Verwirrende Beschilderung

"Bis es Tote gibt": Wie gegen "wild gewordene Radler" vorgehen?

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Um die Unterführung unter der Herzog-Friedrich-Straße geht es: Radler sollten absteigen, auch weil das Gefälle zu hohem Tempo verleitet. 
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Traunstein - Stadtrat Sattler warnte mit Nachdruck vor "brandgefährlichen" Situationen an der Unterführung der Herzog-Friedrich-Straße - doch die Beschilderung ist verwirrend. Dürfte die Sicherheitswacht eingreifen?

"Das ist brandgefährlich! Wild gewordene Radler fahren da mit höllischer Geschwindigkeit durch. Wollen wir warten, bis es Tote gibt?", wies Robert Sattler auf der jüngsten Stadtratssitzung auf die Situation an der Unterführung unter der Herzog-Friedrich-Straße hin: "Manche nehmen vom Bahnhof runter noch Anlauf, fahren dann mit 40 oder 50 km/h durch."

Verwirrende Beschilderung?

SPD-Stadtrat Sattler: "Ich gehe da nicht mehr durch."

Mit zwölf Grad Gefälle geht es in die dunkle Unterführung. Die Situation mit den Radlern ist der Stadt schon länger bewusst: Um das Einfahren zu verhindern wurden früher große Blumenkübel aufgestellt - was der Stadt dann doch zu brenzlig wurde, falls ein Radler noch dagegenfährt und sich verletzt. Die Blumenkübel wurden wieder abgebaut. Jetzt warnt nur noch das Schild "Radfahrer absteigen".

Die Kennzeichenkombination trägt bei manchen wohl auch zur Verwirrung bei - doch der Zusatz wäre eindeutig.

In gewisser Weise widerspricht sich aber die Beschilderung: Denn direkt über der Warnung "Radfahrer absteigen" hängt das blaue Schild für einen gemeinsamen Geh- und Radweg. Heißt genau genommen: Es handelt sich um einen Radweg, dessen Benutzung durch das blaue Schild im Allgemeinen vorgeschrieben wird. Durch das Zusatzschild "Radfahrer absteigen" wird diese Benutzungspflicht wiederum aufgehoben - und vom Radfahren abgeraten.

Sicherheitswacht darf kein Bußgeld verhängen

"Das ist ein Zusatz zu einem Gebots- bzw. Verbotsschild. Wer sich nicht dran hält, dem kann ein Bußgeld drohen", stellte Ordnungsamtsleiter Bulka klar. Tatsächlich berichtete Stadträtin Mörtl-Körner von einem ähnlichen Fall: "Eine Bürgerin meinte zu mir, die Sicherheitswacht hätte ihr einBußgeld von 120 Euro angedroht, weil sie dort mit dem Radl durchgefahren ist." Fest steht: Bußgelder verhängen und einkassieren dürfen die Sicherheitswachtler nicht.

Robert Sattler ist es jedenfalls inzwischen zu gefährlich: "Ich gehe da nicht mehr durch", versicherte er.

xe

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