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Siegsdorferin wollte dem Ex „Lieblingsspielzeug versauen“

Urteil im Rosenkrieg: Wegen „Eifersüchteleien“ Buttersäure-Anschlag auf 650-PS-Sportwagen

Foto vom Feuerwehreinsatz bei Siegsdorf im Juni 2018. Zu sehen eine der Türen, die die Angeklagte mit Buttersäure bearbeitet haben soll.
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Foto vom Feuerwehreinsatz bei Siegsdorf im Juni 2018. Zu sehen eine der Türen, die die Angeklagte mit Buttersäure bearbeitete.

„Sie wollten ihm eins auswischen“, stand für das Gericht fest: Mit Buttersäure rächte sich eine Siegsdorferin an ihrem Ex, danach war ein 185.000 Euro teurer Dodge kaum mehr zu gebrauchen und im Haus stank es bestialisch. Im jahrelangen Rosenkrieg fiel jetzt das Urteil.

Siegsdorf/Traunstein - Die Taten liegen über vier Jahre zurück, doch jetzt hat der Rosenkrieg zwischen einer Siegsdorferin und ihrem Ex zumindest vor Gericht ein Ende gefunden. Am Donnerstag (22. Dezember) wurde die 46-Jährige am Traunsteiner Amtsgericht verurteilt. Im Juni 2018 spritzte sie Buttersäure unter anderen in den Sportwagen ihres Ex-Partners und an die Türen seines Hauses. Ergebnis: Ein Gestank wie bei Kotze oder faulen Eiern - so wurde es von Zeugen vor Gericht jedenfalls immer wieder beschrieben.

Dodge Viper für 185.000 Euro - „Lieblingsspielzeug versaut“

„Sie wollten ihm eins auswischen“, so Richter Wolfgang Ott. Das Urteil lautete auf Sachbeschädigung, die Frau hat 2700 Euro Strafe zu bezahlen. Die Motive laut dem Richter: „Eifersüchteleien und gekränkte Eitelkeit.“ Denn die 46-Jährige war mit dem Geschädigten lange liiert und auch geschäftlich verbunden - dann hatte ihr Ex eine neue Beziehung. Ins Visier geriet dann eines seiner Autos: ein 185.000 Euro teurer Dodge Viper, 650 PS stark. „Sie wollten das Lieblingsspielzeug des Geschädigten versauen“, fand Wolfgang Ott eindeutige Worte. Der Gestank war aus dem Auto nicht mehr herauszubringen.

Angeklagt war die Siegsdorferin auch wegen Körperverletzung, denn ihr Ex gab an, nach der Buttersäure-Attacke unter Kopfschmerzen gelitten zu haben. Von diesem Vorwurf wurde die Frau aber freigesprochen, denn „die Kopfschmerzen könnten zig Gründe haben“, so das Gericht. Wegen Chatverläufen und ihren Amazon-Bestellungen war für das Gericht klar: Die 46-Jährige kaufte sowohl die Buttersäure, als auch Spritzen, um die Flüssigkeit zu verteilen. Und schon Tage vor der Tat fiel ihrem Sohn in der Wohnung derselbe Gestank auf - da seien die Spritzen aufgezogen worden, „da kam der Geist aus der Flasche“, so Richter Ott.

„Warum zur Hölle sollten Sie Buttersäure in Ihr eigenes Auto kippen?“

„Ich habe meinem Ex mein Leben, meine Liebe und mein Vertrauen gegeben - das ist schade“, sagte die Angeklagte abschließend. Sie sah sich unschuldig, ihr Verteidiger Andreas Kastenbauer plädierte auf Freispruch. Die Frau meinte, der Sportwagen und die Türen hätte sie bezahlt - also sei es auch ihr Eigentum und der Vorwurf der Sachbeschädigung wäre hinfällig. Etliche Rechnungen und Kontoauszüge wurden dem Gericht vorgelegt. Aber: Kaufvertrag, Versicherung oder Fahrzeugbrief liefen auf ihren Ex, er fuhr auch als einziger den Dodge. „Und warum zur Hölle sollten Sie Buttersäure in Ihr eigenes Auto kippen?“, fragte Staatsanwalt Chris-Dominik Kempel.

Verurteilt wurde aber auch ein Bekannter der Siegsdorferin wegen Beihilfe zur Sachbeschädigung. Er soll sie auf die Idee mit der Buttersäure gebracht haben - das ging aus Chats zwischen den beiden hervor. 2500 Euro Strafe brummte ihm das Gericht auf. Vielleicht habe man es nur als Scherz gedacht und die Buttersäure unterschätzt, so Staatsanwalt Kempel. Doch der Sachschaden von mindestens 82.000 Euro sei beträchtlich und die beiden Angeklagten seien planvoll vorgegangen. Im Chat zwischen den beiden sei nach der Buttersäure-Bestellung geschrieben kommen: „Es wird der Duft der Rosen kommen...

xe

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