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Testdurchlauf am 3. Mai

ILS Traunstein „offline“: Erfolgreiche Vertretung durch die Partnerleitstelle in Passau

Vollbesetzung in der ILS Passau durch Kollegen beider Leitstellen
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Vollbesetzung in der ILS Passau durch Kollegen beider Leitstellen

Am frühen Montagmorgen (2. Mai) traf sich ein Tross der Leitstelle Traunstein – bestehend aus insgesamt elf Personen – um für einen Testdurchlauf des Vertretungsbetriebes in Richtung Passau aufzubrechen.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Traunstein/Passau – Der Leiter der ILS Traunstein, Anton Groschack, als verantwortlicher Chef der „Reisegruppe“ freute sich auf den bevorstehenden Test des sogenannten „Leitstellenvertretungsbetriebes“, der für Montag (2. Mai) und Dienstag (3. Mai) in den Räumlichkeiten der ILS Passau geplant war.

Der Vertretungsbetrieb zählt zu den Ausfall- und Redundanzkonzepten, die jede Integrierte Leitstelle in Bayern vorweisen muss. Hierzu schließen sich immer zwei Leitstellen zusammen. Beim Vertretungsbetrieb geht man davon aus, dass der Betrieb in einer der beiden Leitstellen nicht mehr vollzogen werden kann, weil das Gebäude verlassen werden muss. Ein mögliches Szenario wäre, dass es z. B. in der ILS Traunstein zu einem Brandereignis gekommen ist und die Räumlichkeiten hierdurch nicht mehr genutzt werden können.

Sämtliche Notrufe werden in einem solchen Fall zur Partnerleitstelle nach Passau umgeroutet. Die Technik in der ILS Passau kann durch ein paar Handgriffe so ertüchtigt werden, dass die Notrufannahme und Alarmierung der Einsatzkräfte von Passau aus gesteuert werden können, ohne dass es der Bürger bzw. die Einsatzkräfte merken. Natürlich muss die Leitstelle Traunstein in diesem als nächsten Schritt umgehend Personal nach Passau entsenden.

Neben der Freude auf die bevorstehenden Tage in Passau mischte sich natürlich auch eine gewisse Anspannung, da die gleichzeitige Notrufannahme und –bearbeitung für zwei Leitstellengebiete in einer fremden Leitstelle enorme technische, organisatorische und personelle Herausforderungen mit sich bringt. Die Leitstelle Passau verfügt über insgesamt neun Einsatzleitplätze und zudem ergänzend über acht Tische, an welchen lediglich eine Notrufannahme möglich ist. Für den Vertretungsbetrieb wurden der Leitstelle Traunstein davon insgesamt acht Plätze zugewiesen.

In den letzten Wochen wurde die Technik der beiden Leitstellen für den Test vorbereitet. Gemeinsam mit den Passauer Kollegen wurden zudem die organisatorischen Festlegungen für den Vertretungsbetrieb getroffen. Am Montag (2. Mai) trafen die Traunsteiner Leitstellenmitarbeiter um 10 Uhr in der ILS Passau ein. Nach einer gemeinsamen Besprechung und Festlegung des Tagesablaufs wurden die zugeteilten Arbeitsplätze eingerichtet und diverse technische Testszenarien durchgespielt.

Um an den zugewiesenen Arbeitsplätzen Praxiserfahrung sammeln zu können, nahmen die Traunsteiner ILS-Disponenten am ersten Tag bereits Notrufe aus dem Leitstellenbereich Passau an (Stadt Passau, Landkreis Passau, Landkreis Pfarrkirchen, Landkreis Freyung-Grafenau). Obwohl sich die Tische und deren Aufbau in den bayerischen Leitstellen sehr ähnlich sind, war es schon sehr anfangs spannend, sich an einem fremden Arbeitsplatz zu setzen, stellt Florian Hamm als einer der mitgereisten Traunsteiner Disponenten fest. Der erste Vertretungstag konnte um 17.30 Uhr erfolgreich beendet werden.

