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Für eine Welt ohne Atomkraft um den Globus 

Auf Protestmarsch von Südkorea nach Rom: Zwischenstopp in Traunstein

Professor Won-Young-Lee auf seiner Pilgerreise
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Unterstützt von Mitgliedern des BUND Naturschutz, Kreisgruppe Traunstein, und der Traunsteiner Stadtwald-Initiative machte sich Professor Won-Young-Lee auf seiner Pilgerreise von Südkorea nach Rom auf einem Zwischenstopp in Traunstein für eine atomkraftfreie Welt stark (v.l.): Ehrenvorsitzender Hermann Eschenbeck, Kreisvorsitzende Beate Rutkowski, Christian Rutkowski, Professor Lee und Antje Wendt.

Auf seinem Protestmarsch für eine atomkraftfreie Welt hat Professor Won-Young Lee seit 2017 bereits 7000 Kilometer durch 22 Länder zu Fuß sowie mit Flugzeug und Bahn zurückgelegt. Sein Ziel ist eine Audienz und Unterredung mit Papst Franziskus in Rom.

Von Südkorea nach Traunstein – Auf dem Weg in den Vatikan hat der 65-jährige jetzt auch in Traunstein Station gemacht und über sein Anliegen gesprochen. Unterstützt wurde er dabei von der BUND Naturschutz (BN) Kreisgruppe Traunstein. Mit seiner Pilgerreise, dem weltweiten Medienecho und vielen Diskussionen unterwegs macht sich der ehemalige Professor für Städtebau der Universität in Suwon für den Ausstieg aus der Atomkraft stark. „Trotz schwerer Unfälle in Atomkraftwerken haben die Vereinten Nationen und die Menschen nichts unternommen, sondern setzen weiterhin auf diese Energieform. Auch wenn es Alternativen gibt.“ 

Als Vater von zwei 25 und 32 Jahre alten Söhnen habe er eine Verpflichtung gespürt, etwas zu unternehmen. „Es ist schlimm, wenn Eltern ihren Kindern Opfer aufzwingen. Aber noch schlimmer ist es, wenn sie ihren Kindern ein Beispiel geben. Das ist der Weg zur Selbstzerstörung. Dieser Zorn ist das Motiv für meine Pilgerreise“, sagt Professor Lee. Deshalb hat sich der überzeugte Buddhist auch eine Unterredung mit zwei geistlichen Oberhäuptern der Weltreligionen zum Ziel gesetzt.

Im Februar 2019 hat er bereits den Dalai Lama in Dharamsala getroffen. Um dessen Zitat zu zeigen, kramt Professor Lee beim Treffen im Traunsteiner Stadtpark kurz in seinem Rucksack, um einen Laptop herauszuziehen. Auf ihm postet er für seinen Blog regelmäßig aktuelle Bilder und Berichte von der Pilgerreise. „Ich weiß, dass Sie durch viele Länder marschiert sind. Ich bin mir sehr bewusst, dass Atomkraftanlagen gefährlich sind. Direkt nach dem Unfall in Fukushima bin ich nach Japan geflogen, um den Opfern beizustehen. Ich hoffe, Sie werden mit Japanern zusammenarbeiten, um Wissen zu verbreiten und Leben zu retten.“ Befragt zum Inhalt seiner Unterredung mit Papst Franziskus, setzt Lee ein Lächeln auf. „Das bleibt ein Geheimnisvorerst“.

Hermann Eschenbeck, Ehrenvorsitzender der BN-Kreisgruppe Traunstein, hat dem Anti-Atomkraft-Pilger aus Südkorea ein besonderes Geschenk mitgebracht. „Dieses Band hier hat am 12. März 2011 mehr als 60.000 Menschen auf einer 45 Kilometer langen Menschenkette bei einer Anti-Atomkraft-Demonstration zwischen dem Kernkraftwerk Neckarwestheim und dem Sitz der Landesregierung in Stuttgart verbunden“, erzählt der ehemalige BN-Kreisvorsitzende. „Noch in der Nacht haben wir von der Katastrophe in Fukushima erfahren.“

Auf seiner Pilgerreise für eine atomkraftfreie Welt von Südkorea nach Rom machte der ehemalige Städtebau-Professor Won-Young Lee am Wochenende auch in Traunstein Station. Begleitet wurde er dabei unter anderem von Beate Rutkowski, Kreisvorsitzende des BUND Naturschutz in Traunstein, und deren Ehemann Christian.

Die BN-Kreisvorsitzende Beate Rutkowski folgt in ihrer Argumentation dem BN-Landesvorsitzenden Richard Mergner, als sie sagt: „Gerade im Hinblick auf die Taxonomiepläne der EU und dem geplanten Neubau von Atomkraftwerken in Frankreich ist dieser Protestmarsch ein klares Zeichen, dass auf der ganzen Welt Unterstützung für den Atomausstieg existiert.“ 

Wie sie weiter erklärt, reicht die Zusammenarbeit von Professor Lee und dem BN schon weit zurück. Im Zusammenhang mit dem Kampf einer Professorengruppe gegen die Zerstörung südkoreanischer Flüsse zur Schiffbarmachung wurden die Dozenten auf den Kampf der deutschen Naturschützer gegen den Ausbau des Rhein-Main-Donau-Kanal aufmerksam. 2012 kam zu einer Kooperation zwischen dem BN und der südkoreanischen Professoren-Initiative K-POPONS für den Atomausstieg.

Auf einem Transparent zeigt Professor Lee den Verlauf seiner Pilgerreise auf der „neuen Seidenstraße für das Leben und ohne Atomkraft“. Sie soll zusammen mit seinem Blog (https://liferoad.org) die „völkerverbindende Kraft im Kampf um den Atomausstieg“ zeigen. 25 Kilometer wandert der rüstige 65-Jährige am Tag unterbrochen von Aufenthalten zum Regenerieren. Nach Abstechern im österreichischen Kloster Melk und in der Atomkraftwerks-Ruine Zwentendorf will der Weltreisende am Montag in Rosenheim und am Mittwoch in München mit Unterstützern reden. Danach soll es auf den Spuren Martin Luthers über den Brenner und die Alpen nach Rom weitergehen.

eff

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