BRK für Biathlon-Weltcup gerüstet

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Ruhpolding - Beim Biathlon-Weltcup wird der Sanitätsdienst von Helfern aus ganz Bayern übernommen. Zudem gibt es ein neues Fahrzeug für die Einsatzleitung.

Seine Koffer sind fast schon gepackt und seine langen Unterhosen wird er dieses Mal sicher nicht vergessen: Wittilo Winter ist einer der vielen Rotkreuzler, die den Sanitätsdienst während des Biathlon-Weltcups in Ruhpolding leisten. Allein mehr als 90.000 Besucher werden für die Wettkämpfe im Stadion am Zirmberg erwartet. Der Traunsteiner Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) ist traditionell für den Sanitätsdienst verantwortlich ist und sorgt mit über 300 Schichten und 60 Helfern pro Tag an den fünf Wettkampftagen für eine bestmögliche Betreuung der Sportler und Besucher.

Wittilo Winter gehört fast zu den „Exoten“ unter den Rotkreuzlern, die sich für den Sanitätsdienst in Ruhpolding gemeldet haben. Er arbeitet als Rettungsassistent beim Rotkreuz-Kreisverband Weiden und Neustadt an der Waldnaab und nimmt sich für die Ruhpoldinger Tage Urlaub. „Ich denke schon an nichts anderes mehr“, strahlt er, wenn er von seinem Einsatz im Januar spricht. „Ruhpolding ist einfach nur genial“, schwärmt er, der bereits zum fünften Mal den Traunsteiner Rotkreuz-Kreisverband mit seinem Einsatz unterstützt, „vor allem die Kameradschaft zwischen den Rotkreuz-Kollegen, egal woher sie kommen.“ Bevor er sich zum Schlafen auf sein Bett in der Inzeller Rotkreuz-Rettungswache legt, schreibt er immer Tagebuch über die Erlebnisse des Tages. „Kollegen haben das zu Hause gelesen und jetzt wollen sie alle mit nach Ruhpolding. Das ist wie ein ansteckender Virus!“. An die langen Unterhosen will er dieses Mal auf jeden Fall denken, denn „letztes Jahr hat meine Frau vergessen, sie einzupacken. Aber bei der Weltmeisterschaft hab ich sie nicht gebraucht.“

Rotkreuzler aus ganz Bayern

Für den Traunsteiner BRK-Kreisverband wäre das Aufgebot von Helfern allein zu viel gewesen. Deshalb hat Jakob Goess, der als ehrenamtlicher Rotkreuz-Kreisbereitschaftsleiter die Fäden für den Sanitätsdienst in der Hand hält, bei anderen Rotkreuz-Kreisverbänden um ehrenamtliche Helfer geworben. Die Resonanz war wie immer sehr groß und an den Biathlontagen in Ruhpolding, zu denen auch zwei Trainingstage zählen, stehen Rotkreuzler aus ganz Bayern bereit, um Sportlern und Besuchern im Notfall beizustehen. Elf Einsatzfahrzeuge, darunter Rettungswägen sowie Kranken- und Mannschaftstransportwägen , stehen täglich zur Verfügung. Dazu zählen auch zwei Quads – kleine Allrad-Fahrzeuge - mit denen schnell schwer zugängliche Geländestellen erreicht werden können. Zudem ist ein zusätzliches Rettungsdienst-Fahrzeug im Stadion für den Transport von Patienten stationiert. Da die Arena zwischen den beiden BRK-Rettungswachen Ruhpolding und Reit im Winkl liegt, sind die Anfahrtswege relativ lang und mit diesem Fahrzeug ist im Notfall ein schneller und direkter Weg ins Krankenhaus möglich.

Neues Fahrzeug als Organisationszentrale

Neu in diesem Jahr ist ein besonderes Fahrzeug, der „ELW 2“, ein Einsatz-Leitfahrzeug, das mit diversen Funkgeräten und einer hochwertigen EDV-Anlage ausgestattet ist. Hier wird sich die Rotkreuz-Einsatzleitung aufhalten, die bisher in einem Teil der Rotkreuz-Container untergebracht war. Alle Notfälle laufen in diesem Fahrzeug, das wie ein Büro eingerichtet ist, zusammen und werden entsprechend mit den Helfern und Behörden, je nach Problemfall, koordiniert. „Wir haben hier einen umfassenden Überblick über das Geschehen im Stadion und können alles dokumentieren“, so Goess, der sich auf die Arbeit in dem neuen Fahrzeug freut. Elf Sanitätsposten mit jeweils drei Helfern sind im Biathlonstadion verteilt. Die zentrale Unfallhilfsstelle, die wie eine kleine Ambulanz ausgestattet ist, besteht aus zwei Doppelcontainern am Rande des Veranstaltungsgeländes. Hier stehen Arzt und Helfern verschiedene Notfallausstattungen zur Verfügung, wie Beatmungsgeräte und EKG.

Nach den Erfahrungen der letzten Jahre litten Besucher, Betreuer und Sportler meist unter Kreislaufproblemen. „Oft ist die Kälte sowohl für den Patienten als auch für die Helfer ein Problem in der Arena“, weiß Jakob Goess aus Erfahrung. Nach der letztjährigen Biathlon-Weltmeisterschaft ist für den Kreisbereitschaftsleiter und sein Team die Vorbereitung für den Sanitätsdienst heuer etwas einfacher. „Alles ist dieses Mal kleiner, wir haben in vielen Dingen Routine, die Helfer sind fest eingearbeitet und die Zusammenarbeit mit dem Organisationskomitee ist ebenfalls bestens eingespielt.“

Pressemitteilung Bayerisches Rotes Kreuz - Kreisverband Traunstein

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