Papst-Platz vor Landratsamt eingeweiht

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Der Platz vor dem Traunsteiner Landratsamt trägt seit gestern Abend einen neuen Namen: In einem feierlichen Festakt wurde er in "Papst-Benedikt-XVI.-Platz" umbenannt.

Traunstein - Als sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit ihrem Ehrenbürger Papst Benedikt XVI. hat die Stadt Traunstein den Platz vor dem Landratsamt in "Papst-Benedikt-XVI.-Platz" umbenannt. *NEU: FOTOS*

Die Straßen- und Platzschilder wurden am Freitagabend vor rund 100 geladenen Gästen enthüllt. Oberbürgermeister Manfred Kösterke wies darauf hin, dass man sich lange vor den Feierlichkeiten zum diamantenen Priester- und Primizjubiläum von Benedikt XVI. Gedanken gemacht habe, wie man zum 60. Jahrestag seiner Priesterweihe und seiner ersten heiligen Messe, die Joseph Ratzinger auf den Tag genau vor 60 Jahren, am 8. Juli 1951, in der Stadtpfarrkirche St. Oswald zelebriert hatte, das richtige Geschenk finde.

"60 Jahre später ist das Priester- und Primiz-Jubiläum von Papst Benedikt XVI. ein Ereignis, das die Menschen im ganzen Erzbistum in seinen Bann zieht", sagte der OB. Er bedaure, dass Georg Ratzinger, der Bruder des Papstes, die Fahrt von Regensburg nach Traunstein aus gesundheitlichen Gründen nicht antreten konnte.

Stadtpfarrer Georg Lindl, Landrat Hermann Steinmaßl und Oberbürgermeister Manfred Kösterke (von links) enthüllten die Schilder.

Kösterke dankte dem Traunsteiner Stadtrat, der mit seinem Beschluss vom 19. Mai den Weg zur Namensvergabe frei gemacht hatte. "Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, um unserem Ehrenbürger im Straßenbild von Traunstein ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit zu setzen." Im Jahr 2006 wurde er bereits zum Ehrenbürger ernannt, 2007 eine Papstbüste vor dem Haupteingang der Stadtpfarrkirche enthüllt.

Papst-Benedikt-XVI.-Platz eingeweiht

Bereits zwei Wochen nach der Entscheidung des Stadtrates habe Benedikt XVI. der Umbenennung seinen Segen erteilt. In dem Schreiben aus Rom an die Stadt heißt es, er sei "dankbar für dieses erneute Zeichen der Wertschätzung durch die Stadt Traunstein." Georg Ratzinger schrieb aus Regensburg und nannte es eine "freudige und unverhoffte Überraschung". Der Heilige Vater habe nicht zuletzt dadurch, dass er selbst Schüler im heutigen Landratsamtsgebäude und als Soldat mit dessen Bewachung beauftragt war, eine besondere persönliche Beziehung zu dem Platz.

Landrat Hermann Steinmaßl unterstrich die tiefe Verbundenheit des Papstes mit der Stadt und dem Landkreis durch Hinweise auf Stationen von Benedikt XVI., vom Besuch des Kindergartens in Tittmoning (1930 bis 1932) über den des Chiemgau-Gymnasiums (ab 1937) bis zum Erzbischöflichen Studienseminar St. Michael (ab 1939). Seit 1979 habe Benedikt XVI. den Landkreis sechsmal besucht, zuletzt drei Monate vor seiner Wahl zum Papst Bad Adelholzen und Maria Eck.

Stadtpfarrer Georg Lindl sagte, dass eine Portion Mut dazu gehöre, einen Platz nach dem höchsten katholischen Würdenträger zu benennen: "Und das in einer Zeit, in der der Kirche der Wind ins Gesicht weht." Es sei eine Wertschätzung für einen Mann, "der aus unserer Mitte ist".

Die christliche Botschaft gehöre auf die Straßen und Plätze, sie sei eine Botschaft für die Welt. "Kirche verrät sich selbst, wenn sie sich zurückzieht", sagte der Geistliche. Man ehre mit dieser Namensgebung nicht nur die Person, sondern auch sein Anliegen. Und hier sei er als Pontifex, als Brückenbauer unersetzlich. "Staat und Religion ohne Gott verlieren an Wert."

wz/Chiemgau-Zeitung

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