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Almpflege in Theorie und Praxis

Studierende der Landwirtschaftsschule Traunstein auf der Huberalm

Studierende nach getaner Arbeit auf frei geschnittener Fläche (alle Studierenden wurden vor ihrem Einsatz auf Corona getestet).
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Studierende nach getaner Arbeit auf frei geschnittener Fläche (alle Studierenden wurden vor ihrem Einsatz auf Corona getestet).

Zum Unterrichtsstoff im Sommersemester der Landwirtschaftsschule Traunstein gehört auch die Almwirtschaft. Dazu ging es heuer auf die Huberalm bei Schleching, die von der Familie von Anna Hörterer, einer Studierenden des Sommersemesters, bewirtschaftet wird. Unter der Leitung von Regina Bernhart, Lehrerin im Fach Naturschutz- und Landschaftspflege, die seit diesem Jahr auch Ansprechpartnerin für Wildlebensraumberatung ist, wurde neben almspezifischen Themen auch die wichtige Rolle des Bergwaldes angesprochen.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Traunstein - Almfachberater Alfons Osenstätter gab einen kurzen Überblick über die unterschiedlichen Besitzverhältnisse auf Almen, über deren Bedeutung für Tradition, Kultur und Landschaft, sowie deren Herausforderungen in der heutigen Zeit. Er betonte dabei, dass der Auftrieb von Jungrindern, Schafen oder Ziegen essenziell für Offenhaltung der Almwiesen sei. Nur durch die Nutzung der Weideflächen bleibe die typische Almvegetation mit ihren besonderen Pflanzengesellschaften erhalten.

Diese bildeten wiederum einen wertvollen Lebensraum für Schmetterlinge, Wildbienen, Vögel und andere Tierarten. Die traditionelle Bewirtschaftung der Almen fördere, so der Almexperte, die Biodiversität und trage entscheidend dazu bei, dass unsere Kulturlandschaft in seiner attraktiven Form für den Fremdenverkehr erhalten bleibt. Umgekehrt verbessert der Almaufenthalt den Gesundheitszustand und die Lebensleistung der aufgetriebenen Rinder. Durch die Verringerung der Nutztierbestände und die längere Vegetationszeit infolge des Klimawandels komme es immer häufiger vor, dass Almen nicht mehr ausreichend beweidet werden und auf Teilflächen zuwachsen können. Hier müsse vor allem das Weidemanagement angepasst werden, wie es bespielhaft bereits auf einigen heimischen Almen, wie auf der Haar- oder der Hemmersuppenalm umgesetzt wird.

Ist die Unterbeweidung bereits weiter fortgeschritten, ist als kurzfristige Sanierungsmaßnahme das „Schwenden“ der Almwiesen notwendig. Als Schwenden bezeichnet man den Erhalt von offenen Bergwiesen durch Entfernen von Büschen und kleinen Bäumen durch Menschenhand. Zu den weiteren aktuellen Herausforderungen bei der Bewirtschaftung der Almen zählt laut Osenstätter einerseits die durch den Klimawandel bedingte Wasserknappheit der Viehtränken durch versiegende Quellen und zum anderen die Sorge um die Sicherheit der Almtiere aufgrund der vermehrten Präsenz von großen Beutegreifern wie dem Wolf. Hierzu verwies der Almfachberater auf das staatliche Förderprogramm für Elektrozäune und Herdenschutzhunde.

Neben der Bewirtschaftung der Almflächen ist auch die Bewirtschaftung des Bergwaldes an erhöhte Anforderungen geknüpft, verdeutlichte Wolfgang Madl, Bereichsleiter Forsten am AELF Traunstein, eindringlich. Ziel sei es, neben dem Erhalt der Erholungs- und Nutzfunktion vor allem die Schutzfunktionen des Bergwaldes, z.B. vor Lawinen und Erdrutschen, aber die Wasserspeicherkapazität des Waldbodens zu erhalten und zu entwickeln. Dies stelle die Eigentümer und Bewirtschafter von Bergwäldern vor eine große Herausforderung – ganz besonders in Zeiten des Klimawandels, so der Forstmann. Forstreferendar Matthias Meier rundete die Vortragsreihe durch seine Präsentation über die Zusammensetzung des Bergwaldes und die Hintergründe der Höhenzonierung und der damit einhergehenden typischen Baumartenzusammensetzung ab.

Nach der „Theorie“ rüsteten sich die 20 Studierenden mit Werkzeugen und Schutzkleidung aus und lernten das Schwenden in der Praxis. Dabei wurde den Jungbäuerinnen und Jungbauern der anstrengende Arbeitseinsatz im Steilgelände zum Erhalt einer attraktiven Kulturlandschaft bewusst. Der unerwünschte und auswuchernde Bewuchs von Brombeerranken, Disteln, Jungfichten und Büschen wurde ausgemäht, zusammengehäuft und abtransportiert. Nach ihrem Praxiseinsatz wurden die „Almputzer“ vom Ehepaar Hörterer zu Brotzeit, Kuchen und Getränken eingeladen.

Pressemitteilung Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein

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