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Runder Sozialer Tisch im Rathaus

Traunstein zieht Fazit: Was Corona und Lockdowns mit Kindern und Jugendlichen angerichtet haben

Vertreter der Traunsteiner Sozialeinrichtungen trafen sich kürzlich im Großen Saal des Rathauses.
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Vertreter der Traunsteiner Sozialeinrichtungen trafen sich kürzlich im Großen Saal des Rathauses.

Sozialarbeit wird in Traunstein großgeschrieben: Über 40 soziale Einrichtungen, Vereine und Verbände kümmern sich um das Wohlergehen der Bürger, beraten, helfen und unterstützen im Alltag und bei Notlagen. Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer lud die Vertreter der Traunsteiner Sozialeinrichtungen am Montag zu einem Runden Sozialen Tisch in das Rathaus ein. Schwerpunktthema war die Situation von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Pandemie.

Meldung im Wortlaut

Traunstein - Knapp 30 Teilnehmer hatten sich (unter Einhaltung der 3G-Regel) im Großen Saal eingefunden, darunter auch Vertreter der Kirchen und verschiedener Hilfsorganisationen. Dr. Christian Hümmer begrüßte sie herzlich und dankte für ihre Arbeit: „Ich freue mich, dass wir in Traunstein ein sehr großes Angebot an sozialen Einrichtungen haben. Mein Dank gilt den zahlreichen ehrenamtlichen und hauptberuflich sozial Engagierten. Der Runde Soziale Tisch ist eine sehr gute Plattform, um das vielfältige Angebot zu vernetzen.“

Nach seiner Begrüßung übergab der Oberbürgermeister das Wort an Waltraud Wiesholler-Niederlöhner. Die ehemalige dritte Bürgermeisterin leitet und moderiert den Runden Sozialen Tisch, zu dem die Stadt zweimal pro Jahr einlädt. Im Juni hatte bereits ein Treffen im Kulturforum Klosterkirche stattgefunden.

In Kurzreferaten schilderten Anja Preuster vom Mütterzentrum Traunstein, Konrektorin Ulrike Hoernes von der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule sowie Jugendpflegerin Petra Breutel und Streetworker Mirhad Beganovic, wie es aktuell den Kindern und Jugendlichen in der Großen Kreisstadt geht. Ihr Fazit: Die Corona-Pandemie hat bei der jungen Generation – wie auch in ganz Deutschland – tiefe Spuren hinterlassen.

So weisen zahlreiche Kinder Lerndefizite auf, die so schnell nicht aufholbar sind. Oft werden sie zuhause sich selbst überlassen, da die Eltern berufstätig sind. Bedingt durch die Kontaktbeschränkungen und Homeoffice verbrachten und verbringen Kinder und Jugendliche viel mehr Zeit in den eigenen vier Wänden, meist vor dem PC, Tablet oder Smartphone. Aggressionen und Depressionen, so Streetworker Mirhad Beganovic, nähmen unter den jungen Leuten zu, Freundschaften fänden oft nur noch in Social-Media-Räumen statt.

Ulrike Hoernes schilderte insbesondere die schwierige Lage ausländischer Schüler. Für sie würden dringend Deutsch-Lehrer gesucht, denn ohne die deutsche Sprache zu sprechen, seien eine erfolgreiche Integration und ein schulischer und beruflicher Erfolg bei uns kaum möglich. Barbara Kaulfuß vom örtlichen Kinderschutzbund versprach daraufhin, Fördermittel für Deutsch-Lehrer zur Verfügung zu stellen.

Die Konrektorin der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule regte in ihrem Vortrag auch an, dass die Traunsteiner Vereine ihre Angebote für Kinder und Jugendliche an der Schule vorstellen. Stadtmarketing-Geschäftsführer Jürgen Pieperhoff versprach, die Vereine alle anzuschreiben und dazu aufzufordern.

Nachdem Mirhad Beganovic mehr öffentliche Treffpunkte für Jugendliche im Stadtzentrum gefordert hatte, wies Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer darauf hin, dass die Stadt nächstes Jahr im Frühjahr das Erd- und Tiefgeschoss des Kulturzentrums am Stadtpark zu einem neuen, großen Jugendzentrum umbauen wird. Es sei der Stadt klar, dass der jetzige Jugendtreff am Stadtplatz nur ein Provisorium sei und dringend Abhilfe geschaffen werde müsse.

Beim Runden Sozialen Tisch wurde auch das Thema Wohnen angesprochen. Besonders prekär sei die Wohnsituation für Flüchtlinge, die oft auf engstem Raum in Wohngemeinschaften zusammenleben müssten, so Mirhad Beganovic.

Dass der mangelnde Wohnraum nicht nur für Migranten, sondern für alle Generationen in der Stadt ein großes Problem sei, stellte Waltraud Wiesholler-Niederlöhner fest. Dr. Christian Hümmer versicherte, er werde sich mit aller Kraft für die Schaffung bezahlbaren Wohnraums in Traunstein einsetzen.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass der Soziale Runde Tisch eine gute Möglichkeit ist, sich auszutauschen und zu vernetzen. Die Seniorenbeiräte Horst Trüdinger und Wolfgang Ruetz möchten sich deshalb bald einmal mit dem Jugendbeirat treffen, der im November neu gewählt wird.

Pressemitteilung der Stadt Traunstein

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