Pläne des Landkreises machen nächsten Schritt

Zwei Stadträte stimmen gegen Bildungs-Campus und Hochschule

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Der geplante Bildungscampus westlich des Traunsteiner Bahnhofs: Gelb umrandet die Handwerksakademie und das Institut der Hochschule Rosenheim, blau umrandet das Parkhaus (momentan Güterhalle), rot umrandet das Wohnheim (momentan Pendlerparkplatz). Die gesamte Fläche misst über 32.000 Quadratmeter.
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Traunstein - Im Stadtrat wurde jetzt der Weg geebnet, dass Traunstein zur Hochschulstadt werden kann. Trotzdem gab es eine längere Diskussion und zwei Gegenstimmen aus den Reihen der Grünen.

Von einem "riesigen Aufschwung" sprach Oberbürgermeister Kegel, von einer "Jahrhundertchance" CSU-Fraktionschef Hümmer und von einer "Aufwertung und Belebung" Thomas Stadler (Grüne) - aber nicht alle sahen es am Donnerstag im Traunsteiner Stadtrat so, zumindest setzte es zwei Gegenstimmen: Wilfried Schott und Wolfgang Wörner (Grüne) sagten "Nein" zur Umwidmung des Areals als "Sondergebiet Bildungscampus", eine Voraussetzung für die nächsten Schritte.

Der Landkreis präsentierte Ende März seine Pläne für eine Handwerksakademie, ein Institut für Digitalisierung und Innovationsmanagement von der Hochschule Rosenheim, ein Wohnheim und ein Parkhaus auf dem Bahnhofsareal-West in Traunstein. Schon im nächsten Jahr soll mit dem Bau des Wohnheims begonnen werden, ab 2022 sollen die Hochschulstudiengänge angeboten werden. Ein dreistelliger Millionenbetrag wird investiert

OB Kegel: "Andere würden keine Sekunde diskutieren"

Wolfgang Wörner stimmte in seiner ersten Stadtratssitzung dagegen, er befürchtet gefährliche Verkehrssituationen für die AKG-Schüler.

Warum wurde dagegengestimmt? Schott begrüßte das Projekt zwar, bedauerte aber, dass durch den Bildungs-Campus die ursprünglichen Pläne für das Areal vom Tisch sind: 300 Wohnungen rund um BayWa und frühere "Metro" hätten nach Schotts Einschätzung entstehen sollen, davon bis zu 100 Sozialwohnungen. "Außerdem ist es nicht optimal, wenn auch der Pendlerparkplatz und die Güterhalle hier einbezogen werden sollen", so Schott. Auch Wolfgang Wörner stimmte in seiner ersten Stadtratssitzung mit "Nein", er folgt auf Stephan Hadulla. Wörner befürchtet, dass der Verkehr für die AKG-Schüler durch Hochschule & Co. noch gefährlicher würde

"Andere Gemeinden würden hier keine Sekunden diskutieren", wunderte sich der Oberbürgermeister über die kritischen Stimmen. Christian Hümmer holte weiter aus: "Das wird weit über unsere Generation hinauswirken", verglich er den Bildungs-Campus mit der Ansiedlung der Saline. "Aber wenn wir jetzt schon die Details debattieren, wirkt es, als würden wir nicht dahinterstehen. Den Hauch eines Zweifels aufkommen zu lassen, ist fatal", so Hümmer. Der CSU-Fraktionsvorsitzende meinte im Vorfeld, wer im Stadtrat gegen den Bildungs-Campus stimme, solle sich schämen.

Absage zu Bau des Jugendzentrums

Auf einem Jugendzentrum bestand in der Diskussion Thomas Stadler. Das Bürgerbegehren der JU forderte 2016 schließlich den Bau im Bahnhofsumfeld, jetzt war Stadler der einzige, der das Thema ansprach: "Das sollte in diesem Zug jetzt realisiert werden." Oberbürgermeister Kegel hatte aber schlechte Nachrichten: "Das Landratsamt hat das schon geprüft und für nicht sinnvoll befunden. Wir dürfen das Thema nicht außer Acht lassen, aber der Landkreis zahlt hier und hat den Hut auf."

xe

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