Jetzt beschäftigen die Mini-Häuser auch den Stadtrat

Weil Wohnraum immer teurer wird: Welche Zukunft haben Tiny-Häuser in Traunstein?

Beispielbild eines Tiny-Hauses.
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Beispielbild eines Tiny-Hauses.

Sie bieten ungefähr 40 Quadratmeter Wohnfläche, sind etwas größer wie ein geräumiger Wohnwagen und haben alles, was es zum Leben braucht: kleine Tiny-Häuser. Ob solche Wohnformen auch in Traunstein möglich sind, war nun Thema im Umweltausschuss.

Traunstein - Tiny-Häuser mit einer Wohnfläche von ungefähr 40 Quadratmetern als Zukunft im flächensparenden Bauen? Das eigene Haus im Kleinstformat war am Mittwoch, 28. April, Thema im Umweltausschuss in Traunstein. Die Fraktionen von „Initiative Traunstein“ und SPD/Die Linke erkundigten sich nach den Möglichkeiten dafür, denn: „In städtischen Gebieten ist für viele Bürger das Leben nicht mehr bestreitbar“, die Mieten seien für Durchschnittsverdiener kaum zu stemmen und das klassische Einfamilienhaus sei längst nicht mehr alleiniges Maß aller Dinge, heißt es in dem Antrag der beiden Fraktionen.

Tiny-Häuser auch in Traunstein möglich?

Die Stadt Traunstein solle untersuchen, wo Tiny-Häuser gebaut werden könnten, künftig sollen sie als „gleichberechtigte Option“ in die Planung von neuen Wohngebieten mit einbezogen werden, lautet ein Ziel des Antrags. Was die Genehmigungen betrifft seien die Mini-Häuser wohl kein Problem, hieß es dazu aus der Stadtverwaltung. Aber: Es habe noch nie einen konkreten Bauantrag dafür gegeben, weder von einer Privatperson, noch von einem Investor. Auch fürs geplante Wohngebiet bei Seiboldsdorf sei die Tiny-Haus-Lösung geprüft worden - weil es aber keine Nachfrage gäbe, sei diese Wohnform nicht ins Konzept mit integriert worden.

150 bis 300 Quadratmeter würde eine Wohnparzelle bei Tiny-Häusern insgesamt messen. Zum Vergleich: Bei den üblichen Einheimischenmodellen mit Einfamilienhäusern beginnen die Parzellengrößen erst bei 350 Quadratmetern. „Bei einer Gemeinschaft von an derartigen Kleinstwohnformen Interessierter, wäre auch eine Aufteilung in entsprechende Grundstücksgrößen möglich“, so die Stadtverwaltung. Bisher hapert es wohl nur an der Nachfrage.

Einstimmig wurde beschlossen, dass die Idee nach einem solchen Kleinsthäuserquartier wieder aufgegriffen werden soll, wenn eine konkrete Gruppe an Interessenten da ist. Geht es nach den Fraktionen von „Initiative Traunstein“ und SPD/Die Linke, könnten die Mini-Häuser auch der Nachverdichtung dienen. Auch ältere Menschen könnten ihrem Wunsch nach Verkleinerung so besser nachkommen. „Im freien Wohnungsmarkt ist es aktuell für Menschen ohne beträchtlichen Kapitalstock nicht möglich, Wohneigentum zu erwerben“, heißt es in dem Antrag zur Begründung.

Auch in Waldkraiburg und Rosenheim waren Tiny-Häuser zuletzt Thema der städtischen Gremien. Wir haben außerdem Peter Düsing besucht, der in einem Mini-Haus in Rosenheim lebt.

xe

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