Weisser Ring: "Opfern Wegweiser geben"

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Kriminaldirektor Hans-Peter Butz (Links) und Reinhard Laab, Leiter der Außenstelle Traunstein des Weissen Rings.
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Traunstein - Der Weisse Ring in Traunstein hilft Opfern von Straftaten bei der Bewältigung des Erlebten. Wir haben mit dem Leiter in Traunstein, Reinhard Laab, über seine Arbeit gesprochen.

Eine große Zahl von Menschen erleidet als Opfer von Kriminalität und Gewalt körperliche, seelische und materielle Schäden. Sie werden bedroht, überfallen, beraubt, misshandelt, sexuell missbraucht oder gar getötet. Bei derzeit jährlich mehr als sechs Millionen registrierten Straftaten weist die Polizeiliche Kriminalstatistik mehr als 200.000 Fälle aus dem Bereich der Gewaltkriminalität aus.

Alleine im Landkreis Traunstein wurden im vergangenen Jahr knapp 7300 Straftaten verübt; 195 davon waren Gewalttaten. Und genau in diesem Bereich will der Weisse Ring e. V. ansetzen. "Wir geben den Opfern solcher Straftaten Wegweiser, um mit dem Erlebten besser umzugehen", erklärte Reinhard Laab, Leiter der Außenstelle Traunstein. Auch wenn die Aufklärungsquote im Landkreis bei fast 65 Prozent liegt, ist die Polizei doch angewiesen auf die Unterstützung der Hilfsorganisationen wie dem Weissen Ring. "Wir können im Präventionsbereich viel machen, indem wir die Bürger informieren, wie zuletzt bei den Schockanrufen in Traunreut. Doch der Blick auf die Opfer soll dabei natürlich nicht hintanstehen", berichtet Kriminaldirektor Hans-Peter Butz. Und da ist die Unterstützung durch die Hilfsorganisationen gefragt. Zu den Möglichkeiten des Weissen Rings zählen unter anderem:

  • Menschlicher Beistand und Betreuung nach der Straftat
  • Begleitung zu Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht
  • Vermittlung von Hilfen anderer Organisationen
  • Hilfeschecks für eine für das Opfer jeweils kostenlose frei wählbare anwaltliche bzw. psychotraumatologische Erstberatung sowie für eine rechtsmedizinische Untersuchung
  • Übernahme von Anwaltskosten, insbesondere zur Wahrung von Opferschutzrechten im Strafverfahren und Ansprüchen nach dem Opferentschädigungsgesetz
  • Finanzielle Unterstützung bei tatbedingten Notlagen

Aber auch bei der Aufklärung von Straftaten leistet der Weisse Ring einen nicht unbeträchtlichen Beitrag: "Oft trauen sie sich Opfer nicht, bei der Polizei auszusagen, weil sie Angst haben, dass ihnen keiner glaubt. In einem Gespräch versuchen wir dann, ihnen diese Angst zu nehmen", so Laab. "Wir versuchen sie in einem Gespräch zu einer Aussage zu überreden." Zudem könne man durch die Kontakte zur Rechtsmedizin auch für eine frühzeitige Beweissicherung sorgen. Laab: "Je zügiger man die Beweise sichern kann, desto schneller kommt es auch zu einer Verurteilung."

Der Weisse Ring ist bei seiner Arbeit auch auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. "Unser Team in Traunstein besteht derzeit aus vier ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir brauchen für unsere Arbeit aber mehr Helfer." Zur Ausbildung der Mitarbeiter gehören verschiedene Pflichtseminare. "Danach wird entschieden, ob man für die Tätigkeit geeignet ist." Falls Sie Interesse haben, beim Weissen Ring in Traunstein mitzuwirken, dann können Sie sich per E-Mail unter laabwring@web.de direkt an Reinhard Laab wenden.

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