Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Dreitägiges Festprogramm übers Wochenende

Große Freude bei vielen Spendern: Weihe der Papst-Benedikt-Orgel in Traunstein

Der Orgelbauer und Intonateur Bernd Reinartz beim Stimmen der Orgel und der Prinzipalpfeifen.
+
Der Orgelbauer und Intonateur Bernd Reinartz beim Stimmen der Orgel und der Prinzipalpfeifen.
  • Axel Effner
    VonAxel Effner
    schließen

1,1 Millionen Euro für die Hauptorgel, 10.000 Einzelteile, 2500 Orgelpfeiffen und 30.000 Liter Luft pro Minute – das sind die beeindruckenden Eckdaten der neuen Papst-Benedikt-Orgel in der Stadtpfarrkirche St. Oswald in Traunstein. Sie wird nun eingeweiht. Darüber freuen sich auch die unzähligen Spender.

Traunstein – Ganz in weiß gekleidet und mit Gummihandschuhen steht Bernd Reinartz hoch konzentriert mitten in einem Wald aus Orgelpfeifen. Der Experte der Firma Orgelbau Klais aus Bonn intoniert im so genannten Orgelschrank mit einem Stimmhorn aus Messing die Klanghöhe der einzelnen Töne. Er stimmt sich dabei eng mit dem Kirchenmusiker Manfred Müller ab, der die Töne auf Zuruf auf der Orgeltastatur anspielt. Ton für Ton hat sich auf diese Weise in den letzten Wochen die Klangfarbe für die neue Hauptorgel in der Stadtpfarrkirche St. Oswald in Traunstein entwickelt. Sie ist einzigartig und individuell auf den barocken Kirchenraum abgestimmt.

1,1 Millionen Euro für die Hauptorgel

Mit einem dreitägigen Orgelfest feiert die Kirchengemeinde vom Freitag, 15., bis Sonntag, 17. Oktober, die Einweihung und Fertigstellung des Papst Benedikt XVI. gewidmeten Orgelwerks in dessen Primizkirche. Rund 1,1 Millionen Euro hat die neue Hauptorgel gekostet, für die der Förderverein St. Oswald seit zehn Jahren Spenden gesammelt hat. Das Geld kam auch über eine Erbschaft zustande, die Stadt Traunstein hat einen großen Zuschuss überwiesen und einen Teil hat die Erzdiözese München-Freising übernommen.

Rund 2500 Orgelpfeifen mit einer klingenden Länge von 1,5 Millimetern bis 5,50 Metern mussten eingepasst und zueinander gestimmt werden. In 10 000 Einzelteilen gelangte die Orgel nach Traunstein. Siet Juni wurde sie nach einem ausgeklügelten System aufgebaut.

Das könnte Sie auch interessieren: OVB-Themenseite Traunstein

Besonders eindrucksvoll waren dabei die großen Bauteile für die Windkanäle aus Holz. In einem Nebenraum wurde dafür zeitweilig eigens eine kleine Werkstatt eingerichtet. Jede einzelne der Orgelpfeifen musste mit den Ventilen verbunden und im Anschluss einzeln angespielt, herausgeholt, gestimmt und wieder eingebaut werden.

Die unter der Orgelempore befindliche Windanlage mit Blasebalg und Motor pumpt bis zu 30 000 Liter Luft pro Minute in das Orgelwerk und ermöglicht so das Spiel. 44 Register in Stimmfarben wie Cymbel, Violine, Blockflöte, Gemshorn, Trompete oder auch „Harmonia aetheria“ ergeben einen „sehr farbenreichen, weichen Klang“, wie Kirchenmusiker Müller erläutert.

Bei Gottesdienst letzten Ton ausgehaucht

Mindestens vier Mal wurde die Orgel seit ihrer Errichtung 1856 umgebaut und verändert. Die letzte Fassung von 1977 hauchte aufgrund eines Schadens während des Gottesdienstes am Faschingssonntag 2011 ihren letzten Ton aus.

Rund 10.000 Einzelteile mussten für die neue Haupt-orgel in der Stadtpfarrkirche St. Oswald nach einem ausgeklügelten System zusammengesetzt werden, hier beim Aufbau des Orgelgehäuses

Im Zuge des Neubaus der Hauptorgel wurde ein guter Teil des früheren Vordergehäuses mit der Ansicht von der Diplomrestauratorin Iris Badstuber aus Rimsting und ihrem Team rekonstruiert, erneuert und vergoldet.

Der geglückte Orgelneubau ist zu einem wesentlichen Teil den Orgelfreunden St. Oswald zu verdanken. Der 2001 gegründete Verein hat sich die Restaurierung und Erneuerung aller fünf Orgeln in den katholischen Kirchen von Traunstein und die Pflege der Kirchenmu-sik auf die Fahnen geschrieben. Dazu zählen Schätze wie die Hans-Vogel-Orgel von 1669 in der Ettendorfer Kirche. Sie ist die älteste Originalorgel für den liturgischen Dienst in Bayern und die älteste in der Erzdiözese München-Freising.

123 Patenschaften brachten 130.000 Euro ein

„Der Neubau der Hauptorgel für St. Oswald hat unglaublich viel Engagement, Ideen und Unterstützung ausgelöst“, erzählt Traunsteins Altoberbürgermeister Fritz Stahl, der Vorsitzende der Orgelfreunde. Allein rund 130 000 Euro kamen mit den 123 Patenschaften für Orgel und Orgelpfeifen zustande. Ein Paar spendete zur Silberhochzeit für die „Flaute d’amour“, die Bäcker starteten eine Orgelaktion und Kinder, die Geige spielen, engagierten sich für das Register „Violine“. Auch aus dem Vatikan kam eine Spende.

Festprogramm:

Am Freitag. 15 um 18.30 Uhr wird die Orgel im Rahmen des Vespergottesdienstes gesegnet. Kirchenmusiker Manfred Müller spielt das Instrument erstmals öffentlich. Am Samstag, 16. Oktober, sind um 9.30, 13.30 und 17.30 Uhr Orgelführungen vorgesehen. Beim Kinderkonzert um 15 Uhr und bei der Vorabendmesse ab 19 Uhr begleitet die Sopranistin Nicoletta Göttlich das Orgelspiel von Müller. Der Festgottesdienst mit dem Kirchenchor St. Oswald und Matthias Bertelshofer an der Orgel ist am Sonntag, 17. Oktober, um 10.30 Uhr. Den Schlussakzent der Feierlichkeiten setzt um 18 Uhr ein Orgelkonzert mit Johannes Berger.

Kommentare