Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Kindesmissbrauch durch Waldkraiburger an Buben aus Kreis Rosenheim?

Mutter im Zeugenstand - Bub schreckte nachts auf: „Ich wurde vergewaltigt“

Hat ein Busfahrer aus Waldkraiburg drei Buben aus dem Landkreis Rosenheim vergewaltigt? Bisher weist er alle Vorwürfe von sich. Man darf gespannt sein, welche neuen Erkenntnisse der heutige, dritte Verhandlungstag am Landgericht bringt.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Dem Angeklagten werden dutzende Fälle von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung an drei Buben vorgeworfen.
  • Der Angeklagte hat bei Prozessauftakt die Vorwürfe abgestritten und eine „Falle der Eltern“ vermutet.
  • Weitere neue Indizien belasten Angeklagten
  • Mutter erhebt im Zeugenstand schwere Vorwürfe
  • Mutmaßlich missbrauchter Bub muss aussagen

Update, 16.15 Uhr - Mutter im Zeugenstand - Bub schreckte nachts auf: „Ich wurde vergewaltigt“

„Ich wollte nie, dass er mit seinen 13 Jahren am Wochenende so weit entfernt übernachtet und sich dann auch nie meldet”, stellt nun der Vater eines der mutmaßlich vergewaltigten Buben klar. Er hatte auch versucht, dem Angeklagten ein „Kontaktverbot” auszusprechen, als der das Kind zurück zur Familie im Landkreis Rosenheim brachte. 

Auch der Vater sagt dem Gericht, dass der 13-Jährige nie groß mit den Eltern über das Thema sprechen wollte - „er gräbt das ein”, so der Mann im Zeugenstand. Trotzdem wühlte der Missbrauch den Buben anscheinend sehr auf. Manchmal sei er nachts wachgeworden und habe gesagt: „Ich wurde vergewaltigt”, berichtete es seine Mutter dem Landgericht. 

Schließlich wird der Chef des Angeklagten vernommen. Als Busfahrer habe er ganz normal gearbeitet, es habe keine Auffälligkeiten gegeben – bis auf die Rechnungen seines Diensthandys. Wegen exorbitanter Privatnutzung habe es immer wieder Gespräche zwischen dem Waldkraiburger und seinem Vorgesetzten gegeben. Schon die Kripo fand heraus, dass zwischen dem Angeklagten und den mutmaßlich missbrauchten Buben hunderte Telefonate geführt wurden. 

Ein Argument des Angeklagten, der zu Prozessbeginn alle Vorwürfe von sich wies, wird durch seinen Chef jedoch entkräftet. „Mein Mandant sagte aus, manche Kinder hätten ihn als Busfahrer belästigt und er hätte sich dann an Sie gewandt, um eine andere Strecke fahren zu können”, so Verteidiger Andreas Knoll. „Nein, darüber hat er nie mit mir gesprochen”, entgegnete der ehemalige Arbeitgeber des Angeklagten. 

Auch der mutmaßlich missbrauchte Bub, zu den Tatzeitpunkten 13 Jahre alt, wurde am heutigen Dienstag vom Landgericht vernommen. Um seine Zeugenaussage kommt das Gericht nicht umhin, wenn der Angeklagte die Taten leugnet. Die Öffentlichkeit wurde dabei jedoch gänzlich ausgeschlossen. Der Prozess gegen den 56-jährigen Busfahrer aus Waldkraiburg wird am 2. November fortgesetzt.  

Update, 12.55 Uhr - Zeugenaussage der Mutter: Sohn und Tochter des Angeklagten hätten sich gut verstanden

Der Prozess gegen einen Busfahrer, der drei Buben aus dem Landkreis Rosenheim vergewaltigt haben soll, geht weiter – und es geht los mit der Zeugenaussage der Mutter eines der Kinder. 13 Jahre alt soll der Bub gewesen sein, als er missbraucht wurde. Er übernachtete an einigen Wochenenden immer wieder beim Angeklagten zu Hause, im Beisein seiner Frau und seiner Tochter. Und von dort holte die Polizei das Kind Mitte Juli 2021 auch ab.

