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Auf dem Rosenheimer Ludwigsplatz niedergestochen

Taxifahrerin vor Gericht: „Sein T-Shirt war eigentlich weiß - völlig mit Blut getränkt“

Mit einem rund 10 Zentimeter langen Messer soll ein Mann in Rosenheim im Mai eine andere Person lebensgefährlich verletzt haben
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Prozessbeginn am 12. Dezember: Versuchter Totschlag Anfang Mai in Rosenheim

Rosenheim/Traunstein - Anfang Mai spielten sich auf dem Rosenheimer Ludwigsplatz dramatische Szenen ab: Nach einer heftigen Streiterei zwischen zwei Männern, ging ein 28-Jähriger mit einem Messer auf sein Gegenüber los - und verletzte diesen lebensbedrohlich. Ab Montag (12. Dezember) muss sich der Angreifer vor dem Landgericht Traunstein verantworten.

Update, 17.02Uhr - Taxifahrerin sagt vor Gericht aus

Nach weiteren Nachfragen seitens des Verteidigers des Angeklagten entlässt das Schwurgericht den Zeugen. Als nächste Zeugin steht noch die Taxifahrerin auf dem Plan, die den Geschädigten geistesgegenwärtig ins Krankenhaus gebracht hatte. „Ich hatte gerade einen Fahrgast abgesetzt und war wieder kurz vor dem Ludwigsplatz“, so die Zeugin. Als ein paar Männer bei ihr einsteigen wollten, habe sie einen Mann zusammen mit einer Frau auf ihr Fahrzeug zukommen sehen. „Da habe ich gesehen, dass da das Blut ganz schön rausgelaufen ist“, erinnert sich die Zeugin.

Streit eskaliert – Taxifahrerin reagiert geistesgegenwärtig

Sie habe den verletzten Mann, die Frau und eine weitere Person umgehend einsteigen lassen und sei losgefahren. Auf dem Weg in die Klinik habe sie kurz direkt vor der Rosenhemer Polizeiinspektion angehalten und die Beamten verständigt. Am Krankenhaus angekommen habe sie sich dann um die Frau gekümmert, „die war völlig fertig und ich habe versucht sie etwas zu beruhigen“.

Auf der kurzen Fahrt hätte der Freund des Geschädigten kurz geschildert, was passiert war. Während dem Weggehen seien die drei unvermittelt beleidigt worden – im Zuge dessen sei die Situation schließlich eskaliert. „Sein T-Shirt war eigentlich weiß, war aber beim Einsteigen schon völlig mit Blut getränkt.“

Weiterer Augenzeuge mit Aussage – Prozess wird bis Freitag unterbrochen

Bevor der letzte Zeuge des ersten Verhandlungstages Angaben macht, führt Richter Volker Ziegler mehrere Gutachten und Schriftstücke offiziell als Beweismittel ein. Unter anderem wird auch das Protokoll des Notrufs verlesen, den der Zeuge kurz nach der Tat abgesetzt hatte. „Wir haben da eine Auseinandersetzung gesehen, eine Person ist einer anderen Person hinterher“, so der Zeuge.

Kurze Zeit später – der Zeuge saß zu diesem Zeitpunkt schon in einem Taxi – kam eine der beiden Personen zum Taxi. „Er zog sein Hemd nach oben, das war blutdurchtränkt“, fährt der Zeuge fort. Daraufhin hätten der Zeuge und seine Begleiter das Taxi verlassen, der Verletzte sei stattdessen eingestiegen.

Daraufhin unterbricht Volker Ziegler die Verhandlung. Der Prozess gegen des 28-Jährigen wegen versuchtem Totschlag soll am kommenden Freitag (16. Dezember) fortgesetzt werden. Dann soll - voraussichtlich - auch schon das Urteil fallen.

