Vorbereitungen der Schäfflertänzer der Kolpingfamilie laufen auf vollen Touren

Traunsteiner Schäffler treten im kommenden Fasching wieder auf

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Vom 4. Januar bis 22. Februar sind sie mit dem Schäfflertanz wieder auf Traunsteins Straßen unterwegs: Die Schäfflertänzer der Kolpingfamilie Traunstein, die Musikkapelle Surberg-Lauter (links) und die Stadtmusik Traunstein (rechts).

Traunstein - Vom 4. Januar bis 22. Februar 2022 führen die Schäffler der Kolpingfamilie Traunstein auf Traunsteins Straßen wieder ihren Schäfflertanz auf.

Nachdem sie bereits seit ein paar Wochen ihren Schäfflertanz eingeübt haben, erfolgte nun das erste Treffen im schmucken Zunftgewand gemeinsam mit der Stadtmusik Traunstein und der Musikkapelle Surberg-Lauter, von denen sie bei ihren Auftritten abwechselnd musikalisch begleitet werden. Abgesehen von den Kasperln, die ein buntes Kostüm tragen, sind die Schäffler mit schwarzen Schuhen, weißen Kniestrümpfen, schwarzer Kniebundhose, Schurzleder, roter Jacke und grüner Kappe mit weißem Federbusch bekleidet. 


Die Traunsteiner Schäfflertänzer sind heuer personell bereits gut aufgestellt und haben das notwendige Personal beisammen, wie Tanzmeister Stefan Eisenreich betont. Neben den Tänzern gibt es Vortänzer, Fassschläger, die mit Hämmern auf Fässer schlagen, Kasperl, die die Zuschauer „derblecken, und Reifenschwinger. Die Reifenschwinger schwingen Holzreifen, in denen auf einer kleinen Verdickung ein volles Schnapsglas steht (manchmal gar zwei oder drei), ohne etwas daraus zu verschütten. Marketenderinnen versorgen die Zuschauer mit wärmenden Spirituosen. 

Der erste Tanz am 4. Januar wird traditionell für den Traunsteiner Oberbürgermeister vor dem Traunsteiner Rathaus aufgeführt. Ab diesem Tag bis zum Faschingssamstag können zum Beispiel Einzelpersonen, Firmen, Ämter, Behörden, Straßengemeinschaften oder sonstige Gruppierungen für 200 Euro einen Tanz buchen. Anmeldungen nimmt ab sofort Wast Eisenreich unter Telefon 0861/64957 oder E-Mail info@schaefflertanz-traunstein.de entgegen. Bei den Aufführungen werden zudem Spenden gesammelt. Durch den Verkauf von Schnaps kommt ebenfalls Geld in die Kasse. 


Mit den Erlösen unterstützen die Schäffler auch dieses Mal wieder soziale Projekte in der Region, wie zum Beispiel den Verein „Vergiss mein nicht“, die Aktion „Die im Dunkeln sieht man nicht“, die Ludwig-Thoma-Grundschule mit einem Brotbackofen sowie Traunsteiner Rettungsorganisationen. So sei der Schäfflertanz auch ein gutes Beispiel für den Bürgersinn in Traunstein, meint dazu der Schirmherr, Oberbürgermeister Christian Kegel. 

Der Legende nach wurde der Schäfflertanz 1517 während einer Pestepidemie aufgeführt, um die Bevölkerung, die sich wegen der Pest kaum mehr auf die Straße traute, zu beruhigen und das öffentliche Leben wieder in Gang zu bringen. Erstmals nachgewiesen ist der Schäfflertanz 1702 in München. Ab 1830 verbreitete sich der Brauch durch wandernde Schäfflergesellen auch außerhalb Münchens und ist heute in vielen Orten im altbayerischen Raum üblich. 

Der Traunsteiner Schäfflertanz wird zum ersten Mal 1865 erwähnt. 1914 wurde der Zunfttanz vom Turnverein Traunstein gestaltet. Die Kolpingfamilie Traunstein führte den Schäfflertanz anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens 1953 wieder auf. Seitdem hat sich der Brauch als feste kulturelle Veranstaltung Traunsteins erhalten und wurde alle zehn Jahre während der Faschingszeit aufgeführt. 2013 beschlossen die Verantwortlichen der Traunsteiner Schäffler, den Abstand der Schäfflertänze auf sieben Jahre zu ändern und damit mit der Tradition der anderen Schäfflergruppen gleichzuziehen. Deshalb wird der Traunsteiner Schäfflertanz zum neunten Mal bereits 2020 inszeniert. 

Bjr

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