Schäffler spendeten "ertanztes" Geld

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Traunstein - Mit ihren 57 Auftritten während der Faschingszeit kam die Schäfflergruppe der Traunsteiner Kolpingfamilie auf einen Reinerlös von 16.000 Euro.

Bei einem Festabend im Pfarrsaal von St. Oswald, den die Musikkapelle Surberg-Lauter und die Stadtmusik Traunstein musikalisch umrahmten, verteilten die Schäfflertänzer das Geld an den Ambulanten Hospizdienst der Caritas (7000 Euro), das Familienpflegewerk des Katholischen Frauenbunds (7000 Euro) und an die Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule (2000 Euro).

Für den Ambulanten Hospizdienst nahmen Fachdienstleiter Wolfgang Grießenböck sowie die Hospizbegleiter Maria Lackner und Hanns-Walter Muhr den Geldbetrag entgegen. Grießenböck berichtete, dass der vor 19 Jahre gegründete Hospizdienst drei hauptamtliche Mitarbeiter in Teilzeitbeschäftigung und 60 ehrenamtliche Hospizbegleiter hat, die Krebspatienten auf ihrem letzten Lebensabschnitt begleiten. Das Familienpflegewerk ermögliche, das „System Familie“ für einen gewissen Zeitraum fortzuführen, wenn die Mutter ausfalle, so die Einsatzleiterin Irene Schweiger. Sie übernahm den Scheck zusammen mit der Teamsprecherin Christa Strohmayer. Mit ihrem Geld wird die Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule nach den Worten von Rektor Hubert Schmid und Konrektorin Ulrike Hoernes einen Brotbackofen errichten. Die Schäfflertänzer werden beim Bau Hand- und Spanndienste leisten, versprachen der Organisator der Schäfflergruppe, Sebastian Eisenreich, und Schäfflermeister Hannes Huber. Schmid freute sich, dass seine Schüler nun etwas Praktisches tun könnten und bot anderen Schulen und Kindergärten an, den Brotbackofen zu benutzen.

Vieles sei dieses Mal bei Schäfflertanz neu gewesen, erklärte der Schäfflermeister. Mit der finanziellen Unterstützung der Stadtwerke Traunstein (4000 Euro) und einer Privatperson (1000 Euro), die nicht genannt werden will, konnten 18 neue Garnituren Schäfflergewänder angeschafft werden. Die Stadt Traunstein stiftete dafür die Aufnäher mit dem Stadtwappen. Zum ersten Mal spielten zwei Musikkapellen zum Tanz. Nachdem die Musikkapelle Surberg-Lauter die Schäffler bereits seit 30 Jahren begleitet, machte heuer auch die Stadtmusik Traunstein mit. Das Hofbräuhaus Traunstein stiftete ein neues Holzfass, nachdem das alte von 1983 schon in die Jahre gekommen war. Neu war mit Oberbürgermeister Manfred Kösterke auch der Schirmherr. Schließlich war ebenfalls neu, dass der erste Auftritt der Schäfflertänzer am 5. Januar wegen Regens nicht im Freien, sondern im Foyer des Rathauses stattfand.

Nachdem der Aufruf in der Heimatzeitung erfolgreich war, dass sich Tänzer melden sollen, konnten die Schäffler bei ihren Auftritten auf 34 Tänzer und acht Marketenderinnen zurückgreifen. „An 13 Tagen wurde der Schäfflertanz 57 Mal aufgeführt“, so Eisenreich. Dies seien nur drei weniger gewesen als vor zehn Jahren. Damals sei der Fasching jedoch zwei Wochen länger gewesen. Das meiste seien acht Tänze an einem Tag gewesen. Weil die Traunsteiner Schäfflertänzer nicht nur in der Stadt begehrt waren, seien sie an neun Tagen mit dem Bus unterwegs gewesen.

Eingenommen wurden 8550 Euro durch die Tänze sowie nach den Auftritten 13 000 Euro durch die Hutsammlungen der Schäffler und 2800 Euro durch den Schnapsverkauf der Marketenderinnen. Natürlich hatten die Schäffler auch Ausgaben für den Kauf von 85 Litern Schnaps, für ein Kasperlgewand, für Socken und Handschuhe, für Zuschüsse für Schürzen und Jacken der Marketenderinnen, für Plakate und Faltblätter, für die Busfahrten, für Noten für die Musiker, für Brotzeiten usw. Nach Abzug aller Kosten blieb der Reingewinn von 16 000 Euro übrig. Eisenreich betonte, dass die Traunsteiner Schäfflergruppe die einzige von über 40 in Bayern sei, die das eingespielte Geld nicht für sich behalte, sondern für wohltätige Zwecke verwende. „Kein Schäffler und kein Musikant bekommt bei uns Geld“, so der Organisator.

Oberbürgermeister Kösterke freute sich als Schirmherr über die schöne und gute Tradition, den Schäfflertanz aufzuführen und den Erlös für einen guten Zweck zu spenden. „Dies ist wichtig, denn nicht nur überall auf der Welt, sondern auch bei uns gibt es genug Möglichkeiten, soziale Einrichtungen und Zwecke zu unterstützen“, meinte er. Dabei dankte er dem Ambulanten Hospizdienst und dem Familienpflegewerk für deren Einsatz. Mit Surberg verbinde die Stadt die Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule als Kommunalschule für beide Gemeinden.

Der Schäfflertanz sei ein Zeichen für das soziale Engagement und für Spaß an der Freude. „Das Wetter ist nicht immer ideal gewesen, aber damit muss man rechnen, wenn man im Fasching auftritt“, sagte der Schirmherr. Sein besonderer Dank galt Schäfflermeister Huber und Organisator Eisenreich, die die Gruppe angeleitet und zusammengehalten hätten, sowie den Tänzern und Marketenderinnen. Er würde sich freuen, wenn sie wieder dabei seien, wenn sie in zehn Jahren wiederum gebraucht würden. „Wir brauchen einen Stamm, weil Tradition gelebt werden muss“, so Kösterke. Ferner würdigte er die Musikkapellen, die die Aktion der Schäfflertänzer ehrenamtlich unterstützt hätten.

bjr

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