeitpunkt hätte besser nicht sein können: Kurz vor der Kommunalwahl bekam die Politik in Stadt und Landkreis beim Starkbierfest im Hofbräuhaus nochmal ordentlich eingeschenkt. 

Ein frisches Starkbier, einen ehrwürdigen "Petrus", einen findigen Fastenprediger - und die Adressaten direkt vor der Nase: Mehr braucht es nicht für ein gelungenes Politiker-Derblecken, wie es das Hofbräuhaus am Samstag in Traunstein wieder auf die Beine stellte. "Derbleckt ist man schnell, aber ob die Derbleckten auch was daraus lernen wollen ist eine andere Frage", machte "Petrus" Willi Schwenkmeier in der Einleitung Lust auf die Fastenpredigt. 


Alle mit politischem Rang und Namen in Stadt und Landkreis Traunstein waren gekommen und bekamen ihr Fett von Fastenprediger Albert Rosenegger weg. Mal mehr, mal weniger. Bis auf eine Ausnahme: "Ist die Bärbel Kofler da? Nicht? Gut, dann muss ich sie auch nicht erwähnen." 

Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 in Traunstein

Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein
Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein © xe
Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein
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Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein
Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein © xe
Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein
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Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein © xe
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Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein
Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein © xe
Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein
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Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein
Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein © xe
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Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein © xe
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Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein © xe
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Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein © xe
Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein
Fotos: Politiker-Derblecken und Starkbierfest 2020 im Hofbräuhaus Traunstein © xe

"Ramsauer - nicht jeder mag ihn, aber jeder wählt ihn"

Als erster musste Bundestagsabgeordneter Peter Ramsauer auf die Zähne beißen: "Er wird heute einen entspannten Abend haben. Wir haben ja schließlich keinen Untersuchungsausschuss, in dem man gegen politische Freunde aussagen muss", so Rosenegger - und dann holte er aus: "Den schwarzen Peter kennt bei uns ein jeder, es mag ihn nicht ein jeder, aber es wählt ihn ein jeder." 

Nach dem Anzapfen beim ersten Prosit, von links: Oberbürgermeister Christian Kegel, Bierkönigin Veronika Ettstaller, Junior-Bräu Maximilian Sailer, Birgit Sailer, Bernhard Sailer.

Mit CSU-Parteikollegen Alois Glück wurde dagegen sanfter umgegangen: "Er ist wie ein politischer Estrichleger", so Rosenegger zu Glück, der immer wieder als Moderator an Runde Tische geladen wird: "Er gleicht alles aus, was nicht eben ist." Die Landrats- und Oberbürgermeisterkandidaten traf es da schon härter.

Die Traunsteiner OB-Kandidaten

"Als ehemaliger Lehrer geht unser Oberbürgermeister davon aus, ohnehin gescheiter zu sein als die anderen", begann Albert Rosenegger bei Christian Kegel - um sich gleich danach umso ausführlicher mit seinem Herausforderer Christian Hümmer zu beschäftigen. Seine Wahlplakate mit Cappuccino-Tasse in der Hand vertreibe zumindest die Angst im Rathaus, dass die Kaffeepause abgeschafft werden könnte. Außerdem sei es auffällig, wie oft er vom Bildungs-Campus rede, obwohl das "nicht auf seinem Mist gewachsen" sei.

Albert Rosenegger

Die Traunsteiner würden aber eh oft erstmal Außenseiter wählen und nicht ihren eigentlichen Favoriten, so der Fastenprediger, nach dem Motto "Der wird's eh nicht" - und dann bekomme der Kandidat oft doch eine Mehrheit. Ob hier mancher vielleicht an OB-Kandidat Simon Steiner dachte? Auch für ihn hatte Albert Rosenegger einen Seitenhieb parat: "Bei seinen Baustopp-Forderungen, da bräuchte es künftig Liegestühle im Bauamt."

Anzüglich gegen Walch, "Orden" für Sengl

Eine gescherte Anekdote hatte Rosenegger auch für den Landrat parat. Der jüngste Sturm habe ein großes Walch-Plakat umgeworfen: "Schau, die Sabine hat den Walch flachgelegt", habe der Nachbar Rosenegger erzählt, worauf er ihm entgegnete: "Also umgekehrt könnte ich's mir besser vorstellen." Und Walchs Gegenkandidat Sepp Konhäuser von der SPD? Der sei auf dem 2. Platz festgewachsen, "aber probieren kann man's ja immer wieder mal". 

Die Grünen-Herausforderin von Landrat Walch, Gisela Sengl, stand gleich doppelt im Mittelpunkt. Zuerst bekam sie vom Fastenprediger zu hören, ihr Lächeln trage langsam die "Spuren einer biodynamischen Verbissenheit", hernach erhielt sie dann von Willi Schwenkmeier den jährlich verliehenen Orden "Für nix und wieder nix". Sengl nahm es auf der Bühne mit sichtlicher Heiterkeit.  

Flächenverbrauch, Millionenspende, Brücken-Baupfusch

Doch es traf nicht nur die Lokalpolitiker - und Behörden - selbst, sondern auch ihre weniger gelungenen "Werke": Traunsteins Flächenverbrauch steigt und steigt, doch die Steuereinnahmen stagnieren? "Das muss man erstmal zambringen", so Albert Rosenegger. Das Zögern des Traunsteiner Stadtrates beim Annehmen der anonymen Millionenspende? "Geht's überhaupt noch, oder hat Euch der Wahlkampf alle Sinne vernebelt?" Und die Brückenteile über der B304 könnten vielleicht die starken Ringer des TVT zusammenschieben. 

An den Landtagsabgeordneten Klaus Steiner richtete Rosenegger die dringende Bitte, das Gefängnis in der Traunsteiner Innenstadt zu belassen, auch wenn es überfüllt sei: "Es sorgt in der Stadt für Leben und wer drin war kommt gerne wieder zurück. Vom nahegelegenen Parkhotel kann man das nicht behaupten." 

Es war trotz mancher Spitzen eher die feine Feder, die Albert Rosenegger für seine Fastenpredigt verwendete. Und auch für diejenigen, die es härter traf, war die Welt beim anschließenden Auftritt von Roland Hefter dann wieder in Ordnung.

xe

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