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Prozess um erschütternden Unfall bei Mühldorf

Versuchter Mord durch Frontalunfall? Wie der Entgegenkommende den „Knall“ erlebte

Schwerer Verkehrsunfall auf St2352 zwischen Mühldorf und Waldkraiburg ereignete sich am Mittwochabend (23. März) gegen 20.10 Uhr.
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Schwerer Verkehrsunfall auf St2352 zwischen Mühldorf und Waldkraiburg ereignete sich am Mittwochabend (23. März) gegen 20.10 Uhr.

Er wollte sich durch einen Frontalunfall wohl selbst töten, jetzt steht ein psychisch erkrankter, junger Waldkraiburger vor Gericht: Der Fahrer des entgegenkommenden Autos berichtete nun von dem Horror-Crash - der ausgerechnet an seinem 23. Geburtstag passierte.

Traunstein/Mühldorf - Das Auto als Waffe, um sich selbst zu töten - laut Staatsanwaltschaft war das der Plan eines psychisch erkrankten Mannes aus Waldkraiburg: am 23. März 2022 raste er mit einem Freund als Beifahrer bei Mühldorf in den Gegenverkehr. Ums Leben kam bei dem Crash auf der St2352 niemand, doch der Unfallfahrer musste sich am Donnerstag (22. Dezember) vor dem Landgericht Traunstein weiter wegen versuchten Mordes und Körperverletzung verantworten.

Entgegenkommender Fahrer: „Ich kann mich noch an den Knall erinnern“

Zwei ganz zentrale Zeugen waren am Donnerstag geladen: der 20-jährige Beifahrer des Angeklagten und der Fahrer des entgegenkommenden BMW. Beide kannten sich sogar, wie sich zeigte. „Mir ist das Auto schon von Weitem aufgefallen“, erzählte der BMW-Fahrer, der an jenem Tag auch noch seinen 23. Geburtstag hatte und mit seiner Freundin auf dem Weg ins Restaurant war. Sie fuhr direkt hinter ihm. Immer weiter sei der Audi des Angeklagten auf seine Spur gekommen, bis er schließlich noch versucht habe, das Lenkrad herumzureißen. „Ich kann mich noch an den Knall erinnern. Alles hat sich gedreht und dann wurde ich glaube ich bewusstlos.“

Mit den Worten seiner Freundin, die gleich zu ihm eilte, sei der Mettenheimer wieder zu sich gekommen: „Kannst Du Deine Beine noch bewegen?“ Er hatte aber Glück, verletzte sich nur an Brustkorb, Wirbelsäule und der Hand. Nur einen Tag musste er im Krankenhaus bleiben. Durch sein Lenkmanöver in letzter Sekunde konnte er einen Frontalzusammenstoß verhindern. „Später hat mir dann der Beifahrer des Angeklagten erzählt, dass er es wohl aus Absicht gemacht hat.“ Dass das Thema immer noch „sehr präsent“ sei, bestätigte auch die hinter dem Geschädigten fahrende Freundin vor Gericht.

Lediglich mit Schmerzen, ohne schwerere Verletzungen, kam der Beifahrer des Angeklagten davon. „Was machst Du? Hör auf!“, habe er noch geschrien, als er merkte, dass sein Freund wohl fest entschlossen mit über 100 km/h in den Gegenverkehr raste. Auch er vermutete vor dem Landgericht als Zeuge, dass Absicht hinter dem Unfall steckte. „Ich konnte danach einige Wochen nicht mehr selber Autofahren. Es war der krasseste Unfall, den ich je erlebt habe“, so der Beifahrer.

Urteil am Landgericht Traunstein wohl am 2. Januar

Der Angeklagte ist psychisch erkrankt und setzte laut Staatsanwaltschaft vor dem Unfall seine Medikamente ab. „Stimmen“ hätten ihn dann zu der Tat getrieben, so der heute 21-jährige Waldkraiburger. Laut seinem Verteidiger Harald Baumgärtl könne er sich an den Tag bis zum Unfall nicht mehr erinnern - erst, als er kurz nach dem Crash mit Suizidabsichten in den Innkanal sprang, sei ihm gekommen, „was ich da für einen Blödsinn mache“. Wegen der Krankheit habe der Mann „im Zustand der Schuldunfähigkeit“ gehandelt, heißt es auch von Seiten der Staatsanwaltschaft.

Noch stehen Gutachten, Plädoyers und das Urteil aus. Am nächsten Prozesstag, am 2. Januar 2023 ab 9.30 Uhr, wird damit gerechnet.

Generell berichten wir nicht über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0800-6553000. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de.

xe

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