Am Dienstag (3. Mai) stand dann der eigentliche Vertretungsbetrieb auf der Agenda. Um 6.45 Uhr betraten der Traunstein Kollegen gestärkt nach einem gemeinsamen Frühstück die Räumlichkeiten der ILS Passau. Nach einer kurzen Morgenrunde und Briefing aller Kollegen wurden die Arbeitsplätze besetzt. Anschließend startete der Vertretungsbetrieb, der streng nach den Vorgaben eines im Vorfeld gemeinsam erstellten Protokolls abgearbeitet wurde. Die einzelnen Maßnahmen wurden so aufgebaut, dass bei Problemen jederzeit zurückgebaut werden konnte.

Nachfolgend der chronologische Ablauf:

  • 7.30 Uhr - Zuerst wurden die Einsätze der ILS Traunstein, die aktuell am Laufen waren, in das Einsatzleitsystem der ILS Passau übertragen
  • 8 Uhr - Umrouten der Notrufnummer 112 aus Traunstein zur ILS Passau (Testanrufe aus den jeweiligen Landkreisen wurden durchgeführt um zu prüfen, ob der Umschaltprozess auch wirklich funktioniert hat)
  • 8.10 Uhr – Die ersten Notrufe aus dem ILS-Bereich Traunstein gehen in der ILS Passau ein. Die Einsätze werden in Passau angenommen und mittels Leitstellendatenverbund zur Einsatzkoordination nach Traunstein geschickt
  • 8.30 Uhr – Umrouten der Amtsleitungen der ILS Traunstein nach Passau
  • 9 Uhr – Umschalten der Funkkanäle von Traunstein nach Passau
  • 9.05 Uhr – Der Betrieb für den Leitstellenbereich Traunstein wird vollumfänglich von der ILS Passau aus koordiniert. In der ILS Traunstein ist es erstmals seit 12 Jahren „still“. Die ILS Traunstein war während dieser Zeit voll besetzt und hätte bei technischen Störungen jederzeit eingreifen können.
  • 11 Uhr – Es wird mit dem Rückbau des Vertretungsbetriebs begonnen, damit die ILS Traunstein den Betreib wieder übernehmen kann.
  • 12 Uhr – Der Vertretungsbetrieb ist beendet, die Notrufe laufen wieder in Traunstein auf und auch die Einsätze werden wieder vollumfänglich von Traunstein aus koordiniert

Im Zeitraum 7.30 Uhr – 12 Uhr wurden 30 rettungsdienstliche und drei feuerwehrtechnische Einsätze aus dem Leitstellenbereich Traunstein von Passau aus koordiniert. Die Umschaltprozesse haben durch die intensiven und umfangreichen Vorbereitungen einwandfrei funktioniert. Ein paar kleinere Optimierungsmöglichkeiten konnten festgestellt werden, diese werden in das bestehende Vertretungskonzept übernommen.

Durch die erfolgreiche Einrichtung des Vertretungsbetriebes wird die Ausfallsicherheit der ILS Traunstein auf ein Maximum gesteigert. Sollte die ILS Traunstein ihr Gebäude künftig verlassen müssen, sehen sich die ILS-Mitarbeiter auch für diesen Fall bestens gewappnet.

Ab September wird in der ILS Traunstein turnusmäßig die komplette Hardware und Technik ausgetauscht. Sollte es hierbei zu Systemausfällen kommen, kann der Betreib jederzeit von Passau aus koordiniert werden.

„Wir bedanken uns bei den Kolleginnen und Kollegen der ILS Passau und allen Beteiligten am Vertretungsbetrieb für die kollegiale Zusammenarbeit und die Gastfreundschaft“, resümiert ILS Leiter Anton Groschack.

Pressemitteilung des Landratsamts Traunstein

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