Ärger um Informationspolitik zur Klosterkirche

Stadträte stinksauer: "Was kann man jetzt noch glauben?"

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Christian Hümmer, Isabelle Thaler und Sepp Kaiser waren drei von jenen acht, die am Donnerstag gegen die neuesten Entwicklungen bei der Klosterkirche stimmten und die ihrem Ärger freien Lauf ließen.
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Traunstein - Bei einigen war der Ärger richtig groß: Bekam der Stadtrat falsche Infos, als es um die Kündigung der Verputzfirma ging? Auch die Kosten für die Klosterkirchen-Sanierung steigen weiter.

Die Berichterstattung zur Kündigung einer Fürther Verputzfirma hat hohe Wellen geschlagen: Hat die Verwaltung sowohl die Stadträte, als auch die Öffentlichkeit falsch informiert? Um rund 500.000 Euro wird das Projekt "Klosterkirche" teurer, weil nach einer Kündigung eine neue Firma für Putz- und Malerarbeiten gesucht werden musste. Außerdem kommt es zu Verzögerungen auf der Baustelle. Doch die Verputzfirma einerseits und die Stadtverwaltung andererseits liefern völlig verschiedene Geschichten, wie es dazu kam. 

Hümmer, Thaler, Schulz und Kaiser machten ihrem Ärger Luft

Am deutlichsten wurde in der Stadtratssitzung am Donnerstag Isabelle Thaler: "Wir müssen Entscheidungen fällen, die auf falschen Infos seitens der Stadt basieren. Ich fordere Transparenz, um die Wahrheit zu finden." Von der Stadtverwaltung hieß es bisher immer, dass die Firma ihrer Arbeit nicht nachgekommen wäre und dass die Stadt sie deshalb kündigen musste - doch laut dem Bericht des Traunsteiner Tagblattes vom Mittwoch waren die Handwerker für erste Arbeiten durchaus da und die Firma kündigte von sich aus, weil sich der Bauablauf bei der Klosterkirche immer mehr verzögerte.

"Und wir sollen uns jetzt aussuchen, was stimmt", war auch Stadtrat Sepp Kaiser hörbar angefressen: "Die Leute auf der Straße sagen doch, da sitzen lauter Knaller im Stadtrat, die sich nicht informieren." Auch Christian Hümmer war verblüfft: "Das muss doch irgendwie aufgeklärt werden. Was kann man jetzt noch glauben?" Karl Schulz ärgerte sich über die "aufgetischten Mehrkosten", ohne über die Vorgeschichte der Putz- und Malerarbeiten informiert worden zu sein. 

Stadt wollte nachverhandeln, Firma nicht

Oberbürgermeister Christian Kegel verteidigte sich natürlich und versuchte, einiges richtigzustellen: die unvorhersehbaren Verzögerungen habe es vor allem durch archäologische Grabungen gegeben und an der Klosterkirchen-Baustelle sei für die Putz- und Malerarbeiten soweit alles bereit gewesen: "Die Terminpläne wurden in weiten Teilen vom Architekten mit der Firma abgestimmt." Die Stadt habe der Firma auch Ersatzleistungen wegen unvorhersehbaren Verzögerungen angeboten. 

"Wir hätten gerne nochmal über neue Preise mit der Firma verhandelt, aber die haben den Termin abgesagt", so auch Stephan Hohenschutz von der Rechtsabteilung im Rathaus: "Der Firma mussten immer wieder Nachfristen gesetzt werden, aber wir hatten dann das Gefühl, dass die den Auftrag gar nicht mehr wollen." Vor allem die Stadträten von CSU und UW überzeugte das nicht: Gegen die neuesten Ausschreibungen und Kostenprognosen setzte es aus ihren Reihen acht Nein-Stimmen. "Irgendwie müssen wir uns noch in die Augen schauen können, aber das wird jetzt schwierig", so UW-Stadtrat Kaiser.

Aktuelle Kostenprognose bei 12,8 Millionen Euro

Die aktuellste Kostenprognose für die Sanierung der Traunsteiner Klosterkirche liegt bei 12,8 Millionen EuroGut sieben Millionen Euro muss die Stadt selbst zahlen, der Rest kommt aus Zuschüssen und Spenden. Oberbürgermeister Kegel versicherte am Donnerstag erneut, dass der Zeitplan für die restlichen Bauarbeiten fix sei: Gebäude und Freianlagen sollen bis zum Oktober fertig sein. Kloster- und Pausenhof der Ludwig-Thoma-Schule sollen aber im Sommer fertig sein, auch die Sommerkonzerte können stattfinden. Das Gewölbe in der Kirche ist bereits fertig und auch 80 Prozent der Haustechnik.

xe

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