*** chiemgau24.de berichtet auch dann wieder live und in Ausschnitten aus dem Gerichtssaal. ***

Update, 15.47 Uhr - Begleiter des Angeklagten vor Gericht – „Wir haben eigentlich nur Spaß gemacht“

Am ersten Prozesstag sollen auch noch weitere Zeugen Angaben zur Sache machen; darunter ein Mann, der den Angeklagten in der Tat-Nacht begleitet hatte. Die beiden Männer verbrachten bereits in der Vergangenheit des Öfteren Zeit miteinander. So auch am Abend vor der Tat: Man habe zusammen getrunken und sei in Rosenheim weggegangen.

„Als wir dann rausgingen, hatte er schon Einiges intus. Ich habe gemerkt, dass er zu viel getrunken hatte“, schildert der Zeuge. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite habe man eine Frau mit zwei Begleitern gesehen; und weiter: „Wir haben eigentlich nur Spaß gemacht, die anderen müssen das falsch verstanden haben.“ Sein Freund und der spätere Geschädigte seien dann aufeinander zugegangen, das Gespräch zwischen den beiden Männern schaukelte sich immer weiter hoch.

Chat-Protokolle oder Zeugen-Aussagen – wer sagt die Wahrheit?

Beide, der Angeklagte und auch der Geschädigte, seien im Folgenden immer lauter geworden. Der Zeuge habe versucht, seinen Freund aus der Situation herauszuführen. Plötzlich sei der Geschädigte auf den Angeklagten zugelaufen. „Er meinte wohl, dass mein Freund seine Mutter beleidigt hatte. Da hat er ihn auch angespuckt“, so der Zeuge.

Dann sei die Situation gänzlich eskaliert: Er habe noch versucht, die Hand seines Freundes festzuhalten. Doch ohne Erfolg. Kurz vorher müsse sein Freund wohl das Messer aus seiner Tasche geholt haben. Nach einem kurzen Gerangel habe sich der ihm fremde Mann dann entfernt. Eine Verletzung habe der Zeuge zu diesem Zeitpunkt nicht erkannt.

Polizeimeldung im Netz setzt auch den Zeugen unter Druck

Am Nachmittag nach der Tatnacht hätte der Zeuge dann im Internet gelesen, dass eine Person am Ludwigsplatz angegriffen und verletzt worden war. Er habe seinen Freund angerufen und aufgefordert, sich zu stellen. Dieser habe zugestimmt und sei zusammen mit ihm umgehend zur Polizei gegangen.

Auch diesem Zeugen hält das Schwurgericht die Chat-Protokolle, die auf dem Smartphone des Angeklagten sichergestellt wurden, vor. Der Zeuge relativiert daraufhin seine Aussage; sein Freund habe sich lediglich bereit erklärt, die Sache zeitnah aufzuklären. Mit Blick auf das vermeintliche Spucken des Geschädigten fügt der Zeuge schließlich hinzu: „In der arabischen Welt ist sowas eine absolute Erniedrigung. Normalerweise würde mein Freund ansonsten so nie reagieren.“

Update, 13.50 Uhr - „Das Blut hat richtig rausgepumpt“ – Zeugin schildert den Messer-Angriff

Dann wird es auf einmal laut am Traunsteiner Landgericht: Von einem anwesenden Familienmitglied erhält der Angeklagte die Nachricht, dass es zu einem Trauerfall im engsten Familienkreis gekommen sei. Der 28-Jährige bricht unter Tränen schreiend zusammen – die Verhandlung muss für knapp eine Stunde unterbrochen werden.

Nach der Verhandlungspause setzt Richter Volker Ziegler fort und richtet zunächst sein Wort an den Angeklagten: „Ich möchte Ihnen mein Beileid aussprechen. Sehen Sie sich in der Verfassung, die Hauptverhandlung fortzusetzen?“ Der 28-Jährige stimmt zu.

Weitere Zeugen vor Gericht – Freundin des Geschädigten macht Angaben

Danach wendet sich das Schwurgericht erneut der Sache zu und versucht, die Bewegungen der Prozessbeteiligten in der Tat-Nacht anhand einer Karte nachzuvollziehen. Wo genau man sich zum ersten Mal begegnet war und wo es schließlich zum Angriff kam, können sowohl der Angeklagte als auch der Geschädigte nicht mehr genau sagen. Von weiteren Zeugen erhofft sich das Schwurgericht in diesem Punkt mehr Aufklärung.

Den Anfang macht die Freundin des Geschädigten, die in der Tat-Nacht ebenfalls leicht am Arm verletzt wurde. „Wir waren eine Weile in einem Club, haben Spaß gehabt. Dann wollten wir etwas zu Essen kaufen“, so die Zeugin. Ein junger Mann, der ebenfalls unterwegs war, habe ihren Begleiter plötzlich angebrüllt. Nach einigem Hin und Her habe er ihren Freund dann zu sich gewinkt. 

Streit eskaliert – starker Blutverlust auf dem Weg ins Krankenhaus

Daraufhin habe sich ein Gerangel entwickelt. „Ich habe gesagt, sie sollen auseinandergehen und habe den jungen Mann weggestoßen. (...) Ich habe geweint und gesagt ‚lass ihn in Ruhe‘“, dann habe sie das Messer in der Hand des Angeklagten gesehen. Wie der Angeklagte zustach, habe sie nicht bemerkt. Erst als man gemeinsam im Taxi gesessen war, habe sie das Blut im Bereich der Brust ihres Freundes gesehen. „Im Krankenhaus, als er sein Hemd auszog, habe ich dann auch gesehen, wie schwer er verletzt war. Das Blut hat richtig rausgespumpt.“

Das Schwurgericht fragt nach, denn: In ihrer ersten Vernehmung bei der Polizei hatte die Zeugin etwas andere Aussagen getätigt. Richter Volker Ziegler gibt jedoch zu bedenken, dass bei der ersten Vernehmung kein Dolmetscher, sondern lediglich ein Freund der Zeugin übersetzte - wie die Polizei im Protokoll festhielt mit einigen Verständigungsschwierigkeiten.

Update, 12.48 Uhr - Geschädigter schildert den Angriff – Plötzlich hatte er ein Messer in der Brust

Das Schwurgericht steigt daraufhin in die Beweisaufnahme ein. Den Anfang macht die Vernehmung des Geschädigten. Der heute 36-Jährige gibt an, in Rosenheim zum Party-Machen gewesen zu sein. Er wollte seinen Geburtstag mit Freunden feiern. Man habe etwas zu Essen gesucht und wollte danach mit einem Taxi weiter zu einer Diskothek fahren. Auf dem Ludwigsplatz habe großer Trubel geherrscht: Viele Leute hätten dort jede Menge Lärm gemacht. So auch er und seine Begleiter.

„Arschloch, ich ficke Deine Mutter. Hier schlafen Kinder!“ habe dann der Angeklagte plötzlich auf Deutsch gebrüllt. Zunächst sei dem 36-Jährigen nicht klar gewesen, wen der junge Mann überhaupt meinte. Nach einer eindeutigen Geste in seine Richtung habe er dann aber gewusst, dass er gemeint war. Seine Freundin wollte bei der anfänglich verbalen Streiterei dazwischen gehen - diese habe er „aus Vorsicht“ vor den entstandenen Handgreiflichkeiten weggeschoben.

„Ich verstehe einfach nicht, warum ich das Ziel war“

Plötzlich habe der Angeklagte dann ein Messer in der Hand gehabt. „Das habe ich dann aber erst bemerkt, als er mich schon geschnitten hatte. Meine Brust fühlte sich auf einmal sehr warm an“ so der Geschädigte, und weiter: „Ich verstehe einfach nicht, warum ich das Ziel war.“ Angespuckt habe er den Mann nicht. „Ich habe nur gefragt, warum beleidigst Du meine Mutter?“ Als es zwischen den Beiden schließlich handgreiflich wurde, habe er den Angeklagten mit Sicherheit auch auf rumänisch beleidigt - das will der Geschädigte nicht abstreiten.

Tiefe Stichwunde in der Brust erlitten – Not-OP rettet Leben des Geschädigten

Dann ging alles sehr schnell: Er sei mit einer Freundin, die der Angeklagte ebenfalls mit dem Messer verletzt habe, zu einem Taxistand geeilt. Eine Taxifahrerin habe die beiden dann umgehend ins Krankenhaus gefahren. „Auf der Fahrt musste ich schon Blut spucken. Und geblutet wie ein Schwein, das geschlachtet wird, habe ich. Dort bin ich dann direkt betäubt worden und bin in den OP gekommen,“ so der 36-Jährige weiter.