„Mein Sohn sagte immer, er verstehe sich mit der Tochter des Angeklagten gut. Deswegen wollte er dort an den Wochenenden übernachten“, so die Mutter als Zeugin. Manchmal habe er sich auch heimlich aus dem Staub gemacht. Aber eins sei ihr „immer schon komisch vorgekommen“: Die Eltern, wo der Sohn übernachtete, habe sie nie wirklich kennengelernt. „Ich wusste eigentlich nur, dass das in Waldkraiburg ist, ohne Adresse.“

Die Versuche, ihren Sohn an den Wochenenden telefonisch zu erreichen, gingen oft ins Leere. „Das war ein Problem für mich.“ Heute ärgert sie sich: „Blöd wie man ist, habe ich ihm vertraut.“ Am Abend, als die Polizei dem 56-Jährigen aus Waldkraiburg auf die Schliche kam, hätten die Eltern des 13-Jährigen ihm auch das Handy wegnehmen wollen – auf Anraten der Polizei. Der Bub habe sich vehement gewehrt und gerufen: „Nein, der bringt mich um.“ Über den sexuellen Missbrauch hat der Sohn mit seinen Eltern auch nie geredet.

Am heutigen Prozesstag wird auch der Vater des 13-Jährigen noch vernommen, außerdem auch der Chef des Angeklagten, der Busfahrer war – und der Bub selbst wird ebenfalls noch als Zeuge geladen. 

Update, 25. Oktober, 8.45 Uhr - Angeklagter wittert „Falle“ der Eltern

Traunstein/Waldkraiburg/Landkreis Rosenheim - Bleibt es bei seinem kategorischen „Nein“ zu den Vorwürfen? Am Dienstag (25. Oktober) wird vor dem Traunsteiner Landgericht weiter gegen einen 56 Jahre alten Mann aus Waldkraiburg verhandelt. Laut Staatsanwaltschaft hat er zwischen 2019 und 2021 drei Buben aus dem Landkreis Rosenheim vergewaltigt und sexuell missbraucht. Als Busfahrer soll er die Kinder - zur Tatzeit neun bis 13 Jahre alt - kennengelernt haben. Die Verhandlung wird um 9.30 Uhr fortgesetzt.

Der Angeklagte leugnete nicht, die Kinder zu kennen. Einer der Buben habe auch bei ihm und seiner Frau zuhause übernachtet - weil sich das Kind mit seiner Tochter gut verstanden hätte. Er vermutet, dass eine „Falle“ der Eltern hinter den Vorwürfen stecke. „Ich bin nur einfacher Busfahrer“, so der Angeklagte. Eine Mutter hätte ihm schon gedroht, ihn mit den Vergewaltigungs-Vorwürfen „fertigzumachen“. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft betitelte der Waldkraiburger deshalb schlicht als „Lüge“.

Beim jüngsten Prozesstag vorige Woche legten die Ermittlungsführerin der Kripo Mühldorf und weitere Polizisten ihre Erkenntnisse offen: Spermaspuren konnten in den Wohnungen gefunden werden, wo sich die Taten gegen die Kinder ereignet haben sollen. Hunderte Anrufe zwischen den Buben und dem 56-Jährigen konnten zurückverfolgt werden. Whatsapp-Verläufe waren gelöscht. Bleibt der 56-Jährige bei seiner Version, müssen auch die drei Buben vor Gericht vernommen werden.

chiemgau24.de wird aktuell aus dem Gerichtssaal berichten. Angeklagt ist der 56-Jährige wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern, Vergewaltigung und sexueller Nötigung. Mit einem Urteil wird am 6. Dezember gerechnet.

xe

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/dpa/Symbolbild

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Sie haben aber die Möglichkeit uns Ihre Meinung über das Kontaktformular zu senden.

Die Redaktion