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Angedachtes Gewerbegebiet Aberg bei Wolkersdorf

Traunstein will keine Erschließung über Stadtgebiet – Rinderzuchtverband Zünglein an der Waage?

„Die Stadt hat große Probleme damit, dass der Verkehr zum Gewerbegebiet durch Wolkersdorf verläuft und könnte sich dies allenfalls dann vorstellen, wenn der Rinderzuchtverband Traunstein dort unterkommen würde“, sagte der Bauamtsleiter.
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„Die Stadt hat große Probleme damit, dass der Verkehr zum Gewerbegebiet durch Wolkersdorf verläuft und könnte sich dies allenfalls dann vorstellen, wenn der Rinderzuchtverband Traunstein dort unterkommen würde“, sagte der Bauamtsleiter.

Einstimmig hatte der Gemeinderat im Dezember letzten Jahres die Einleitung einer Flächennutzungsplanänderung für drei Grundstücke der Gemarkung Erlstätt unmittelbar an der Gemeindegrenze zur Großen Kreisstadt Traunstein (Ortsteil Wolkersdorf) beschlossen.

Grabenstätt/Traunstein - Ziel war es, den besagten Änderungsbereich, der bisher im baurechtlichen Außenbereich als Fläche für Landwirtschaft beziehungsweise Kiesabbau ausgewiesen war, als gewerbliche Baufläche (neues Gewerbegebiet Aberg) darzustellen. Im weiteren Verfahrensverlauf hat nun zwischen dem 21. Mai und dem 21. Juni dieses Jahres die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung und frühzeitige Behördenbeteiligung stattgefunden. Dabei sind, wie es in der Gemeinderatssitzung hieß, alle 21 relevanten Fachstellen beziehungsweise Träger öffentlicher Belange (TöB) beteiligt worden und um eine Stellungnahme gebeten worden. Etwa die Hälfe von ihnen kam diesem Ersuchen nach, darunter auch die benachbarte Große Kreisstadt Traunstein. Sie könnte das neue Gewerbegebiet Aberg nun doch noch verhindern.

Aufgrund einer „dramatischen Stellungname der Stadt Traunstein“, die eine „180-Grad-Wendung“ vollzogen habe, sei „bei realistischer und objektiver Gewichtung aller vorliegenden Erkenntnisse aus unserer Sicht die Einstellung des Verfahrens angeraten“, so der gemeindliche Bauamtsleiter Walter Geutner. Entgegen früherer Verlautbarungen habe die Große Kreisstadt in Gesprächen mit der Gemeinde dargelegt, dass man einer Erschließung des angedachten Gewerbegebietes über das Stadtgebiet nicht mehr ohne weiteres zustimmen werde.

Mehrere Probleme bei Planung der Verkehrsführung

„Die Stadt hat große Probleme damit, dass der Verkehr zum Gewerbegebiet durch Wolkersdorf verläuft und könnte sich dies allenfalls dann vorstellen, wenn der Rinderzuchtverband Traunstein dort unterkommen würde“, sagte der Bauamtsleiter. Was helfe es, die Planung weiterzuentwickeln, wenn man am Ende die Erschließung nicht hinbekomme. Ohne Erschließung gebe es kein Gewerbegebiet. Erschwerend komme hinzu, so der Bauamtsleiter, dass es vonseiten der Regierung im besagten Areal – es handelt sich um eine Altlasten-Fläche (aufgefüllte Kiesgrube) – keine Versickerung von Niederschlagswasser geben dürfte und man dieses entsorgen müsste. Dies sehe auch die Abteilung Wasserrecht und Bodenschutz im Landratsamt Traunstein so.

Als Gemeinde hat man sich mittlerweile bereits nach alternativen Erschließungsmöglichkeiten umgesehen, die sich aber teilweise schon wieder zerschlagen haben. So würde eine straßenmäßige Anbindung von der südlich verlaufenden Staatsstraße 2095 erhebliche Kosten verursachen.

Ablöse für Unterhalt von Linksabbiegerspur nicht unter 100.000 Euro

„Die Ablöse für den Unterhalt einer auf der Staatsstraße einzurichtenden Linksabbiegerspur durch das Staatliche Bauamt in Traunstein kostet nicht unter 100.000 Euro und auch die Baukosten würden zwischen 150.000 bis 200.000 Euro liegen, ganz zu schweigen von den Kosten für die mehrere hundert Meter lange neu anzulegende Erschließungsstraße“, gab Bauamtsleiter Geutner zu bedenken. Alternativ habe man außerhalb von Wolkersdorf auch noch eine straßenmäßige Anbindung an die nördlich verlaufende Kreisstraße TS 2 angedacht.

„Fakt ist, die Versorgung und Entsorgung müsste bei einer weiterhin ablehnenden Haltung der Stadt Traunstein über unser Gemeindegebiet geschehen“, so Zweiter Bürgermeister Andreas Danzer (FW), der den verhinderten Rathauschef Gerhard Wirnshofer vertrat. Zunächst müssten hierzu aber Fragen der Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit geklärt werden. Deshalb ziehe man auch in Erwägung, eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. „Der Antragsteller der Gewerbeflächenausweisung und die von der Flächennutzungsplanänderung unmittelbar begünstigten Grundstückseigentümer müssten aber die Kosten dafür übernehmen“, so Danzer. Die Kreisstraße TS 2 käme nur für die straßenmäßige Erschließungsanbindung infrage, hieß es.

„Ideale Fläche“ auf Grabenstätter Gemeindegebiet

Waltraud Hübner (CSU) brach eine Lanze für das angedachte Gewerbegebiet Aberg und erinnerte daran, dass es immer wieder Anfragen von Gewerbetreibenden gebe, die sich gerne auf Grabenstätter Gemeindegebiet niederlassen würden. Man suche schon lange nach geeigneten Flächen und „das wäre dort eine ideale Fläche, weil man an das bestehende Gewerbegebiet Wolkersdorf angeschlossen wäre“, stellte der frühere Zweite Bürgermeister Robert Muggenhamer (BG) klar.

Mit Blick auf die Ankündigung der Stadt Traunstein, einer Erschließung des angedachten neuen Gewerbegebietes Aberg über das Stadtgebiet vielleicht doch noch zuzustimmen, wenn der Rinderzuchtverband Traunstein dort eine neue Heimat finde, kritisierte Muggenhamer scharf: „Interkommunale Zusammenarbeit stelle ich mir anders vor. Ich bin überhaupt nicht einverstanden mit der Haltung, die die Stadt Traunstein hier an den Tag legt“. Muggenhamer erntete dafür im Gremium von verschiedenen Seiten Zuspruch.

mmü

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