„Ich möchte mich entschuldigen, es war nicht meine Absicht, es tut mir wahnsinnig leid. (...) Das war die blödeste Sache, die ich in meinem Leben gemacht habe“, richtet der Angeklagte zuletzt sein Wort an den Geschädigten. Dieser entgegnet direkt. „Aber warum musst Du dann gleich mit dem Messer zustechen? Das hätten wir auch anders regeln können.“

Update, 11.30 Uhr - Große Erinnerungslücken beim Angeklagten – Chats geben tiefe Einblicke

Und auch der Staatsanwalt fragt nach, wie genau die lebensbedrohlichen Verletzungen aus Sicht des Angeklagten zustande gekommen sind: „Haben sie einen Widerstand gespürt oder warum haben Sie dann aufgehört?“ Der Angeklagte gibt an, sich nicht erinnern zu können. Er beteuert, erst am nächsten Tag von seinem Freund erzählt bekommen zu haben, was wirklich passiert sei. „Daraufhin bin ich dann sofort zur Polizei“, so der 28-Jährige.

Das Schwurgericht fragt erneut nach: „War es dann ihre Idee, zur Polizei zu gehen?“ Der Angeklagte stimmt zu. Daraufhin hält das Schwurgericht dem 28-Jährigen einen Chatverlauf zwischen ihm und einem Freund vom Tag nach dem Messerangriff vor. Darin ist seitens des Angeklagten die Rede davon, dass sein Freund nicht nervös werden solle. Volker Ziegler fragt nach: „Haben sie sich hier mit ihrem Freund etwa abgesprochen?“

Und wieder gibt der Angeklagte an, sich nicht zu erinnern. Wann er die Zeilen an seinen Freund geschrieben hatte, wisse er nicht mehr. Er müsse zu der Zeit wohl immer noch betrunken gewesen sein. Wenige Stunden später, bei seiner Festnahme am Abend, konnte kein Alkohol im Blut festgestellt werden.

Zahlreiche Chat-Nachrichten nach der Tat mit Freunden

Auch die Nebenklage und der Verteidiger des 28-Jährigen fragen weiter nach: Was die Verletzungen und auch die genauen Umstände kurz vor und kurz nach der Tat angeht, gibt der Angeklagte an, sich nicht zu erinnern. Auf andere Details am Abend und auch am Morgen danach angesprochen, weiß er dann allerdings schon ausführlich Auskunft zu erteilen.

Das Schwurgericht verließt daraufhin mehrere Chat-Protokolle, die nach der Tat entstanden sind. Darin unterhält sich der Angeklagte mit Freunden – teilweise auch über die Tat selbst. Einem Freund rät er, die Ruhe zu bewahren – „alles halb so schlimm“.   

Update, 10.15 Uhr - „Ich habe selbst nicht gemerkt, was ich gemacht habe“

Der Streit zwischen einem 28-jährigen Syrer und einem damals 35-jährigen Rumänen eskalierte im Mai diesen Jahres rasant. Mit einem rund 10 Zentimeter langen Einhand-Messer soll der angeklagte 28-Jährige auf sein Gegenüber nach einem Streitgespräch eingestochen haben - heute sehen sich die Beiden vor Gericht wieder. Die Staatsanwaltschaft geht von versuchtem Totschlag aus: „Der Geschädigte erlitt durch den Messerangriff, wie vom Angeklagten jedenfalls billigend in Kauf genommen, potenziell und auch konkret lebensbedrohliche Verletzungen.

Nur eine umgehend eingeleitete Not-Operation habe dem Geschädigten das Leben gerettet. Der Angeklagte verfolgt die Ausführungen der Staatsanwaltschaft sichtlich nervös. Nach Verlesung der Anklageschrift richtet der Vorsitzende des Schwurgerichts, Richter Volker Ziegler, sein Wort an den Mann auf der Anklagebank. Dieser will heute vor Gericht eine Aussage machen.

