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Solidarität mit der Ukraine

„Stoppt den Wahnsinn“: Berlin, Paris, London – aber auch Traunstein

Friedensdemonstration in Traunstein
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Friedensdemonstration in Traunstein

Traunstein – Überall in Europa, sogar weltweit, gingen am vergangenen Wochenende Menschen auf die Straße, um gegen den Angriffskrieg des Kremls gegen die Ukraine zu demonstrieren. In Traunstein versammelten sich ebenfalls hunderte Menschen auf dem Stadtplatz, um für Frieden und Freiheit zu demonstrieren und um der Ukraine ihre Solidarität auszudrücken.

Update, 28. Februar, 12.05 Uhr:

Diese Solidarität war weder auf politische noch kirchliche oder weltliche Ansichten oder Altersschichten beschränkt. Ein breites Bündnis zahlreicher Gruppierungen und Vereinigungen hielt gemeinsam Mahnwache in der Großen Kreisstadt und signalisierte ihre Unterstützung an das ukrainische Volk.

Traunstein präsentierte sich als blau-gelbes Fahnenmeer, begleitet von Europaflaggen und unzähligen Bannern mit kriegsablehnenden Aufschriften. Deutlich zeigte sich das Entsetzen in vielen Gesichtern darüber, dass auf europäischen Boden kriegerische Auseinandersetzungen stattfinden. Dieses Entsetzen war begleitet von Ängsten, wie es in Zukunft weiter geht und wie sich die Situation entwickelt. Gleichzeitig setzten die Redner in Traunstein ein Zeichen, dass sie diese kriegerischen Handlungen ablehnen und den Menschen in der Ukraine humanitäre Hilfe zusichern.

SPD, FDP, Grüne, CSU, Die Linke, die Friday for Future Bewegung Traunstein, die Henastallbande, die AF-Dirndl und die Evangelische Jugend hatten auf Grund des Kriegsausbruchs in der vergangenen Woche zu dieser Mahnwache aufgerufen. Angemeldet waren rund 150 Teilnehmer, gekommen sind nach Schätzungen der Traunsteiner Polizei rund 500 Menschen. „Ich hätte mir nie gedacht, dass wir in so kurzer Zeit so viele Menschen auf die Straße bringen“, sagte Sophia Gantner aus Altenmarkt, die die Mahnwache mitorganisierte und moderierte.

Der SPD Politiker Sepp Parzinger aus Bergen sah es als gutes Zeichen, wenn „Von der Linkspartei bis zur CSU alle gemeinsam für Frieden in Europa eintreten. Ich dachte, wir sind die Generation, die nie mehr Krieg in Europa erleben muss, ich habe mich getäuscht“ sagte Parzinger. „Der 24. Februar 2022 wird uns im Gedächtnis bleiben. Dieser ungerechtfertigte Angriffskrieg hat uns entsetzt und empört“, so Konrad Baur von der Traunsteiner CSU. Seiner Meinung nach sei „nicht nur die selbstgewählte Annäherung der Ukraine an Europa sei angegriffen worden, sondern auch unsere westliche, demokratische Weltordnung“.

Manuela Pertl von den Linken sieht den Kriegsausbruch als schwarzen Tag in Europa und ergänzte, „dass man trotz aller Solidarität für die Ukraine auch die anderen Konflikte und Kriege in der Welt nicht vergessen darf“. Für die FDP trat Patric Weiß ans Mikrofon. „Wir leben seit Donnerstag in einer anderen Welt“, sagte er betroffen und fügte an den Kreml gerichtet hinzu, „wer glaubt, mit Waffen Grenzen verschieben zu können, der irrt, das Streben nach Frieden und Freiheit wird immer alle Grenzen überwinden“. Für Martin Zillner von den Grünen steht fest, „die Sanktionen müssen Putin hart treffen, wenngleich die Einschränkungen insbesondere die Wirtschaft ebenfalls hart treffen werden“.

