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Weidetag in Traunstein

Weide: Gut für die Tiere und den Geldbeutel!

Der Praxistag Weide wurde von vielen interessierten Landwirten besucht und vermittelte das Know-how einer erfolgreichen Weidehaltung.
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Der Praxistag Weide wurde von vielen interessierten Landwirten besucht und vermittelte das Know-how einer erfolgreichen Weidehaltung.

Professionell organisierte Weidehaltung ist eine gute Möglichkeit, Arbeits- und Kosteneinsparung im Betrieb mit dem gesteigerten Wohl der Tiere zu verbinden. Vor allem bei der Jungviehaufzucht könnten viel mehr landwirtschaftliche Betriebe die Vorteile des Weidebetriebes nutzen. Das waren die wesentlichen Ergebnisse des Weidetages, den das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Traunstein am 3. Juni unter dem Motto „Wege zur erfolgreichen Weidehaltung“ auf zwei Bauernhöfen in Fridolfing und Tittmoning veranstaltete.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Traunstein - Etwa 50 interessierte Landwirte folgten den Ausführungen von Siegfried Steinberger, dem Weideexperte der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) Als er das System der Kurzrasenweide vorstellte und die fachlichen Zusammenhänge hinsichtlich Pflanzenwuchses und -bestand, Futterwert, Fressverhalten der Rinder und Wirtschaftlichkeit erläuterte. Der Begriff „Kurzrasenweide“ beschreibt ein Weidesystem, bei der Rinder dauerhaft auf der gleichen Fläche weiden und möglichst genau die Menge an Gras fressen, die gleichzeitig nachwächst. Dadurch haben die Tiere gleichbleibend junges, schmackhaftes und energiereiches Futter zur Verfügung und die Futterverluste sind sehr gering. Allerdings muss diese Weideform so geführt werden, dass Flächengröße, Aufwuchs und Besatzdichte optimal zusammenpassen. Hier muss der Landwirt immer wieder steuernd eingreifen. Andererseits kann der Landwirt dabei viel Arbeit und Energie sparen, weil er nur noch die Hälfte der Futtervorräte anlegen muss, da die Tiere im Sommer fast ausschließlich von der Weide leben. Ebenso ist auch die Hälfte der anfallenden Ausscheidungen der Weidetiere bereits auf den Weiden ausgebracht.

Das ist gerade bei den aktuellen Energiepreisen ein starkes Argument für mehr Weidehaltung, nicht nur im Ökolandbau. Um ein solches Weidesystem erfolgreich umsetzen zu können, braucht man angrenzend an den Stall eine entsprechend große zusammenhängende Weidefläche. Denn täglicher Viehtrieb über öffentliche Straßen ist arbeitswirtschaftlich und verkehrstechnisch nicht mehr praktikabel. Landwirt Josef Berger aus Stießberg, Gemeinde Fridolfing stellte sich und seinen Betrieb vor, der Ausgangspunkt des Praxistages „Weidehaltung“ war. Berger erläuterte den Rinderhaltern seine langjährigen Erfahrungen, die er aus der Weidehaltung mit Milchkühen gesammelt hat. Dabei erzählte er von den geringen Futterkosten und den positiven Rückmeldungen, die er von der Bevölkerung erhalte. Außerdem wechselt die Arbeitsbelastung saisonal. Durch den Austrieb auf die Weide entfällt das tägliche Füttern der Milchkühe, was den Arbeitsanfall im Sommer verringert.

Im Gemeinschaftsweidebetrieb Elsenloh bei Tittmoning stellte Wolfgang Zeltsperger, Mitglied der seit 1909 bestehenden Weidegenossenschaft, die Jungviehaufzucht vor. Auf der über 30ha großen Weidefläche werden aktuell etwa 180 weibliche Jungrinder gehalten. Die sechs beteiligten Bauern sind mit dieser Aufzucht der Jungtiere zufrieden, denn es herrscht ein hohes Maß an Tierwohl auf der Weide und die Aufzucht ist kostengünstig. Die Anwesenden waren sich einig, dass in der Jungviehaufzucht auf der Weide großes Potenzial steckt. „Die Jungviehaufzucht braucht keinen unmittelbaren Anschluss an ein Stallgebäude oder die Hofstelle“, so Steinberger. „Das könnten deutlich mehr Landwirte umsetzen, als es bei Milchvieh der Fall ist“. Am Ende des Weidetages wurde insgesamt ein positives Resümee gezogen, auch wenn von einzelnen der Aufwand für den Zaunbau, Versicherungen oder die Frage, wie es mit den großen Beutegreifern weitergeht, als Hemmnisse genannt wurden, in die Weidehaltung einzusteigen. Die Vorteile hinsichtlich Tierwohl, Wirtschaftlichkeit und Image der Landwirtschaft sind es wert, in jedem Betrieb die Möglichkeiten der verstärkten Weidehaltung neu zu prüfen. Pflanzenbauberater Simon Bauer vom AELF Traunstein und Weideexperte Steinberger stehen interessierten Landwirten dabei beratend zur Seite.

Pressemitteilung AELF Traunstein

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