Zwei Angeklagte vor dem Landgericht Traunstein

Drogenlabor in Rosenheimer Wohnung - Urteil gefallen

Zwei 37-Jährige haben in einer Rosenheimer Wohnung Drogen für Eigengebrauch und Verkauf hergestellt. Sie mussten sich daher vor dem Landgericht Traunstein verantworten. Am Dienstag fiel das Urteil.

Traunstein/Rosenheim – Die Zweite Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs verurteilte am Dienstag, 2. Februar, zwei 37 Jahre alte Männer aus Rosenheim wegen Betreibens eines Rauschgiftlabors über mehr als ein Jahr hinweg in einer ihrer Wohnungen in Rosenheim und wegen mehreren Drogendelikten zu Freiheitsstrafen von vier beziehungsweise drei Jahren. Außerdem ordnete das Gericht jeweils die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Am ersten Verhandlungstag am 14. Januar 2021 belastete einer der Angeklagten mit seinem Geständnis seinen mehrfach vorbestraften mutmaßlichen Mittäter. Dieser wies einen großen Teil der Vorwürfe als unzutreffend zurück. Die beiden Männer, einer aus Prien und einer aus Thüringen stammend, kannten sich seit April 2019. Beide stellten in einer der Wohnungen flüssiges Methamphetamin her. Die Rohstoffe besorgten sie in Apotheken und über Amazon.

Zur Last lag den Männern die viermalige Produktion von jeweils 200 bis 250 Milliliter flüssiges Methamphetamin. Einen Teil konsumierten sie selbst, der Rest wurde weiterveräußert. Drei weitere Tatkomplexe galten dem Verkauf von jeweils einem Kilogramm Amphetamin und von kleineren Mengen zwischen Sommer 2019 und Ende März 2020 an verschiedene Leute, dazu dem Besitz von nicht unerheblichen Mengen Kokain. Außerdem hatte die Polizei in den Wohnungen der Angeklagten Waffen - ein Messer beziehungsweise eine Machete – gefunden.

Der Angeklagte mit der Machete in der Wohnung habe einen „bewaffneten Drogenhandel“ verwirklicht, jedoch in minderschwerem Fall. Das in seiner Wohnung beschlagnahmte Kokain sei zum Eigenkonsum bestimmt gewesen. Deshalb habe die Kammer den Angeklagten in diesem Punkt wegen „unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln“ schuldig gesprochen. Bei beiden Männern seien laut Gutachten von Oberarzt Rainer Gerth vom Bezirksklinikum in Gabersee die Voraussetzungen für Unterbringung zum Drogenentzug erfüllt.


Kripo wird mittels Vertrauensperson auf die Angeklagten aufmerksam

Auf die Spur der mutmaßlichen Täter gelangten Drogenfahnder der Kripo Rosenheim „auf Hinweis einer Vertrauensperson“, erläuterte einer der Polizeizeugen. Durch Überwachungen hätte sich der Verdacht verdichtet.

Rubriklistenbild: © Australian Federal Police

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