Rebecca Berger von der Henastallbande forderte zur Solidarität mit der Ukraine auf und stellte fest, „niemand wolle den Krieg“. Die Siegsdorferin befürchte aber eine große Flüchtlingswelle und ermutigte die Zuhörer mit „gemeinsam werden wir das Schaffen“ zur solidarischen Hilfe gegenüber den Hilfesuchenden. Eine ausdrucksstarke Ansprache lieferte der erst 16-jährige Luca Barakat aus Marquartstein. „Krieg ist immer die falsche Lösung“, stelle er fest. „Mir ging und geht es gut, Krieg war für mich nie ein Thema und jetzt habe man Krieg nicht einmal 2000 Kilometer von der Heimat entfernt“, zeigte sich der Schüler betroffen. „Stoppt den Wahnsinn, der Krieg ist nicht gerechtfertigt“, so sein Appell in Richtung Russland.

Renate Schunck von der Friedensinitiative Traunstein Traunreut Trostberg forderte Verhandlungen ohne eine militärische Auseinandersetzung und erntete dafür ein geteiltes Echo. „Keine Mutter möchte, dass Kinder in den Krieg ziehen! Schießen wird nicht helfen, man muss an den Verhandlungstisch“, so die Rednerin. Eine militärische Aufrüstung sei in ihren Augen nicht zielführend und harte Sanktionen würden ohnehin nur die armen Menschen treffen. „Frieden ist nur durch Verhandlung möglich“, so ihr Aufruf an die Teilnehmer.

Zahlreiche weitere Redner nutzten die Chance des offenen Mikrofons. Dabei griffen sie sowohl die Nazigeschichte Deutschlands und ihre Folgen, aber auch die Notwendigkeit einer schnellen Energiewende auf. Dr. Rainer Schenk aus Traunstein sagte beispielsweise „wir müssen uns in der Energieversorgung schnellstmöglich unabhängig machen“. Eine junge Frau beklagte „Die Jugend hat Angst, zuerst Corona und jetzt Krieg! Dies habe viele von uns sehr schnell altern lassen“.

Paul Diedrich aus Traunstein forderte, „es helfen keine warmen Worte mehr, wir brauchen eine 180 Grad Wende in der Deutschland - Russland Politik“. Seiner Meinung nach braucht die Ukraine kurzfristig militärische und humanitäre Hilfe. Weitere Wortmeldungen gaben aber zu bedenken, keinen generellen Hass auf das russische Volk aufzubauen. Viele seien friedliebende Menschen und diese Eskalation gehe rein auf das Konto Vladimir Putins und seinem Dunstkreis im Kreml. Viele forderten dazu auf, für die demokratischen Werte zu kämpfen und der Ukraine beizustehen.

Florian Appelt und Claudia Zaunick waren als Vertreter der Ordnungsbehörde des Landratsamtes vor Ort. Beide zogen am Ende der Veranstaltung über den Ablauf ein positives Fazit. Trotz der Tatsache, dass deutlich mehr Menschen gekommen waren als ursprünglich angenommen, konnte man durch die Sperrung des Durchgangsverkehrs am Stadtplatz einen coronakonformen Ablauf gewährleisten. Ähnlich zufrieden zeigten sich die Beamten der Traunsteiner Polizei. Es kam zu keinen nennenswerten Vorkommnissen, so der Tenor am Ende der knapp zweistündigen Mahnwache.

Die Erstmeldung:

Traunstein - Am Sonntag (27. Februar) rief ein gemeinsames Bündnis aus zahlreichen politischen Parteien „Von der Linkspartei bis zur CSU“ und weitern Organisationen zur friedlichen Kundgebung gegen den Angriffskrieg Russlands und als Zeichen der Solidarität für die Menschen in der Ukraine auf. Zahlreiche Redner, darunter auch Sepp Parzinger (SPD), Patrik Weiß (FDP) und Konrad Bauer (CSU) traten ans Mikrofon. Traunsteins Stadtplatz war bunt gehüllt in gelb-blauen Fahnen und Flaggen. Nach Angaben der Ordnungskräfte folgten dem Aufruf rund 500 Menschen, die sich durchwegs friedlich verhalten haben. Die Veranstalter zeigten sich am Ende, trotz der kurzen Vorbereitung, überwältigt von so vielen Teilnehmern.

hob

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