Rinderzuchtverband zieht Neubau-Pläne in Wolkersdorf zurück

OB Kegel von Plakaten der Bürgerinitiative "erschreckt"

+
Mit diesen Plakaten warb die Bürgerinitiative für ihr Anliegen, den Neubau des Rinderzuchtverbandes in Wolkersdorf zu verhindern. Fürs erste mit Erfolg.
  • schließen

Traunstein - Kurz vor der entscheidenden Stadtratssitzung legt der Rinderzuchtverband seine Neubau-Pläne in Wolkersdorf auf Eis - ein Erfolg für die Bürgerinitiative. Im Stadtrat kam das Thema trotzdem zur Sprache. 

Update 15.30 Uhr: Stimmen aus dem Stadtrat

"Der Rinderzuchtverband lässt seine Pläne ruhen, der Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplanes wird zurückgezogen", fasste es Oberbürgermeister Christian Kegel zu Beginn der Stadtratssitzung zusammen. Vor allem wegen des Drucks von Seiten der Bürgerinitiative "Schönes Wolkersdorf" legte der Rinderzuchtverband (RZV) seine Pläne für den Neubau bei Wolkersdorf auf Eis. Angeblich hat der RZV inzwischen neue Grundstücksangebote bekommen, die nun geprüft werden sollen.

Die Rücksichtnahme des Rinderzuchtverbandes auf das "Miteinander" nannte Kegel eine "honorige Lösung" seitens des Verbandes. Doch der Oberbürgermeister kam nicht umhin, Kritik an den Plakaten der Bürgerinitiative zu üben: "Es hat mich erschreckt, wenn ich 'Stoppt den Wahnsinn' auf diesen Plakaten lese. Diesen Stil sollten wir nicht mehr pflegen", so Kegel. Mit der Abbildung einer durchgestrichenen Kuh sei nicht nur das Tier, sondern der ganze Bauernstand diskreditiert worden.

Auch von CSU-Fraktionssprecher Christian Hümmer liegt chiemgau24.de eine Stellungnahme vor. Er begrüßt es, dass der Rinderzuchtverband nun nach Alternativen sucht - anscheinend auch auf Initiative des Landrates hin, denn Hümmer schreibt: "Sehr dankbar bin ich, dass sich in den vergangenen Tagen Landrat Siegfried Walch auf meine Bitte vermittelnd im Hintergrund eingeschaltet hat." Es gehe nicht um ein Gegeneinander zwischen Landwirten und Bürgern, sondern um "die beste Lösung für Traunstein", so der CSU-Fraktionschef. 

Eine Abstimmung gab es im Stadtrat am Donnerstagnachmittag trotzdem: Mit großer Mehrheit stimmte man dafür, den Rinderzuchtverband weiter bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück zu unterstützen und die Änderung des Flächennutzungsplanes in Wolkersdorf nicht weiterzuverfolgen. Gegenstimmen kamen von Wilfried Schott und Wolfgang Wörner. 

Der Artikel vom Donnerstagvormittag: RZV legt Pläne in Wolkersdorf auf Eis

Alles wartete gespannt auf die entscheidende Stadtratssitzung am Donnerstagnachmittag: Gibt es eine Mehrheit für den Neubau des Rinderzuchtverbandes in Wolkersdorf? Auch im Stadtrat sind die Pläne umstritten. Nun wird es im Stadtrat aber nicht mehr konkret um die Änderung des Flächennutzungsplanes gehen. Laut Radio Bayernwelle bekam der Rinderzuchtverband nach der Podiumsdiskussion am Montag drei neue Grundstücke vorgeschlagen. Sie sollen nun geprüft werden, ob sie sich für einen Neubau eignen.

RZV will Ziel nicht im Gegeneinander erreichen

"Der Rinderzuchtverband und die heimische Landwirtschaft brauchen eine Lösung, die Planungssicherheit für kommende Generationen schafft. Wir suchen einen Standort, der genehmigungstechnisch funktioniert, gut an den Verkehr angebunden ist und gleichzeitig für uns im Betriebsablauf praktikabel ist", so der RZV gegenüber Bayernwelle. Dieses Ziel wolle der Rinderzuchtverband im Miteinander erreichen, nicht im Gegeneinander.

Peter Hierstetter von der Bürgerinitiative (links) und Bernhard Reiter vom Rinderzuchtverband (rechts) bei der Podiumsdiskussion am Montagabend. 

Der Widerstand gegen den geplanten Neubau südlich von Wolkersdorf wurde zuletzt immer größer. Eine Bürgerinitiative gründete sich, sammelte Unterschriften und kündigte an, im Notfall auch einen Bürgerentscheid anzustreben. Das Grundstück in Wolkersdorf ist laut Bayernwelle für den Rinderzuchtverband aber noch nicht vom Tisch: Sollten die drei neuen Grundstücksangebote nicht passend sein, wolle man für die Bebauung in Wolkersdorf den nächsten Anlauf starten.

Ganz enge Mehrheitsverhältnisse bisher im Stadtrat

Im Stadtrat wäre am Donnerstag die Änderung des Flächennutzungsplanes auf der Tagesordnung gestanden - eine Voraussetzung, dass der RZV in Wolkersdorf neu bauen könnte. Bisher war der Grund südlich des Dorfes als Wohnbaugebiet ausgewiesen, nun hätte die Stadtverwaltung ein "Sondergebiet Rinderzuchtverband" vorgeschlagen. Auch im Stadtrat ist das Thema umstritten: Schon bei einer ersten Abstimmung im September betrug die Mehrheit im Stadtrat für den Neubau nur 12:11. Der mögliche Neubau des Rinderzuchtverbandes wird am Donnerstag aber wohl trotzdem Thema im Stadtrat sein. 

xe

Zurück zur Übersicht: Traunstein

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT