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Feldtag für Landwirte im „roten Gebiet“

Stabile Erträge und Grundwasserschutz: So schaffen es Landwirte unter schwierigen Bedingungen

Foto zum Feldtag vom AELF TS
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Johann Posch erläutert den Landwirten die Verfahrensabläufe bei der Minimalbodenbearbeitung.

Es gibt viele Versuche und Tests, wie man den Boden und das darunter liegende Grundwasser so aufbereitet, dass die nächste Ernte möglichst ertragreich ausfällt - besonders in Gebieten mit höherer Nitratbelastung im Grundwasser.

Meldung im Wortlaut

Traunstein - Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein veranstaltete einen Feldtag speziell für Landwirte aus Gebieten mit höherer Nitratbelastung im Grundwasser, sogenannten „Roten Gebieten“. Diese gibt es in geringem Umfang im nördlichen Landkreis Traunstein und im Landkreis Berchtesgadener Land in der Gemarkung Weildorf.

Auf dem Demonstrationsbetrieb von Frank Janetzky aus Traunwalchen wurde dazu eine umfangreich gestaltete Versuchsanlage vorgestellt. Diese ist nach wie vor beschildert und befindet sich am Ortsrand von Traunwalchen Richtung Niedling direkt neben der Verbindungsstraße.

Wasserberater Franz Gmaindl führte durch den Maisschauversuch und erklärte, dass von staatlicher Seite Lösungen für die Landwirtschaft gesucht werden, die, bei möglichst gleichbleibenden Erträgen, Erosionsschutz und Grundwasserschutz berücksichtigen. Aufgrund von Wetterextremen wie Starkregen und Trockenheit wird der Anbau von Zwischenfrüchten als Vorfrucht für unverzichtbar angesehen.

Auf dem Versuchsfeld wurden sowohl abfrierende als auch überwinternde Arten als Maisvorfrucht ausgesät und miteinander verglichen. Beim Anbau winterharter Zwischenfrüchte zeigten sich positive Effekte für den Grundwasserschutz. Wolfgang Hutterer, Agraringenieur und Experte für Wasserschutzgebiete erklärte, dass alle Zwischenfrüchte im Herbst den Großteil des im Boden verfügbaren Stickstoffs aufnehmen können.

Der Unterschied zeigte sich erst im Frühjahr bei den erneuten Messungen des verfügbaren, also auswaschungsgefährdeten, Stickstoffs. Hier wiesen die Flächen mit den immer noch grünen Pflanzen deutlich niedrigere Gehalte auf als jene mit abgefrorenen Zwischenfrüchten.

Für das Grundwasser besteht unter einer Fläche mit lebenden Pflanzen also eine geringere Gefahr der Nitratbelastung. Für den nachfolgenden Mais stehen somit auch mehr Nährstoffe zur Verfügung, die in den auf der Fläche belassenen Pflanzen zwischengespeichert sind. 

Stabile Erträge und Anpassung an extreme Wetterereignisse

Auch Pflanzenbauberater Simon Bauer betonte, dass der konservierte Stickstoff aus den Zwischenfrüchten und eine ausgewogene Düngung mit weiteren Nährstoffen dabei helfen, Stickstoff im Roten Gebiet einzusparen. Ebenso sollte jeder Landwirt besonderes Augenmerk auf die Förderung der Bodenfruchtbarkeit legen, um positive Effekte für den Gewässerschutz, für stabile Erträge und auch für die Anpassung an Extremwetterereignisse zu haben. 

Um überwinternde Zwischenfrüchte vor der Maissaat in erosionsgefährdetem Gelände ohne Pflug zu beseitigen, wurde im Versuch die Minimalbodenbearbeitung mit einer Fräse erprobt. Johann Posch aus Mögstetten erläuterte dazu seine Erfahrungen im eigenen Betrieb und bei der Bearbeitung der Versuchsflächen, welche sich durch das nasskalte Wetter in diesem Jahr schwierig gestaltete. Abschließend fasste Franz Gmaindl zusammen: „Verbesserung des Grundwasserschutzes, ohne wesentliche Ertragseinbußen der Landwirte, ist das Ziel der Versuchsreihe.“ Der Demonstrationsversuch wird nächstes Jahr wiederholt, um die Auswertungen und Erkenntnisse abzusichern.

Pressemitteilung des Landwirtschaftsrats Traunstein

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