Wieder 1100 Anwohner in Traunstein evakuiert

Zwei Fliegerbomben binnen zwölf Tagen: OB Hümmer fordert Aufklärung und nennt Gründe

Zweiter Fund einer Fliegerbombe auf dem selben Grundstück an der Chiemseestraße 25 innerhalb von zwölf Tagen. Traunsteins Oberbürgermeister Christian Hümmer will nun „nicht zur Tagesordnung übergehen“.
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Zweiter Fund einer Fliegerbombe auf dem selben Grundstück an der Chiemseestraße 25 innerhalb von zwölf Tagen. Traunsteins Oberbürgermeister Christian Hümmer will nun „nicht zur Tagesordnung übergehen“.

Traunstein - Eigentlich wurde das Gebiet längst auf Fliegerbomben abgesucht, doch nun tauchte an der Chiemseestraße in kurzer Zeit schon die zweite auf. Wie kann das sein?

„Ich kann es mir vorstellen, wenn viele Betroffene jetzt genervt sind“, gab Traunsteins Oberbürgermeister Christian Hümmer auf der Pressekonferenz am Dienstag, 22. September, offen zu - auch auf die Stadtverwaltung treffe das zu. Eine Schule, ein Kindergarten, die Lebenshilfe, viele Betriebe und rund 1100 Anwohner sind binnen zwölf Tagen zum zweiten Mal von einer Evakuierung betroffen. Der Grund: Wieder eine Fliegerbombe auf der Großbaustelle an der Chiemseestraße 25. „Es drängt sich die Frage auf, wie das sein kann“, so Hümmer.


Wieder Fliegerbombe an Chiemseestraße in Traunstein


Das Areal rund um den Traunsteiner Bahnhof ist als Risikogebiet für Weltkriegsbomben bekannt. Der jetzige Bauherr an der Chiemseestraße musste deshalb selbstverständlich eine Kampfmittel-Untersuchung machen lassen - schon im Bebauungsplanverfahren. Schon während dem Abbruch des alten Post-Gebäudes und später beim Aushub wurde der Bereich mit einer Sonde abgesucht. Staatlich zugelassene Kampfmittelspezialisten waren im Einsatz. „Aber das Gelände ist elektromagnetisch höchst gestört“, so Christian Hümmer. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Bombentrichter von Militär und Bevölkerung gerne dazu genutzt, Schrott dort abzuladen. „Deshalb bekam man bei der Voruntersuchung viele Störmeldungen."

Erneuter Bombenfund in Traunstein - Sprengkommando vor Ort

Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.
Am 22. September wurde auf der Baustelle an der Chiemseestraße 25 in Traunstein eine Weltkriegsbombe gefunden.  © FDL/Lamminger

Trotzdem: „Wir werden nach dem heutigen Tag nicht zur Tagesordnung übergehen“, so Oberbürgermeister Hümmer. Er wird sich das Räumkonzept des Bauherren noch einmal genau erläutern lassen und dessen Richtigkeit überprüfen. „Das alles ist für Anwohner und Betriebe eine starke Belastung." Die gefundene Bombe ist vom selben Typ, wie die vom 10. September: 135 Kilogramm schwer und mit zwei Zündern versehen. Das macht die Entschärfung komplizierter. Außerdem ist wieder genau das gleiche Personal des Sprengkommandos im Einsatz wie zuletzt.

Wer trägt Kosten für Bombenfund in Traunstein?

Wer kommt für die Kosten solcher Einsätze auf? Für Entschärfung und Entsorgung der Bombe kommt der Freistaat auf, die Stadt trägt die Kosten für die Einsatzkräfte und Kampfmitteluntersuchungen müssen vom Bauträger gezahlt werden. Wie hoch die Kosten des ersten Bombenfundes waren, wurde im Traunsteiner Rathaus noch nicht errechnet - so kurz ist die Zeitspanne zwischen den Funden. An jener Stelle an der Chiemseestraße sollen sieben Mehrfamilienhäuser mit insgesamt rund 150 Wohnungen gebaut werden.

Traunsteins Oberbürgermeister Christian Hümmer vor einer Karte, das den Evakuierungsradius von 350 Metern rund um den Fundort der Bombe zeigt.

Im Rathaus wurde am Dienstag ein Krisenstab gebildet. Rund 20 Personen gehören ihm an, darunter Traunsteins Oberbürgermeister Hümmer, Ordnungsamtsleiter Manfred Bulka, Kreisbrandrat Christof Grundner, Vertreter von Polizei und Rettungskräften sowie ein Notfallmanager der Deutschen Bahn. Schon am 11. September sei die Evakuierung „sehr professionell und ruhig“ abgelaufen, so OB Hümmer. „Die Bevölkerung hatte Verständnis und hat sich vorbildlich verhalten.“

xe

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