Angeklagter schildert Tathergang – „Ich wollte das nicht“

Nach seiner Ausbildung zum Krankenpfleger sei der heute 28-Jährige zu Kriegsbeginn aus Syrien geflüchtet. Auch im Raum Rosenheim sei er diesem Beruf bis Ende Dezember 2021 nachgegangen. „In letzter Zeit habe ich viel Alkohol getrunken; Wein und Gin“, räumt der Angeklagte auf Nachfrage des Richters ein. So auch am Tat-Abend: „Wir sind aus der Diskothek rausgekommen. Und wir haben jemanden auf der Straße schreien hören. Ich habe dann gesagt ‚schrei nicht so, die Kinder hier schlafen‘. Und da hat er mich schon geschubst und bespuckt“, schildert der Angeklagte.

Er habe dann sein Messer gezogen, um den Mann auf Distanz zu halten. „Ich wolle das nicht, ich wollte ihn nicht verletzen“, ergänzt der 28-Jährige. Das Messer will er lediglich vor seinem Körper nach rechts und nach links geführt haben. Wie die lebensbedrohlichen Verletzungen des Geschädigten zustande kamen, daran könne er sich nicht mehr genau erinnern – dank reichlich Alkohol sei er sehr betrunken gewesen. „Ich habe selbst nicht gemerkt, was ich gemacht habe.“

Erst am nächsten Tag sei ihm bewusst geworden, was in der Nacht am Rosenheimer Ludwigsplatz passiert war: Dass er einen anderen Mann schwer und dessen Begleitung leicht verletzt hatte. Auf Nachfrage von Volker Ziegler gibt der 28-Jährige an, das Messer nur zufällig dabei gehabt zu haben. Der Richter wird laut: „Und da ziehen sie es wie selbstverständlich, das können Sie mir nicht erzählen!“

Vorbericht

Was der Auslöser für den Streit zwischen zwei Männern auf dem Rosenheimer Ludwigsplatz Anfang Mai gewesen ist, ist derzeit noch nicht bekannt. Fest steht lediglich, dass die gewaltsame Auseinandersetzung einen der beiden Beteiligten um ein Haar das Leben gekostet hätte. Die Hintergründe, der Tathergang selbst und auch die Zusammenhänge sollen nun an voraussichtlich zwei Verhandlungstagen vor dem Landgericht Traunstein aufgerollt werden.

Nachdem sich die beiden Männer - ein 35-Jähriger und ein 28-Jähriger - wechselseitig beleidigt und provoziert haben sollen, kam es in den Morgenstunden des 8. Mai im Bereich der St. Nikolaus-Kirche in Rosenheim zur Eskalation. Mit einem knapp 10 Zentimeter langen Einhandmesser soll der Jüngere der Beiden auf den Oberkörper seines Gegenübers eingestochen haben. Danach flüchtete der Angreifer in Richtung Riedergarten; der Geschädigte und seine Begleiter konnten sich zu einem nahegelegenen Taxi-Stand retten.

Eine zufällig vor Ort anwesende Taxifahrerin soll dann geistesgegenwärtig reagiert haben: Sie fuhr den schwerverletzten 35-Jährigen umgehend in die Rosenheimer RoMed-Klinik. Auf der kurzen Fahrt habe der Mann allerdings rund zwei Liter Blut verloren. Die Staatsanwaltschaft ist sich sicher: Ohne schnelle Hilfe und eine Not-Operation wäre der Mann wohl an seinen Verletzungen verstorben.

Ab Montag (12. Dezember) steht der 28-Jährige nun in Traunstein vor dem Richter. Die 5. Strafkammer geht dann der der Frage nach, ob der Mann mit Vorsatz zugestochen hat. Sollte das Gericht am Ende zur Überzeugung gelangen, dass es sich um einen versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung handelte, droht dem Angeklagten eine mehrjährige Gefängnisstrafe.

***chiemgau24.de berichtet am Montag ab 8.30 Uhr live und in Ausschnitten aus dem Gerichtssaal.***

sl

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