Sparkassen-Verwaltung, Wohnungen und Bildung geplant

Wieder Debatte: Flächen sparen oder Entwicklung vor der Stadt?

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Die rot schraffierte Fläche südlich von Haslach soll bebaut werden. Käufer sind das Landratsamt und die Sparkasse.
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Traunstein - Die Stadt wird weiter nach Süden wachsen, die Fläche zwischen Gewerbegebiet Haslach und Seiboldsdorf soll bebaut werden: Im Stadtrat entwickelte sich dazu eine altbekannte Diskussion.

Eine Weiterentwicklung vor den Toren der Stadt oder ein Ende der Flächenversiegelung? Im Stadtrat entspann sich am Donnerstag dazu eine Diskussion: Die Wiese zwischen Seiboldsdorf und dem Haslacher Gewerbegebiet rund um dm und Penny-Markt soll bebaut werden. Geplant ist ein Neubau der Sparkassen-Verwaltung, möglicherweise Bildungseinrichtungen des Landkreises sowie sozialer Wohnbau.

Hoernes zweifelt: Werden wirklich noch mehr Wohnungen gebraucht?

"Wir von der Traunsteiner Liste stimmen nicht zu. Es sollen nicht noch mehr Flächen versiegelt werden", machte Ulrike Hoernes gleich zu Beginn klar. Die vielen Wohnbauprojekte in der Stadt - sie nannte Haidforst und die Chiemseestraße als Beispiele - sollten reichen, um den Wohnungsmarkt zu entlasten: "Außerdem wurde vor kurzem berichtet, dass die Sparkasse viele Schalter schließt. Ich kann mir also nicht vorstellen, dass nicht auch bestehende Gebäude in der Stadt genutzt werden können."

Traudl Wiesholler-Niederlöhner gab zu bedenken, dass niemand der Stadträte auch im Verwaltungsrat der Kreissparkasse sitze: "Hier werden nur Mutmaßungen angestellt." Sparkassen-Vorstand Roger Pawellek machte gegenüber chiemgau24.de klar, dass man auf jeden Fall in der Stadtmitte bleiben wolle: "Entscheidend ist, dass wir uns hier zukunftsgerichtet entwickeln können." Man brauche aber "moderne Räumlichkeiten und eine gute Erreichbarkeit mit ausreichend Parkplätzen."

Kegel: "Wir brauchen uns nicht schämen"

"Wir versiegeln eine Fläche nach der anderen: Das Gewerbegebiet an der Sonntagshornstraße, zuletzt das neue Gewerbegebiet rund um die BayWa und jetzt das", kritisierte auch Wolfgang Wörner - die Jugend würde es der heutigen Generation danken, wenn die Flächen nicht bebaut würden. Oberbürgermeister Christian Kegel hielt dagegen: "Ob es uns unsere Kinder danken, wenn der Sparkassensitz irgendwann nicht mehr in Traunstein ist? Wir brauchen uns für unsere Politik der letzten 30 Jahre und für die Gewerbegebiete nicht schämen."

Einig ist man sich, dass sich auf der freien Fläche kein klassisches Gewerbe und keine Discounter ansiedeln dürfen. Zusätzlich zum Sparkassen-Neubau, das nur Verwaltungs- und keinen Kundenzwecken dienen soll, plant der Landkreis 35 bis 50 Sozialwohnungen - in erster Linie für Angestellte von Einrichtungen des Landkreises. Drei Vollgeschoße könnten die Gebäude hoch werden. Für die Bildungseinrichtungen gibt es noch keine genaueren Pläne, zum Bildungs-Campus am Bahnhof soll kein Zusammenhang bestehen. 

Der Stadtrat stimmte der Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellung eines Bebauungsplanes mit 17:5 schließlich zu. Die Gegenstimmen kamen aus den Reihen der Grünen und der Traunsteiner Liste. Ähnliche Diskussionen gab es kürzlich auch um die Erweiterung des Industriegebiets-Nord, die letztlich wesentlich kleiner ausfallen musste, als geplant.

xe

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