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Jahreshauptversammlung in Traunstein

Wo den Gastronomen im Landkreis derzeit der Schuh drückt

Ehrung langjähriger Mitglieder
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Für ihre langjährige Mitgliedschaft ehrte Klaus Lebek (von links), Vorsitzender des Kreisverbands Traunstein der DEHOGA Bayern, Hotelier Sepp Moritz vom Weßner Hof in Marquartstein, Anneliese Redenböck vom Goriwirt in Chieming und Rudolf Trinkberger vom Michlwirt in Palling. Es gratulierten auch die DEHOGA-Bezirksvorsitzende Jutta Griess (2.von rechts) und stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser (rechts).

Die Freude war groß bei der Jahreshauptversammlung des Kreisverbands Traunstein des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern e.V. im Chiemseer Wirtshaus in Chieming: Als einziger Verband außerhalb Münchens haben die Gastronomen im Landkreis während der Corona-Pandemie einen deutlichen Zuwachs um 22 auf 220 Mitglieder zu verzeichnen.

Chieming - „Das zeigt uns, dass der Zusammenhalt ebenso gut war wie die schnelle Weiterleitung gut aufbereiteter Informationen vom Landesverband zu aktuellen Corona-Regelungen“, erklärte Kreisvorsitzender Klaus Lebek.

Ein dicht gepacktes Programm von Fachvorträgen und Diskussionen vermittelte ein detailliertes Bild der Herausforderungen, vor denen die Branche aktuell steht. Kassier Anton Steffl berichtete von einem Guthabenzuwachs in der Kasse in 2019 und 2020 aufgrund coronabedingter Veranstaltungsausfälle. Im kommenden Frühjahr soll eine zugkräftige Impulsveranstaltung für neue Aufbruchstimmung sorgen. Die beiden Revisoren Peter Stocker und Josef Moritz bestätigten eine „vorbildliche Kassenführung“, so dass der Vorstand entlastet werden konnte.

Bezirksgeschäftsführerin Susanne Gruber informierte über die Möglichkeit zur Urlaubskürzung bei Mitarbeitern, die von Kurzarbeit betroffen sind, und die Gewährung einer steuer- und abgabenfreien Corona-Prämie bis maximal 1500 Euro zur Motivation von Mitarbeitern. Sorgen bereiten nicht wenigen Betrieben offenbar der hohe Zeitaufwand und die Kosten von PCR-Tests für die 3G+-Regelung. Dabei müssen sich Mitarbeiter im Kundenkontakt regelmäßig testen lassen. Viele geben deshalb der 2-G-Regelung den Vorzug, um einen Normalbetrieb ohne Einschränkungen gewährleisten zu können.

Rege Diskussionen gab es auch zum Thema Mindestlohn. Wenn dieser ungelernten Arbeitskräften gewährt würde, setze dies eine Lohnspirale auch bei anspruchsvolleren Tätigkeiten in Gang, erläuterte Gruber. Bereits jetzt sei die Branche durch den akuten Mangel an Fachkräften, die während des Corona-Lockdowns zum Teil in andere Branchen abgewandert sind, personalmäßig und finanziell unter Druck.

Eine Herausforderung seien zudem Forderungen jüngerer Mitarbeiter nach kürzeren Arbeitszeiten im Sinne einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Vor den anstehenden Tarifverhandlungen informierte sich auch die Bezirksvorsitzende Jutta Griess im Gespräch mit den Mitgliedern über die aktuelle Stimmungslage in Traunstein.

Als „Träger unserer Lebenskultur“ sprach stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser den Gastronomiebetrieben neuen Mut zu. Passende Arbeitsverhältnisse seien für eine gute Zukunftsentwicklung „wichtiger denn je“. Zahlen aus einer aktuellen Erhebung präsentierte Stephan Semmelmayr, Geschäftsführer des Chiemgau Tourismus e.V. Demnach denken nur fünf Prozent der Betriebe coronabedingt über eine Schließung nach.

Mit einem Minus von nur 5,5 Prozent im vergangenen Jahr stehe der Chiemgau auch bei den Übernachtungen bayernweit sehr gut da. Der massive Zuwachs vor allem im Oktober 2020 ermutige Bestrebungen, die Region durch entsprechende Angebote zur Ganzjahresregion auszubauen. Coronabedingt, so Semmelmayr, habe sich 2020 die Zahl der Beschäftigten in der Tourismusbranche im Chiemgau auf 7200 (2019: 10.000) verringert. Der Gesamtumsatz sei im gleichen Zeitraum von 620 auf 410 Millionen Euro gesunken.

Über aktuelle Schülerzahlen, Förderangebote und die Situation der gastgewerblichen Berufe an der Berufsschule in Traunstein informierte Schulleiter Wolfgang Kurfer. Er machte sich besonders für die Vollzeitausbildung im Berufsgrundschuljahr stark. „Wir müssen die Berufsbilder anders kommunizieren und Lust drauf machen“, mahnte Dr. Birgit Seeholzer, Geschäftsführerin der Chiemgau GmbH Wirtschaftsförderung. Sinkende Schülerzahlen, der Renteneinstieg der Babyboomer und die Abwanderung in vermeintlich sichere Industrieberufe würden die Hotel- und Gastronomiebranche vor eine „enorme Herausforderung“ stellen.

Berufsschuldirektor Wolfgang Kurfer

Über die verschiedenen Fördermöglichkeiten und Angebote, die Kurzarbeit für eine sinnvolle Weiterbildung der Mitarbeiter zu nutzen, berichteten Teamleiterin Romy Reichel vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur in Traunstein und ihre Kollegin Antje Winkelmann.

Dreizehn verschiedene Module böten die Möglichkeit, dass sich Mitarbeiter höher qualifizieren, ihr Tätigkeitsspektrum erweitern, ihre Sprachkenntnisse verbessern oder mehr Führungsverantwortung übernehmen können. Dipl.-Ing. Andreas Turloff von der Firma Theneo aus Ruhpolding zeigte im Detail auf, wie sich durch geförderte Energieberatungen eine verbesserte Energiebilanz im gesamten Betrieb mit deutlichen Kosteneinsparungen erreichen lässt.

Langjährige Mitglieder erhielten Ehrung

Mit einer Ehrennadel und Urkunde zeichnete Klaus Lebek, Vorsitzender des Kreisverbands Traunstein der DEHOGA Bayern, bei der Jahreshauptversammlung in Chieming folgende Mitglieder und Betriebe für ihre langjährige Verbandszugehörigkeit aus: Anneliese Redenböck vom Goriwirt in Chieming-Egerer (70 Jahre), Peter Mayer vom Hotel-Pension Seeblick in Obing (50 Jahre), Sepp Moritz vom Weßner Hof in MarquartsteinPettendorf (40 Jahre), Rudolf Trinkberger vom Michlwirt in Palling (40 Jahre), Dietmar Pfannes vom Club Stiege in Trostberg (40 Jahre), Martin und Eva Bachmann aus Übersee (40 Jahre) und Walter Kraus vom Hotel am Hauchen in Reit im Winkl (20 Jahre).

eff

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