Demos von Händlern und Gastro auch im BGL

Protest in Traunstein: „Wir müssen auf die Straße, sonst hört uns überhaupt keiner“

„5 vor 12“-Protest von Einzelhändlern und Gastronomen am 29. März am Stadtplatz in Traunstein.
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„5 vor 12“-Protest von Einzelhändlern und Gastronomen am 29. März am Stadtplatz in Traunstein.

Rund 80 Demonstranten versammelten sich am Montag am Traunsteiner Stadtplatz und machten mit Töpfen, Deckeln oder Trommeln mächtig Lärm - es geht um eine Öffnungsperspektive für Handel und Gastronomie. Auch im Berchtesgadener Land wurde demonstriert. Wir haben Fotos und Videos.

Traunstein - Die Kundgebungen um 11.55 Uhr für eine Öffnungsperspektive in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land scheinen sich zu etablieren. Rund 80 Demonstranten fanden sich am Montagmittag, 29. März, am Traunsteiner Stadtplatz ein - ausgerüstet mit Kochtöpfen, Löffeln, Deckeln und Trommeln um sprichwörtlichen Alarm zu schlagen.

„Wir müssen auf die Situation von Handel, Gastronomie, Kultur und Innenstadt aufmerksam machen“, so Thomas Miller, 1. Vorsitzender des Vereins „Traunstein erleben“. Der Gleichbehandlungsgrundsatz sei stark verletzt, so Ernst Haider, Kreisvorsitzender des Handelsverbands, denn andere Branchen und Handelsbetriebe dürften öffnen. „Wir sind massiv in unserer Tätigkeit gefährdet und fordern ein schlüssiges Öffnungskonzept und eine Perspektive.“ Die Last der Pandemie werde auf wenige Bereiche abgeladen, so Haider.

„5 vor 12“-Protest von Einzelhändlern und Gastronomen am 29. März am Stadtplatz in Traunstein.

Haider fürchtet, dass die für 12. April versprochenen Lockerungen nicht stattfinden werden. „Ich gehe davon aus, dass wir auch im April mit den bisherigen Einschränkungen weiter leben müssen.“ Ab 12. April soll der Einzelhandel auch bei einer 7-Tages-Inzidenz im Landkreis zwischen 100 und 200 öffnen dürfen - nach vorheriger Terminvereinbarung und mit negativem Corona-Test. Das „Call&Meet“-Prinzip habe bisher gut funktioniert, so Haider im Gespräch mit chiemgau24.de. Es ist aber bisher nur bei einer Inzidenz unter 100 erlaubt, im Landkreis Traunstein waren das gerade mal neun Geschäftstage.

„5 vor 12“-Protest von Einzelhändlern und Gastronomen am 29. März am Stadtplatz in Traunstein.

Die „Lärm-Demos“ immer am Montag um „fünf vor 12“ wurden bereits am 8. März in Freilassing ins Leben gerufen und haben sich seither verbreitet. So wurde diesen Montag nicht nur in Traunstein, sondern auch wieder in Freilassing, Bad Reichenhall, Berchtesgaden und erstmals auch in Grassau demonstriert. Ein Brief an Ministerpräsident Söder vom März vorigen Jahres sei unbeantwortet geblieben, so Thomas Miller auf der Kundgebung in Traunstein: „Scheinbar müssen wir auf die Straße gehen, sonst hört uns überhaupt keiner.“

Die Kundgebung des Reichenhaller Unternehmerforums wurde am Montag auch von Landrat Bernhard Kern und Oberbürgermeister Christoph Lung unterstützt. „Es ist wichtig einen Modus zu finden um zurück zur Normalität zu kommen, ohne dass wir auf der anderen Seite zu viel riskieren“, so Lung. Landrat Kern schloss sich an: „Es ist wichtig, dass wir Flagge zeigen und dass wir uns zu Ihnen bekennen.“ Ein maßvolles Öffnen sei wichtig, doch die Maßnahmen seien vom Bund vorgegeben - „und daran muss sich auch ein Landrat halten.“

xe

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