Schuljahr in Traunstein in geregelten Bahnen abgeschlossen

Trotz Widrigkeiten mit der Corona-Pandemie erhielten 92 Berufsschüler einen Staatspreis

Traunstein - Keiner von uns hätte am 16. März geglaubt, dass wir das Schuljahr in geregelten Bahnen beschließen können“, so Andreas Gembala, Schulleiter der Staatlichen Berufsschule II Traunstein, in einem Gespräch mit chiemgau24.de.

Zum Schuljahresende bekamen trotz aller, durch die Corona-Pandemie ausgelösten Widrigkeiten 405 Auszubildende aus 13 Ausbildungsberufen ihr Abschlusszeugnis überreicht. Davon wurden 92 Berufsschüler mit einem Notendurchschnitt zwischen 1,0 und 1,5 mit einem Staatspreis ausgezeichnet. 27 Schüler erreichten auch in diesen schwierigen Zeiten die Traumnote 1,0.


Mitte März sei der Unterricht wie überall in Bayern vollständig gestoppt und Klassen zum ersten Mal in der Schulgeschichte komplett „aus der Ferne“ unterrichtet worden, sagt Gembala. Am 27. April habe die Berufsschule den Unterricht zunächst mit den Abschlussklassen wieder aufgenommen. „Es war schon eine Herausforderung, die Abschlussklassen im Präsenzunterricht und alle anderen Auszubildenden gleichzeitig parallel im Distanzunterricht zu beschulen“, so der Schulleiter. Digitales Lernen sei nicht für alle Auszubildenden gleich gut geeignet, weil vielen der direkte Kontakt zu den Lehrkräften fehle. „Im Präsenzunterricht konnte einiges wieder aufgeholt werden“, stellt er befriedigt fest.

In der letzten Stufe der Wiederaufnahme des Unterrichts wurde in geteilten Klassen wöchentlich im Wechsel unterrichtet, wobei viele „Lernen-zuhause-Schüler“ online am Unterricht in den Klassenzimmern teilnehmen konnten. „Alle Beteiligten brachte diese Situation an die Belastungsgrenze“, betont Gembala. Die Berufsschule organisierte Onlinekurse, Online-Konferenzen und Online-Fragestunden zum digitalisierten Unterricht, um sich innerhalb kürzester Zeit auf die neue Situation einzustellen.


Auch die Abschlussprüfungen mussten seinen Worten zufolge komplett neu organisiert und dabei natürlich auch die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. Die letzten Prüfungen werden erst am 23. Juli, also einen Tag vor Schuljahresende abgeschlossen sein. Demnach machen wir in diesem Schuljahr eine Punktlandung“, so Gembala.

„Ich möchte meinem ganzen Kollegium ein sehr großes Kompliment machen. Es hat von Anfang an unsere Schülerinnen und Schüler bestmöglich unterstützt und auf diese Weise sichergestellt, dass unsere Auszubildenden in diesem außergewöhnlichen Schuljahr ihre Berufsausbildung abschließen konnten“, unterstreicht der Schulleiter. Durch die Regelungen zur Notenbildung und zur freiwilligen Teilnahme an Leistungsnachweisen sei keinem Auszubildenden ein Nachteil entstanden. „Es konnte das gleiche Leistungsniveau in den Abschussprüfungen erreicht werden, wie in den Jahren zuvor.“

Somit hätten alle Auszubildenden, die Eltern, die Ausbildungsbetriebe, die zuständigen Stellen, alle Lehrerinnen und Lehrer und die Schulverwaltung aus den Steinen und Felsbrocken, die ihnen auf den Ausbildungsweg gepurzelt sind, eine große Brücke gebaut, auf der die frischgebackenen Bankkaufleute, Fachlageristen und Fachkräfte für Lagerlogistik, Groß- und Außenhandelskaufleute, Industriekaufleute, Kaufleute für Büromanagement, Rechtsanwaltsfachangestellten, Verkäufer/Kaufleute im Einzelhandel, Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellten, Pharmazeutisch kaufmännischen Angestellten und Verwaltungsfachangestellten nun zuversichtlich in die Zukunft gehen könnten, freut sich der Schulleiter.

Bjr

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